Am 15. Januar 2026 ist Anouschka Bernhard nach schwerer Krankheit verstorben.
Geboren am 5. Oktober 1970 in Waiblingen (Baden-Württemberg), hat sie den deutschen Fußball über Jahrzehnte hinweg geprägt. Nach ihrer sehr erfolgreichen Zeit beim Deutschen Fußball-Bund arbeitete sie seit 2020 als Verbandssportlehrerin beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband und entwickelte den Frauen- und Mädchenfußball im Land maßgeblich weiter.
Anouschka war eine herzliche Person mit einer großen Leidenschaft für den Fußball. Ihre Expertise suchte und sucht ihresgleichen. Anouschka vermittelte klare Prinzipien und stand für einen respektvollen Umgang miteinander. Der Fußball war für sie mehr als Leistung und Ergebnis, es ging ihr stets um die Entwicklung der Persönlichkeiten und die Freude am Spiel. Diese Haltung begleitete sie durch ihre gesamte Laufbahn.
Als aktive Spielerin lief sie für den VfL Sindelfingen und den FSV Frankfurt auf. Mit dem FSV gewann sie zweimal die Deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal sowie den DFB-Supercup. Zwischen 1991 und 1997 gehörte sie der deutschen Nationalmannschaft an, mit der sie 1995 Europameisterin und im selben Jahr Vize-Weltmeisterin wurde. In 47 DFB-Einsätzen gelang ihr ein Tor.
Nach dem Ende ihrer beeindruckenden aktiven Karriere blieb Anouschka dem Fußball eng verbunden. Sie arbeitete u.a. als Trainerin beim FSV Frankfurt, war Jugendkoordinatorin bei Hertha BSC und schloss 2009 ihre Ausbildung zur Fußballlehrerin ab. Von 2011 bis 2020 trainierte sie die U16- und U17-Nationalmannschaften des DFB. In dieser Zeit gewann sie mehrere Europameistertitel und begleitete zahlreiche Spielerinnen auf ihrem Weg in die A-Nationalmannschaft.
2020 wurde Anouschka ein wichtiger Teil der SHFV-Familie und übernahm als Verbandssportlehrerin die sportliche Leitung im Frauen- und Mädchenbereich einschließlich aller Juniorinnen-Auswahlmannschaften. Sie entwickelte die Spielerinnen kontinuierlich weiter und hatte großen Anteil an ihrer sportlichen sowie persönlichen Entwicklung. Auch in der Ausbildung der Trainerinnen und Trainer im Landesverband war sie eine wichtige Ansprechpartnerin und Mentorin. Auch dort wurde ihre kompetente und menschliche Art sehr geschätzt.
Mit Anouschka Bernhard verliert der schleswig-holsteinische Fußball nicht nur eine einzigartige Fußballerin, sondern einen Menschen, der durch Klarheit und Wärme den Sport in unserem Landesverband nachhaltig geprägt und besser gemacht hat. Anou, du wirst uns sehr fehlen.



