U-14-Juniorinnen schaffen die Sensation
Schleswig-Holstein Fußballverbung

U-14-Juniorinnen schaffen die Sensation

Nach den Erfolgen der U-14-Juniorinnen bei den Norddeutschen Meisterschaften auf dem Feld und in der Halle gewannen die Mädchen des SHFV auch den Länderpokal in Duisburg und damit das „Triple“ in Deutschland. Mit drei Siegen gegen die Verbände aus Sachsen, Niederrhein und den Niederlanden und einem Unentschieden gegen den starken Verband aus Brandenburg siegten die Mädchen ungeschlagen mit zehn Punkten und 7:2 Toren vor der dominanten Ländermannschaft aus Holland.

Im ersten Spiel gegen Sachsen kam die SHFV-Auswahl schwer ins Spiel, da der Gegner in den ersten Minuten mit gutem Angriffspressing wenig Raum gewährte. Erst langsam gelang es den Schleswig-Holsteinerinnen, sich aus der Umklammerung zu befreien und das Spiel besser in den Griff zu bekommen. Immer wieder angetrieben durch die überragende Spielmacherin Livinia Seifert, Mittelfeldmotor Friederike Nagorny und die fleißige Aileen Tobiesen erarbeitete sich das Team gute Chancen durch Jette Zimmer, Svenja Paulsen und Elmira Demiri. Der laufstarken Stürmerin Elmira war es dann auch vorbehalten, nach tollem Alleingang das wichtige 1:0 (38.) zu erzielen. Trotz weiterer guter Gelegenheiten blieb es beim hochverdienten Endstand.

Im zweiten Spiel des nach dem „Hammes-Modell“ ausgetragenen Turniers ging es gegen den Verband aus dem Niederrhein. Selbstbewusst und engagiert wollten die Mädchen aus dem Norden den Gegner sofort unter Druck setzen und ein schnelles Tor erzielen, aber die Gegnerinnen vom Niederrhein wehrten sich und konterten einige Male gefährlich mit schnellem Direktspiel über die Seiten. Gut, dass die junge Torhüterin Anneke Klaas konzentriert einige Bälle hervorragend halten konnte und Gloria Adigo abermals der „Fels in der Brandung“ war. Der starken und vorbildlichen Mannschaftsführerin Friederike Nagorny war es vorbehalten, nach toller Einzelleistung das verdiente 1:0 (23.) zu erzielen. Auch in der zweiten Halbzeit wurde das gegnerische Tor unter Druck gesetzt und Spielmacherin Livinia Seifert erzielte das 2:0 (33.) nach herrlichem Alleingang und Linksschuss aus 16 Metern in den Winkel. Die agile und laufstarke Mittelstürmerin Elmira Demiri klaute schließlich durch freches Nachsetzen der verdutzten Torhüterin den Ball vom Fuß und schob zum 3:0 (40.) ins leere Tor ein. Trotz weiterer Torchancen durch die auffälligen Außenstürmerinnen Jette Zimmer und Svenja Paulsen blieb es beim hochverdienten 3:0.

Im dritten Spiel ging es gegen den starken Verband aus Brandenburg, der vorher die Spiele gegen Südbaden (3:1) und gegen die starken Bayern (1:0) gewonnen hatte. Dennoch wollten die Schleswig-Holsteinerinnen auch gegen Brandenburg offensiv auftreten. Durch eine starke Offensivleistung erarbeiteten sich die SHFV-Mädchen ein Übergewicht, immer wieder geschickt vom Mittelfeld eingesetzt spielten die starken Offensivkräfte die Brandenburger Defensive aus. Aber trotz guter Möglichkeiten wurde das wichtige 1:0 nicht erzielt. Besser die Brandenburgerinnen: Bei einer der wenigen Unaufmerksamkeiten fiel das 0:1 für die Brandenburgerinnen. Glücklicherweise ließen sich die Spielerinnen durch den Rückstand nicht entmutigen und spielten weiter offensiv nach vorne, so dass noch in der ersten Halbzeit, abermals durch Torjägerin Elmira Demiri, das wichtige 1:1 (20.) gelang. Die zweite Halbzeit wurde zum offenen Schlagabtausch auf beiden Seiten, aber die Viererkette um Gloria Adigo, Leonie Wichmann, Beke Sterner und Emma Jensen stand sicher – und wenn einmal ein Ball Richtung Tor flog, war auf die starke Torhüterin Mailin Wichmann Verlass. So blieb es beim letztlich verdienten 1:1, obwohl die Mädchen aus dem Norden in den letzten Minuten noch einige brenzlige Situationen zu überstehen hatten.

Durch das Unentschieden gegen Brandenburg sollte es am letzten Spieltag zum Endspiel gegen die starke holländische Mannschaft kommen, die bis dahin ihre Spiele souverän gewonnen hatte und die Tabelle mit neun Punkten und 9:0 Toren anführte. Da einige Mannschaften noch auf Tuchfühlung waren, musste das SHFV-Team unbedingt gewinnen, um eine Medaille zu holen. Mit Lotte Gerau und Fine Mattern kamen frische Kräfte in die Mannschaft. Konzentriert und selbstbewusst ging die Mannschaft in das Endspiel und attackierte den Gegner in der eigenen Hälfte. Kein Zweikampf wurde gescheut, alle kämpften wie die Löwen. Überrascht von dieser Dominanz traf Livinia Seifert nach frechem Alleingang das frühe 1:0 (9.). Aber es sollte noch besser kommen: Durch tolles Zweikampfverhalten in einer Eins-gegen-eins-Situation narrte die starke Stürmerin Svenja Paulsen ihre Abwehrspielerin, zog aufs gegnerische Tor und erzielte unter dem Jubel der Mannschaft und der vielen mitgereisten und lautstarken Eltern aus Schleswig-Holstein das vorentscheidende 2:0 (14.). Jetzt hieß es, weiter arbeiten – und wenn Gefahr drohte, war Gloria Adigo zur Stelle. In der zweiten Halbzeit wurden die Holländerinnen immer stärker und bedrängten das SHFV-Tor. Das 1:2 der Holländerinnen in der 32. Minute war dann der Weckruf, noch einmal alles zu geben. Das gegnerische Team drängte gefährlich auf den Ausgleich, aber dank etwas Glück und unbändigem Kampf blieb es beim 2:1. Durch das Unentschieden zwischen Mittelrhein und Brandenburg und den eigenen Sieg wurden die U 14 Länderpokalsieger 2016. Jetzt brachen alle Dämme, und unter dem Jubel der Eltern und Freunde nahmen Mannschaft und Trainerteam die Medaillen von U-15-Nationaltrainerin Bettina Wiegmann in Empfang.

Ein Traum wurde wahr für 16 tolle Mädchen, Trainer und Trainerin und den Physiotherapeuten. Die jahrelange gute Mädchen-Talentförderung in unseren Fußballkreisen, SHFV- und DFB- Stützpunkten sowie Auswahlmaßnahmen ab der U 11 hatten sich nun, zwei Jahre nach der U-14-Vizemeisterschaft, mehr als bewährt.

Livinia Seifert wurde unter dem Jubel ihrer Mannschaftskameradinnen zur besten Spielerin des Turniers mit einem Nationaltrikot geehrt. Neben Seifert dürfen sich weitere Spielerinnen über Einladungen zu DFB-Maßnahmen freuen: Mannschaftsführerin Friederike Nagorny, Elmira Demiri, Svenja Paulsen und Mailin Wichmann. Trainerin Sabine Jastrob, Physiotherapeut Michael Apsel und Verbandssportlehrer Dieter Bollow sind super stolz auf ihre tolle Mannschaft!

Folgende Spielerinnen waren für den Schleswig-Holsteinischen Fußballverband dabei:
Mailin und Leonie Wichmann (beide SG Trittau), Anneke Klaas (TSV Malente), Beke Sterner (TSV Friedrichsberg/Busdorf), Anna Ljuljic (SV Tungendorf), Emma Jensen (UF Eckernförde), Gloria Adigo (VfB Lübeck), Fine Mattern (SG Breitenburg), Friederike Nagorny (SV Preußen Reinfeld), Helen Bier (TSV Bargteheide), Jette Zimmer (SV Fortuna Glückstadt), Lotte Gerau (Büchen-Siebeneichener SV), Aileen Tobiesen (TSV Rot-Weiß Niebüll), Svenja Paulsen (TSV Vineta Audorf), Elmira Demiri (SpVg Eidertal Molfsee), Livinia Seifert (SV Eichede).

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