Personalentscheidungen im Schiedsrichterwesen
Schleswig-Holstein Fußballverbung

Personalentscheidungen im Schiedsrichterwesen

Macht Platz in der Regionalliga: Fynn Kohn überlässt Jannik Schneider seinen Platz als Schiedsrichter in der Regionalliga. Foto: Agentur 54 Grad

36 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sind für die kommende Saison in der Flens-Oberliga eingeplant – so viele wie noch nie. Als die Strukturreform 2017/18 Einzug hielt, wurde die Zielmarke auf 30 Unparteiische gesetzt. Bei acht Spielen pro Spieltag schien die Zahl mehr als ausreichend. In der kommenden Saison werden 18 Mannschaften an den Start gehen und somit neun Spiele pro Wochenende ausgetragen. Doch das ist nicht der Hauptgrund für die Aufstockung. Schon in den letzten Jahren zeigte sich, dass im Laufe einer Saison einiges passieren kann. So fielen Schiedsrichter beispielsweise aufgrund von Verletzungen für längere Zeit aus. Oder sie wurden vom NFV oder DFB für höhere Ligen angesetzt, was die Ansetzer ebenso vor Probleme stellte. Diese Ausfälle ließen sich nur kompensieren, indem andere einsprangen und zwei oder drei Spiele pro Wochenende pfiffen. Die Belastung nahm zu. Auch um diesen Trend zu stoppen, entschieden sich die Verantwortlichen für einen größeren Kader. Außerdem würde ein starres System die Förderung der Talente blockieren. Norbert Richter, Vorsitzender des SHFV-Schiedsrichterausschusses, erklärt: „Im Gegensatz zu den Mannschaften muss es bei den Schiedsrichtern nicht zwingend einen Absteiger geben. Wenn wir feststellen, dass alle eine gute bis sehr gute Saison gezeigt haben, wäre ein Abstieg nicht zu rechtfertigen. Trotzdem sollen Talente, die in der Landesliga kontinuierlich sehr gute Leistungen gezeigt haben, auch die Möglichkeit haben aufzusteigen.“

Christopher Horn vom KFV Westküste steigt zur neuen Saison als Assistent in die 3. Liga auf. Horn pfiff viele Jahre in den Jugendbundesligen, erst vor der letzten Spielzeit schaffte er den Sprung in die Regionalliga. Gemeinsam mit Patrick Schwengers (Schiedsrichter 3. Liga) und Fynn Kohn (Assistent 2. Bundesliga) ist er der dritte SHFV-Unparteiische im Profifußball. In der Regionalliga wird zukünftig Jannik Schneider (Kiel) zum Einsatz kommen und dort den Wahl-Hamburger Kohn ersetzen, der absprachegemäß aus der Regionalliga ausscheidet. Norbert Richter: „Fynn hat über Jahre seine Leistungen als Schiedsrichter in dieser Liga gebracht und sich etabliert. Dass er jetzt für einen jüngeren Kollegen uneigennützig Platz macht, ist ihm hoch anzurechnen und zeigt seinen großartigen Charakter.“ Jannik Schneider blickt auf drei Jahre Jugendbundesliga-Fußball zurück. Über ihn sagt Richter: „Jannik hat viel an sich gearbeitet und gezeigt, dass sein Potential noch nicht erschöpft ist. Die Regionalliga kommt für ihn zum richtigen Zeitpunkt.“

Weitere DFB-Aufsteiger sind Bela Bendowski (Lübeck) und Christian Meyer (Rendsburg-Eckernförde). Bendowski wird als Schiedsrichter in der A-Jugend-Bundesliga zum Einsatz kommen und Meyer, der bereits in der letzten Saison als Assistent in der B-Jugend-Bundesliga fungierte, in dieser Spielklasse künftig als Schiedsrichter unterwegs sein. Komplettiert wird das Trio von Steffen Schulze, der in seine zweite B-Jugend-Saison geht. Als Assistenten sind Jasper Albrecht (Schleswig-Flensburg), Claudius Böhnke (Stormarn) und Jan Mika Kröhnert (Kiel) neu dabei. Lukas Koch (Schleswig-Flensburg) und Sven Asmussen (Kiel) gehören weiterhin zum Assistenten-Kader.

Eine wichtige Säule bildet auch das Frauen-Quartett, welches seit Jahren vorbildliche Leistungen in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga zeigt. Weiterhin dort tätig sind Mirka Derlin (Ostholstein), Susann Kunkel (Stormarn) sowie Anna-Lena Heidenreich und Franziska Wildfeuer (beide Lübeck). Levke Scholz (Schiedsrichterin 2. Bundesliga), Sylvia Peters (Assistentin 1. Bundesliga) sowie Bianca Schultz und Jasmin Stuhr (beide Assistentinnen 2. Bundesliga und Letztgenannte auch Schiedsrichterin in der B-Juniorinnen-Bundesliga) vervollständigen das SHFV-Frauen-Team im DFB.
Bereits im Mai erklärte Norbert Richter, dass sein Ausschuss sich in diesem Jahr gegen sportliche Absteiger aus den SHFV-Spielklassen entschieden hat. Mit Florian Lisiak (Kiel) und Paul Günther (Westküste) wird es allerdings zwei Neulinge in der Oberliga geben und die Anzahl der LK1-Schiedsrichter somit auf 36 erhöht.

Text: Dajinder D. Pabla

Zurück