Schiedsrichterpraktikum bietet individuelle Vereinsberatung
Schleswig-Holstein Fußballverbung

Schiedsrichterpraktikum bietet individuelle Vereinsberatung

Fußballobmann Peter Beitsch (v.l.n.r.), Kassenwartin Nicole Themm, Jugendobmann Detlef Kortum, Ligaobmann Frank Behrens und Schiedsrichter Malte Plath nutzten das Angebot einer qualifizierten Vereinsberatung.

Immer mehr Fußballspiele in Schleswig-Holstein finden ohne Schiedsrichter statt. Tendenz steigend. Mittlerweile gibt es Regionen, in denen sogar die C-Jugend betroffen ist. Hier stehen sich Teenager gegenüber, die den Pflichtspielbetrieb oftmals unter Bolzplatzbedingungen bestreiten müssen. Kein Schiedsrichter, kein geregelter Ablauf, kein Spaß. Die Folge ist, dass Spieler und Trainer das Interesse verlieren und im schlimmsten Fall sogar aufhören, die Mannschaft abmelden. Wir wollen nicht schwarzmalen, aber die Entwicklung und dessen Ursachen aufzeigen. Fest steht, dass es für die unteren Spielklassen zu wenige Schiedsrichter gibt. Den Kennern der Branche ist der Paragraf 9 der SHFV-Spielordnung geläufig. Dieser regelt, wie viele Schiedsrichter ein Verein abstellen muss. Hat er zu wenig, folgen Ordnungsgelder und Punktabzüge. Die einstige Entwicklung des Paragrafen war ebenso richtig wie die Tatsache, dass er durch einen Arbeitskreis derzeit auf dem Prüfstand steht. Dennoch sollte allen Fußballfans im Land klar sein, dass eine Änderung des Paragrafen kein Allheilsbringer wäre. Die Schiedsrichtergewinnung bleibt ein Thema auf Vereinsebene.

Wer in den letzten drei Jahren das Schiedsrichterwesen in Schleswig-Holstein verfolgt hat, wird zwangsläufig auch auf das Schiedsrichterpraktikum gestoßen sein. Wie der Name schon sagt, dient es Interessenten dazu, Einblicke in die Welt der Schiedsrichter zu bekommen, um anschließend entscheiden zu können, ob man selbst Lust darauf hat und die Ausbildung absolvieren möchte. Es ist also das gleiche Prinzip wie bei einem Schülerpraktikum in einer Autowerkstatt oder beim Bäcker. Gefällt es mir, mache ich es, gefällt es mir nicht, bin ich um eine wertvolle Erfahrung reicher. Dass das Schiedsrichterpraktikum aber noch viel mehr zu bieten hat, wissen viele Vereinsfunktionäre noch nicht. Bei der Veranstaltung für Schiedsrichterbeauftragte im KFV Holstein, die Anfang November in Wankendorf stattfand, zeigten sich mehrere Teilnehmer überrascht und interessiert bezüglich des umfassenden Angebots.

Das Schiedsrichterpraktikum bietet neben dem klassischen Praktikum (YouTube: @Schiedsrichterpraktikum) auch qualifizierte Vereinsberatungen an. Diese sind erforderlich, weil es kein Patentrezept gibt. Schließlich ist jeder Verein einzigartig. Infrastruktur, Ressourcen und Status unterscheiden sich und verlangen demnach eine individuelle Betrachtung. Die Vereinsberatung beginnt mit der Kontaktaufnahme über www.schiedsrichterpraktikum.de und schaltet einen Analysepart vor. Hierzu füllen die Vereine einen Onlinefragebogen aus, der ebenfalls auf der Website unter dem Reiter „Vereine“ zu finden ist. Das Beratungsteam besteht aus Schiedsrichtern, die jahrelange Erfahrungen in der Vereinsarbeit haben. Die Angaben der Vereine werden anschließend ausgewertet und aufbereitet. Abschließend folgt ein Strategiegespräch mit ausgewählten Vereinsvertretern, in welchem die Ergebnisse und Maßnahmen besprochen werden. Ziel ist, dass die Maßnahmen schnell umsetzbar, mit maximal geringen Kosten finanzierbar und nachhaltig erfolgreich sind.

Drei Tipps für Vereine, die zunächst allein loslegen wollen:
1. Um Schiedsrichter zu gewinnen, muss bei den potentiellen Kandidaten Begeisterung entfacht werden. Es gilt, eine emotionale, aber authentische Ansprache zu wählen. Meistens gelingt das den leistungsorientierten und aufstrebenden Schiedsrichtern am besten.
2. „Schrotflintenwerbung“ war vorgestern. Ein Plakat als einziges Medium zu verwenden, ist nicht mehr zeitgemäß. Wichtig ist dort präsent zu sein, wo die Zielgruppe ist, und kontinuierlich, also mindestens monatlich, Werbung zu machen.
3. Die Rede ist natürlich von sozialen Medien. In den meisten Vereinen haben die ersten Herrenmannschaften und die meisten Frauenteams Facebook- und Instagramseiten. Diese haben häufig eine sehr hohe Reichweite, wodurch viele Leute angesprochen werden können. Schiedsrichtergewinnung ist Teamarbeit und die Nutzung dieser Medien somit unerlässlich.

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