FairPlay zum Mitmachen: Kinder gestalten ihre „Bolzkiste“ neu

Zwei besondere Projekttage sind an der Grundschule Klein Nordende-Lieth erfolgreich zu Ende gegangen – mit nachhaltiger Wirkung für den Schulalltag. Im Rahmen des Programms „RefAction“ wurden 17 Kinder aus den 3. und 4. Klassen zu FairPlay-Experten ausgebildet. Der Ansatz: nicht nur zuhören, sondern erleben, ausprobieren und Verantwortung übernehmen.

Durchgeführt wurde der Workshop von Dajinder Pabla (SchiriBlick) und Stefan Wiese (Ausschuss Ehrenamt- und Freiwilligenmanagement). Gemeinsam mit den Kindern ging es direkt dorthin, wo es zählt: auf den Platz. In der „Bolzkiste“ konnten die Teilnehmenden das Gelernte sofort anwenden – und genau dort ansetzen, wo es im Alltag häufig zu Diskussionen und Konflikten kommt.

Ein zentrales Ergebnis der Projekttage: neue, klare Strukturen für das Fußballspielen in den Pausen. So wurde unter anderem erarbeitet, wie Mannschaften künftig schneller und fairer zusammengestellt werden können – ein entscheidender Punkt, denn die Pausenzeit ist begrenzt und soll möglichst effizient für das Spiel genutzt werden. Unterstützt wird dies durch sogenannte RefAction-Chips, die eine einfache und zeitsparende Teamaufteilung ermöglichen.

Auch die Rolle der FairPlay-Experten wurde bewusst neu gedacht. Künftig stehen sie nicht mehr außen am Spielfeldrand, sondern sind aktiv Teil des Spiels in der „Bolzkiste“. Die Erfahrung aus dem Workshop hat gezeigt: Die spielenden Kinder brauchen häufig direkte Unterstützung, Erklärungen und klare Impulse – und das funktioniert auf dem Platz deutlich besser als von außen.

Neben Regeln und Abläufen stand vor allem die persönliche Entwicklung der Kinder im Fokus. Die FairPlay-Experten wurden darin gestärkt, mutig zu sein, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Als sichtbares Zeichen ihrer Rolle erhielten alle Teilnehmenden eine Pfeife, gelbe und rote Karten sowie eine Urkunde. Die Schule wurde zusätzlich mit fünf neuen Bällen ausgestattet.

Für das Projektteam sind solche Einsätze echte Herzensangelegenheiten. „Sie sind nicht nur unsere Zukunft, sondern auch brutal ehrliche Teilnehmer. Sie sagen, was sie fühlen – und genau das macht die Arbeit so wertvoll“, beschreibt Dajinder Pabla die besondere Dynamik in der Zusammenarbeit.

Begleitet wurde das Projekt von Torge Verner (Schulfußballkoordinator des SHFV), Cathrine Lühn (Schulsozialarbeiterin) und Frederike Hermes (Konrektorin), die gemeinsam mit dem RefAction-Team bereits im März die Grundlage für die Durchführung geschaffen hatten.

Das Fazit fällt durchweg positiv aus: Alle Beteiligten – Kinder, Schule und Projektteam – zeigten sich begeistert von den Ergebnissen und der Entwicklung innerhalb der Gruppe. Eine Wiederholung des Projekts ist bereits in Planung, möglicherweise sogar als fester Bestandteil im Schuljahr.

Das gemeinsame Ziel bleibt klar: mehr Fairness, mehr Struktur – und vor allem mehr Freude am Fußball in jeder Pause.

Text: Dajinder Pabla