Gehörlosenfußball
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Gehörlosenfußball

DFB-Stiftung Egidius Braun fördert Fußballgebärden für gehörlose Menschen

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien steht vor der Tür. Wenn am 12. Juni das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatien angepfiffen wird, blickt die Fußball-Welt gebannt auf die Arena de Sao Paulo. Schon seit Wochen beherrscht die anstehende Endrunde sämtliche Medien und ist damit auch Gesprächsthema Nummer eins in der Gesellschaft. Doch wie gestaltet sich die Situation für gehörlose Menschen, die sich nur mittels Gebärdensprache verständigen können? Es gibt zwar spezielle Gebärden für „Tor“, „Abseits“ oder „Freistoß“, aber wenn es fachspezifisch wird, kann es auch leicht zu Missverständnissen kommen.

Diese Frage stellte sich auch die Heimsonderschule Haslachmühle aus dem oberschwäbischen Horgenzell. In einem bundesweit einmaligen Projekt entwickelte die Schule in enger Kooperation mit dem Württembergischen Fußballverband fußballspezifische Gebärden, damit auch den Menschen, die nicht hören und nicht sprechen können, das Diskutieren über das derzeitige Thema Nummer eins erleichtert wird.

Dank des Engagements der Schule, die zur Zieglerschen Behindertenhilfe gehört, liegt nunmehr ein erstes Gebärdenlexikon mit insgesamt ca. 250 Fußballbegriffen vor. Die DFB-Stiftung Egidius Braun hat das Engagement unterstützt. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir uns bei der Finanzierung des Projektes beteiligt. Die finanziellen Mittel dazu stammen aus der Initiative ‚Kinderträume‘. Gemeinsam mit der A-Nationalmannschaft der Männer unterstützen wir in diesem Rahmen kleinste und kleine ehrenamtliche Initiativen in Deutschland, Europa und der Welt“, sagt Stiftungsgeschäftsführer Wolfgang Watzke. „Toll, dass sich dank der erstellten Medien gehörlose Menschen noch intensiver über die WM-Spiele unserer Nationalmannschaft austauschen können.“ Weitere Unterstützer sind die Aktion Mensch, die Johannes-Ziegler-Stiftung und der Förderkreis Behindertenhilfe der Zieglerschen.

Auf einem Fußballposter werden die wichtigsten Handzeichen für ein Fußballfachgespräch dargestellt. Auch die Namensgebärden für sämtliche deutsche Fußball-Nationalspieler werden gezeigt. „Entsprechende Gebärden gibt es bisher nicht, also suchen und finden die Menschen Möglichkeiten zur Verständigung. Dieser Prozess wird von Fachleuten begleitet und mit gesteuert. Letztlich handelt es sich um die Weiterentwicklung von Sprache“, sagte Schuldirektor Pit Niermann. Lehrer Daniel Fabian ergänzt: „Es geht ja nicht nur um taktische Begriffe. Es geht darum, Emotionen ausdrücken zu können.“

Die Gebärden wurden in einem Fußball-Gebärdenlexikon gesammelt, das künftig als Standardwerk dienen und auch vertrieben werden soll. Dort ist dann zum Beispiel auch die Gebärde für Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger zu finden. Diese lautet wie folgt: Zunächst wird die Hand auf die Nase geführt („Schwein“) und anschließend wandern die Hände wie auf einer Leiter nach oben („steigen“). Ein Schiedsrichter wird mit dem Daumen am Mund und gespitzten Lippen symbolisiert. Der Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft kann also kommen.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten unter: http://www.zieglersche.de/behindertenhilfe/fussballfieber.html

Norddeutscher FV unterstützt Schleswiger Gehörlose

Für die Mannschaft des HSC Schleswig um Fußballwart Alfred Schild und Trainer Oliver Nissen war es eine große Freude, als der Ehrenpräsident des SHFV und Ehrenmitglied des NFV, Erdmann Fischer zusammen mit dem 1. Vorsitzenden des Kreisfußballverbandes Schleswig, Volker Schlehahn, bei einer Trainingseinheit auf dem Sportplatz der Domschule erschien und einen Scheck des Norddeutschen Fußball-Verbandes über 1.500,-€ zur Förderung des Gehörlosensportvereins überreichte.
Der HSC hatte sich vor einigen Monaten an den SHFV gewandt und seine sportliche sowie finanzielle Situation geschildert. So verwies Alfred Schild in seiner Stellungnahme zum Antrag auf die großen finanziellen Belastungen, die die Fahrten zu Auswärtsspielen nach sich zögen. Da die Spiele zur Norddeutschen Gehörlosen-Meisterschaft in ganz Norddeutschland angesetzt sind, kommt es dabei zu Fahrten nach Hamburg, Göttingen, Hildesheim, Osnabrück und Bremen. Überdies werden die Reisen zwar mit der Bahn absolviert, jedoch verursachen insbesondere Bus- und Taxifahrten am Zielort nicht unerhebliche Kosten.
Trotz der vielen Hindernisse wurde der HSC Schleswig drei Mal Norddeutscher Gehörlosen-Fußballmeister. Dieses brachte wiederum Spiele um die Deutsche Meisterschaft in Stuttgart, Dresden, Berlin, Essen, Karlsruhe, Marburg und Frankfurt/M. mit sich. Für die Verantwortlichen im HSC nicht nur mit großem Zeitaufwand, sondern mit erneut wesentlichen finanziellen Anstrengungen verbunden.
Die Freude war daher groß, dass der Schleswig-Holsteinische Fußballverband den gestellten Antrag mit einer positiven Stellungnahme an den Norddeutschen Fußball-Verband weitergeleitet hat und dieser dem Behindertensport in Schleswig eine Unterstützung in Höhe von € 1.500,00 nunmehr auch offiziell zukommen ließ.