Schiedsrichtergewinnung - eine kollektive Aufgabe
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Schiedsrichtergewinnung - eine kollektive Aufgabe

Im November stellten wir im SHFV-Magazin den § 9 der SHFV-Spielordnung vor und erklärten, wie unsere dänischen Nachbarn mit der Thematik umgehen. Zur Erinnerung: der § 9 regelt die Anzahl an Schiedsrichtern, die ein Verein pro Saison stellen muss. Demnach sind die Vereine in Schleswig-Holstein verantwortlich für die Schiedsrichtergewinnung. Allerdings gibt es zahlreiche Klubs, die nicht nur Probleme damit haben, ausreichend Unparteiische zu finden, sondern diese auch langfristig an das Amt zu binden. Es braucht neue Wege und Ideen. Nicht zuletzt die SHFV-Vorstandstreffs in Wasbek, Schenefeld und Malente haben deutlich gemacht, dass sich die Vereine Unterstützung von Verbandsseite wünschen. Dabei geht es nicht darum, die Verantwortlichkeit abzuwälzen, sondern gemeinsam zu schauen, wer sich an welcher Stelle wie einbringen kann. Im Rahmen des Schiedsrichterpraktikums (SRP), welches derzeit bei den Vorstandstreffs vorgestellt wird, gibt das Kompetenz-Team um Christian Meyer, Vincent Manthey und Dajinder D. Pabla erste Tipps für die Schiedsrichterarbeit auf Vereinsebene. Darüber hinaus können die Vereine auf verschiedene Werbematerialien, wie Logo, Plakat und Video, zurückgreifen und sie auf den eigenen Seiten einbinden.

Einbinden war auch das Stichwort der SHFV-Tagung für Öffentlichkeitsmitarbeiter (ÖMi) im Schiedsrichterwesen, die vorletzte Woche auf dem Sportgelände des TSV Bordesholm stattfand. Neben dem fachlichen und organisatorischen Austausch standen das Schiedsrichterpraktikum und seine Ausweitung auf alle Kreise im Fokus. Jeder Kreis hatte die Möglichkeit, bis zu zwei Teilnehmer zu schicken und darüber zu diskutieren, wie das SRP flächendeckend umgesetzt werden kann. „Wir wollen und müssen die Kreise einbinden, weil wir nicht die personellen Ressourcen haben, um im ganzen Land tätig zu sein“, sagt der Verantwortliche Dajinder Pabla. „Außerdem kennen sich die Kreisvertreter in ihren Regionen viel besser aus und können dort viel effizienter agieren.“ Thorsten Balsam, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses in Kiel, schlägt in die gleiche Kerbe: „Wir brauchen in jedem Kreis einen Ansprechpartner für das Schiedsrichterpraktikum. Ich bin sehr gespannt, wie das bei uns anläuft und was die anderen Kreise berichten werden.“ Spätestens bei der ÖMi-Tagung 2020 wird es ausreichend Zeit für den Erfahrungsaustausch geben.

Bis zur besagten Tagung gibt es allerdings noch einiges zu tun. Julia Niko, Schiedsrichterin im KFV Ostholstein, trägt ihren Teil dazu bei. Obwohl sie erst seit 2018 pfeift, fungiert sie als SRP-Beauftragte im Kreis. Sie sagt: „Ich finde das Schiedsrichterpraktikum optimal, weil es genau die Probleme bekämpft, die wir im Schiedsrichterwesen nun einmal haben. Dass ich selbst erst so kurz dabei bin, sehe ich als Vorteil. Ich weiß, wie sich die Praktikanten fühlen und kann sie gut unterstützen.“ Die 28-Jährige vom TSV Sarau ist zudem als Trainerin aktiv und weiß, wo die Probleme in den Vereinen liegen. Welchen Stellenwert die Vereine in der Schiedsrichtergewinnung haben, stellt Dajinder Pabla heraus: „Die Ehrenamtler im Verein haben den Draht zu den potentiellen Schiedsrichtern. Sie sind das entscheidende Sprachrohr. Wenn sie sich dem Thema öffnen und die wichtigsten Dinge umsetzen, profitieren alle davon. Denn eins steht fest: Schiedsrichtergewinnung gelingt nur im Kollektiv.“  Informationen für Vereine gibt es auf www.schiedsrichterpraktikum.de.

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