Schiedsrichter des Jahres
Schleswig-Holstein Fußballverbung

2019

Verkündung „Schiedsrichter des Jahres 2019"

Wahl zum Schiedsrichter des Jahres 2019

Neben den Wahlen zum Fußballer, zur Fußballerin und zum Trainer des Jahres wird in 2019 erneut auch der „Schiedsrichter des Jahres 2019“ gekürt. Bei der SHFV-Halbzeittagung der LK 1-Schiedsrichter zum Jahresbeginn wurden die diesjährigen fünf Kandidaten/innen bekannt gegeben. Diese werden in den kommenden Wochen, bis zur für Mitte März geplanten Auszeichnung, in folgender alphabetischer Reihenfolge jeweils einzeln hier vorgestellt:

  • Christopher Horn (SSV Lunden; LK 1, SR Herren-OL und A-Jgd. BL, SRA RL)
  • Susann Kunkel (SV Eichede; LK 1, SRin Herren-Regionalliga, SRin Frauen-BL)
  • André Röpke (TSV Altenholz; LK 1, SR Herren-OL, DFB-Futsal Liste)
  • Patrick Schwengers (TSV Travemünde; LK 1, SR 3. Liga, SRA 2. Liga)
  • Franziska Wildfeuer (VfB Lübeck; LK 1, SRin Herren-OL, SRA Herren-Regionalliga, SRin Frauen-BL)

Franziska Wildfeuer - bayrisch international!

Als Franziska Wildfeuer vor knapp fünf Jahren aus Bayern in den Norden zog, hinterließ sie eine große Lücke in ihrem Heimat-Verband. „Franziska ist eine große Persönlichkeit. Sie gehört für mich schon jetzt zu den besten Schiedsrichterinnen Bayerns“, verabschiedete der Kreisschiedsrichterobmann und ehemalige Linienrichter in der Fußball-Bundesliga, Georg Greipl, die damals 21-Jährige gen Norden. Dass dieses große Lob zum Abschied nicht von ungefähr kam, bewies „Franzi“, wie sie von ihren Schiedsrichterkolleginnen und -kollegen gerufen wird, dann auch in Schleswig-Holstein. Die selbständige Physiotherapeutin, die für den VfB Lübeck pfeift, benötigte zwar eine kleine Akklimatisierungsphase, knüpfte aber auch in norddeutschen Gefilden sofort an ihre außergewöhnlichen Leistungen an.

So schaffte Wildfeuer im Sommer 2019 als Schiedsrichterassistentin den Sprung in die Regionalliga der Herren. Schon zu diesem Zeitpunkt bestand die Aussicht, dass sie schon bald auch als Schiedsrichterin in derselben Liga eingesetzt werden könnte. Und tatsächlich: Seit der Winterpause gehört die 26-Jährige auch als Schiedsrichterin dem Regionalliga-Kader an. Das Jahr 2019 hielt weitere Besonderheiten für Wildfeuer bereit: Seit dem vergangenen Jahr genießt sie die besondere Förderung durch das UEFA-CORE-Programm für weibliche Schiedsrichter. Im Rahmen des Förderprogramms darf sie etwa bei internationalen U-Turnieren als Schiedsrichterin oder auch als Schiedsrichterassistentin oder Vierte Offizielle bei Europapokal- oder Länderspielen der Frauen internationale Erfahrungen sammeln.

Franziska Wildfeuer kennt das Gefühl, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen: Bei der Wahl zu Schleswig-Holsteins Schiedsrichter des Jahres 2017 ließ sie die Konkurrenz hinter sich und durfte sich über diese persönliche Auszeichnung freuen. Weil sie auch danach hervorragende Leistungen zeigte, ist die Nominierung auch in diesem Jahr folgerichtig.

TO

Christopher Horn: (Zwischen-)Ziel Regionalliga erreicht

Überdurchschnittlich engagiert und überall anerkannt. Und natürlich ein hervorragender Spielleiter. Christopher Horn ist ein facettenreicher Schiedsrichter, der trotz seines jungen Alters (27 Jahre) bereits eine Menge Erfahrung besitzt. Über 100 Mal kam er in den Verbandsklassen als Unparteiischer zum Einsatz und pfiff dabei 63 Spiele in der Oberliga. Dem Spitzenkader (LK 1) gehört er seit 2014 an.

Seine ersten Schritte im überregionalen Fußball machte er 2013 in den Jugend-Regionalligen. Nach einer Saison war hier allerdings Schluss. Denn der SHFV-Schiedsrichterausschuss erkannte das Talent des Dithmarschers und beförderte ihn in die Jugend-Bundesligen. Zunächst fungierte Horn dort als Assistent (2014), zwei Jahre später selbst als Spielleiter. In 2018 gelang ihm hier auch der Aufstieg in die A-Junioren Bundesliga. Überall überzeugte der routinierte Referee durch überdurchschnittlich gute Leistungen. Diese wollte der Bankkaufmann auch gerne in der Regionalliga Nord unter Beweis stellen, wo er 2015 zunächst sein Debüt als Assistent feierte. Im vergangenen Jahr war es dann aber auch als Schiedsrichter so weit, Horn erhielt einen der beiden SHFV-Aufstiegsplätze in den Kader der höchsten norddeutschen Spielklasse. Hier durfte er bislang bei vier Spielleitungen sein Können unter Beweis stellen.

Trotz seiner bisherigen Erfolge hat der Sportler des SSV Lunden aber nie den Kontakt zur Basis verloren. So setzt er sich als Aktivensprecher der LK 1 unermüdlich für seine Kameraden und vor allem in seinem Heimatkreis für den Nachwuchs ein. Insbesondere von seinen unterhaltsamen und praxisorientierten Lehreinheiten profitieren die jungen Kollegen und so auch die Vereine im KFV Westküste. Außerdem gehört er dort dem Kreisschiedsrichterausschuss als Beisitzer an.

Aufgrund seines erreichten Aufstiegs in 2019 und seines großen Engagements hat sich Christopher Horn erneut die Nominierung in den Kandidatenkreis „Schiedsrichter des Jahres“ verdient.

FT

Susann Kunkel: Highlight im DFB-Pokal

Auf elf Jahre Schiedsrichtertätigkeit blickt die SHFV-Schiedsrichterin Susann Kunkel zurück. Im Vergleich zu vielen gleichaltrigen Kollegen eine noch verhältnismäßig junge Karriere. Umso bemerkenswerter, was die 36-Jährige in dieser Zeit alles bereits erreicht und erlebt hat. Nur zwei Jahre nach der Anwärterprüfung stieg die Polizistin aus Hamburg in die höchste SHFV-Spielklasse auf. In dieser pfiff sie seither 61 Spiele. Den Sprung in die 2. Frauen-Bundesliga schaffte sie sogar noch ein Jahr früher – zunächst als Assistentin, später selbst an der Pfeife.

Richtig durchgestartet ist die Unparteiische vom SV Eichede im Jahr 2015. Gleich zwei Aufstiege standen zu Buche. So wurde Kunkel in die Flyeralarm Frauen-Bundesliga – die Elite-Liga des deutschen Frauenfußballs – sowie in die Regionalliga Nord der Herren berufen. In beiden Spielklassen ist sie mittlerweile fester Bestandteil der jeweiligen Kader und hat bisher 38 bzw. 33 Spiele geleitet. In 2019 durfte Susann Kunkel dann als Schiedsrichterin die ganz große TV-Bühne im Frauenfußball betreten. Nachdem sie 2016 bereits als Assistentin beim DFB-Pokal-Finale der Frauen in Köln zum Einsatz gekommen war, nominierte sie der DFB im vergangenen Jahr als Spielleiterin. Die Partie am 1. Mai zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg (1:0) vor über 17.000 Zuschauern leitete sie in der gewohnten Souveränität.

Außerhalb des Platzes bringt sie sich als Beisitzerin im SHFV-Schiedsrichterausschuss ein, kümmert sich dort um die Ansetzungen in der Frauen-Oberliga und engagiert sich erfolgreich in der Anwerbung und Weiterbildung junger Schiedsrichterinnen. Die Leistungen beim DFB-Pokal-Finale sowie kontinuierlich in der Frauen-Bundesliga und der Regionalliga machen Susann Kunkel zu einer würdigen Kandidatin für die Wahl „SHFV-Schiedsrichter des Jahres 2019“.

FT

André Röpke – Erfolgreich auf dem Hallenparkett

Zehn Jahre Oberliga-Angehörigkeit mit bis dato 71 Spielleitungen sowie zahlreiche Assistenten-Einsätze in der Regionalliga könnten bei einem 34-jährigen Schiedsrichter für große Zufriedenheit sorgen und zum Auseinandersetzen mit der Beendigung der eigenen Karriere führen. Nicht für LK 1-Schiedsrichter André Röpke, denn der hat sich noch ein Ziel gesetzt und das heißt Bundesliga! Ehrlicherweise nicht mehr auf dem Feld beim FC Bayern München oder Werder Bremen, aber dafür auf dem Hallenboden und zwar beim Futsal.

Als sich der gehobene Zollbeamte vor einigen Jahren dazu entschloss, sich neben dem Feldfußball auch der FIFA-Hallenfußballvariante zu widmen, ahnte er sicherlich noch nicht, welche Perspektive sich ihm eröffnen könnte. Er hatte wirklich Freude an der spielerischen Form des Hallenkicks, bei der man als Schiedsrichter immer im Zweier-Team pfeift. Es folgten schon bald Einladungen zu den jährlichen DFB-Landesauswahlturnieren in Duisburg, wo der für den TSV Altenholz pfeifende Röpke mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machte. Als die Futsal-Regionalliga Nord 2017 eingeführt wurde, gehörte der SHFV-Spezialist natürlich ebenfalls zum neu gebildeten Schiedsrichter-Pool. DFB-Ansetzungen bekam er in den vergangenen Jahren bereits zu den jährlichen Deutschen Meisterschaften der C- und B-Junioren. In 2019 war es dann endlich soweit, der DFB berief den Schleswig-Holsteiner offiziell auf seine Futsal-Liste. Dass nahezu zeitgleich beim DFB-Bundestag die Einführung der Futsal-Bundesliga zur Serie 2021/22 beschlossen wurde, darf man gerne als gutes Omen betrachten.

Seine Futsal-Expertise stellt André Röpke seit einiger Zeit dem SHFV-Lehrstab bei entsprechenden Aus- und Fortbildungen zur Verfügung. Seit Beginn dieser Saison gehört er auch offiziell dem Lehrstab an und fördert als Lehrwart für die Leistungsklasse 3 junge Nachwuchsschiedsrichter, hier aber auf dem grünen Rasen. Das Pfeifen auf dem Feld hat er nämlich keineswegs verlernt.

Seine Leistungen auf dem Rasen aber insbesondere auch auf dem Hallenboden und sein großes Engagement machen André Röpke zu einem mehr als würdigen Kandidaten für den „Schiedsrichter des Jahres 2019“.

Patrick Schwengers – Doppelaufstieg in 2019

Erst seit acht Jahren an der Pfeife, aber mit 25 Jahren schon in der zweiten Liga angekommen – dieses Paradebeispiel einer rasanten Entwicklung gelang Patrick Schwengers. Anfang 2012 machte der damals 17 Jährige seinen Anwärterlehrgang und exakt drei Jahre später stieg Schwengers bereits in die Leistungsklasse 1 auf und leitete von da an Spiele in der obersten SHFV-Spielklasse. Bis heute sind es auf SH-Ebene stolze 39 Oberliga-Partien und 29 Verbandsligaspiele. Mitte 2017 folgte dann die Berufung in den Kader der Regionalliga Nord, wo er bis heute in 21 Spielen durch tolle Leistungen überzeugen konnte. Im Sommer 2018 folgte dann der Aufstieg als Assistent in die 3. Liga – ein großer Erfolg, aufgrund dessen er anschließend auch zum „Schiedsrichter des Jahres 2018“ im SHFV gewählt wurde.

Dass der angehende Jurist, der in Kiel studiert, diese Erfolge dann gleich im Folgejahr sogar toppen würde, damit hat wohl nicht einmal er selbst gerechnet. Im Sommer 2019 wurde der amtierende Preisträger in den Schiedsrichterkader für die 3. Liga berufen und stieg zeitgleich als Assistent in die 2. Bundesliga auf. Hier durfte er bereits sechs Einsätze als Assistent und fünf Spiele als Schiedsrichter bestreiten. Dass möglichst noch viele dazu kommen und es vielleicht nicht der letzte Aufstieg war, dafür arbeitet Patrick Schwengers intensiv mit seinem Coach Kai Voss, dem ehemaligen FIFA- und Bundesliga-Assistenten, an weiteren Leistungsoptimierungen und überzeugt durch eine absolut professionelle Einstellung.

Trotz dieser zeitlich anspruchsvollen Einsätze und der Entfernung von Kiel zu seinem Heimatkreis Lübeck, versucht der für den TSV Travemünde gemeldete Shootingstar je nach Bedarf auch diesen noch zu unterstützen.

Seine sensationellen Aufstiegsleistungen machen Patrick Schwengers selbstverständlich erneut zu einem klaren Aspiranten auf die Wahl zum „Schiedsrichter des Jahres 2019".

FT

Wer wird SHFV-Schiedsrichter des Jahres?

Was die Schiedsrichter auf den Fußballplätzen Wochenende um Wochenende leisten ist beachtlich. Ohne sie würden Fußballspiele aus den Fugen geraten.Sie sorgen für den reibungslosen Verlauf eines Spiels und bekommen dafür jedoch leider oft nicht die verdiente Anerkennung. Gerade die zunehmende Gewalt gegen Schiedsrichter nimmt zu, umso beachtlicher ist die Tatsache, dass viele Schiedsrichter weiterhin selbstbewusst auftreten und ,,ihren Mann" oder ,,ihre Frau" stehen.

Um den Schiedsrichtern die verdiente Anerkennung zu schenken, wird seit vielen Jahren der ,,SHFV-Schiedsrichter des Jahres" gewählt und gekürt. Seit 2014 findet diese Ehrung zusammen mit den Auszeichnungen für den Fußballer, Trainer und der Fußballerin des Jahres bei dem SHFV-Jahresempfang statt.

Schiedsrichter des Jahres - Regelwerk

Seit 2014 Jahr wird die Wahl zum ,,SHFV-Schiedsrichter des Jahres" transparenter gestaltet. Der SHFV-Schiedsrichterausschuss schlägt zwischen sechs und zehn Kandidaten aus den Reihen der LK 1 und LK 2 vor und lässt danach eine Jury, bestehend aus zwei SHFV-Vertretern und vier Sportredaktionsleitern, die Entscheidung über die Plazierungen treffen. Dem Schiedsrichterbereich kommt somit eine höhere mediale Aufmerksamkeit zu Gute. 

Gewinner der vergangenen Jahre

Schiedsrichter des Jahres

2018    
  1. Patrick Schwengers (TSV Travemünde)
  2. Christopher Horn (SSV Lunden)
  3. Fynn Kohn (Husumer Sportvereinigung)
     
2017    
  1. Franziska Wildfeuer (VfB Lübeck)
  2. Christopher Horn (SSV Lunden)
  3. Malte Gerhardt (Kieler MTV)
     
2016    
  1. Viatcheslav Paltchikov (TSV Eintracht Groß Grönau)
  2. Susann Kunkel (SV Eichede)
  3. Fynn Kohn (Husumer SV)
     
2015    
  1. Mirka Derlin (TSV Dahme)
  2. Susann Kunkel (SV Eichede)
  3. Tim Becker (FC Borussia Segeberg)
     
2014    
  1. Kai Voss (SV Großhansdorf)
  2. André Röpke (TSV Altenholz)
  3. Susann Kunkel (SV Eichede)
     
2013    
  1. Viatcheslav Paltchikov (TSV Eintracht Groß Grönau)
  2. Dr. Michael Mond (TSV Siems)
  3. Dennis Lübker (TuS Collegia Jübek)