Das DFB-Mobil auf der Insel - ein Erfahrungsbericht
Schleswig-Holstein Fußballverbung

Das DFB-Mobil auf der Insel - ein Erfahrungsbericht

DFB-Mobil-Teamer Roman Schick zeigte bei jedem der drei Module vollen Einsatz - genau wie die Kids vom TSV Amrum.

In der 27. KW standen gleich zwei außergewöhnliche Mobil-Besuche auf meinem Einsatzplan. Zunächst ging es mittwochs in den Kieler Ortsteil Neumeimersdorf in die Sporthalle der Johanna-Mestorf-Grundschule. Dort wartete eine gemischte Gruppe der Kita am Dorfplatz auf mich, um mit mir eine Schnuppereinheit „Fußball“ zu absolvieren.

Bereits in der ersten Übungseinheit mit motivierenden Laufaufgaben zur vielseitigen Bewegungsförderung zeigten sich die Kids sehr engagiert und lernfähig, denn beim gegenseitigen Hemdentausch und anschließendem Stadionlauf brauchten sie nur eine Proberunde, um anschließend immer in das farblich richtige Stadion zu laufen.

Auch bei den anderen Übungseinheiten mit dem Ziel, den Fußball spielerisch kennenzulernen, stand der Spaß immer im Vordergrund, während beim  abschließenden Fußballturnier die Spielidee „Tore erzielen und Tore verhindern“  den Kids viele Erfolgserlebnisse brachte, die hoffentlich dazu beitragen werden, dass die herrlichste Nebensache der Welt, gemeinsam mit anderen im Team Fußball zu spielen, viel Spaß machen kann. Als Erinnerung an diesen besonderen Tag bekamen die Kids je eine Erinnerungsmedaille und die verantwortliche Erzieherin einen Fußball für weitere sportliche Aktivitäten. 

Am Sonntag folgte dann der bislang längste Einsatz in der Geschichte des DFB-Mobils. Zusammen mit Roman Schick aus Lübeck hieß unser Fahrtziel Nebel auf Amrum, um dort mit dem Nachwuchs des TSV Amrum drei altersgerechte Trainingseinheiten durchzuführen. Ab 06:00 Uhr starteten  wir bei herrlichem Sonnenschein das Unternehmen Amrum  und fuhren nach einer entspannten Überfahrt mit der „Schleswig-Holstein“ um 11:50 Uhr mit dem Mobil auf die Insel.

Dort erwartete uns schon unser Ansprechpartner Ralf Hoffmann, um uns den Weg zum Sportplatz in Nebel zu zeigen. Vor Ort liefen sich 10 G-Junioren  vor den Augen zahlreicher Eltern schon warm, so dass Roman nach kurzer Vorbereitung der Einheit auch gleich mit dem Bambini-Modul anfangen konnte. Die Kids zeigten sich von Beginn an sehr motiviert und absolvierten mit Begeisterung die einzelnen Übungseinheiten der in eine Geschichte eingebetteten Spielstunde.

Danach fand das Modul für die D- und C-Junioren statt. Neben den Junioren der beiden Altersklassen gesellten sich noch ein paar B- und A-Junioren dazu, so dass insgesamt 27 aktive Spieler und eine Spielerin an dieser Übungseinheit mit dem Schwerpunkt Passspiel und Koordination teilnahmen. Während ich zunächst mit allen Aktiven das gemeinsame Aufwärmen und die Koordinationsübungen durchführte, teilten wir für die Spielformen die Gruppe auf, um so zu gewährleisten, dass wir in kleinen Gruppen mit möglichst vielen Ballkontakten und auf 2 Feldern spielen konnten. Dabei stellten wir bei der Einbeziehung der  Außenspielern Defizite im Passspiel fest, so dass gerade diese Übungen im weiteren Training vertieft werden können, um so das Passspiel individuell und im Zusammenspiel deutlich zu verbessern. Im Abschlussspiel „Sieger bleibt“ entwickelte sich ein offensives Spiel mit vielen Toren und schnellen Wechseln der Mannschaften.  Auch diese Trainingseinheit ging für alle Beteiligten viel zu schnell vorbei.

Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer kleinen Stärkung stand zum Abschluss unseres Besuches das F-/E-Modul auf dem Plan. Insgesamt 14 F- und E-Juniorenspieler warteten gespannt auf die Übungen, die ich mit ihnen durchführte. Bereits bei den ersten Ballgewöhnungsübungen war erkennbar, dass hier eine gute Ausbildungsarbeit geleistet wird, denn für die Spieler war der Ball kein unbekanntes Wesen. Auch bei den folgenden  Passübungen und den  Spielformen bestätigte sich mein erster Eindruck. Mit einem Abschlussturnier endete gegen 17:50 Uhr sehr zum Leidwesen der Aktiven auch diese Einheit. 

Im abschließenden Trainergespräch ging es neben den vielen Fragen rund um das Kindertraining vorrangig darum, anhand der Entwicklungstabelle des DFB die Unterschiede in den Trainingsinhalten der verschiedenen Altersstufen deutlich zu machen. Auch dieses Gespräch hätte länger sein können, aber ein Blick auf die Uhr signalisierte uns, dass die bevorstehende Abfahrtzeit der letzten Fähre zum Festland um 18:15 Uhr näher rückte. Mit einem herzlichen „Danke schön“ für die willkommene Abwechselung im Inselfussballalltag verabschiedeten uns die Trainer auf die lange Heimreise. Sie verbanden mit ihren Dank auch die Hoffnung auf einen weiteren Besuch auf der Insel vielleicht im nächsten Jahr.

Pünktlich um 18:15 Uhr legte die „Schleswig-Holstein“ in Wittdün ab und brachte uns zurück auf das Festland nach Dagebüll. Von dort aus erreichten wir gegen 23:00 Uhr unsere Heimatorte. Damit endete ein außergewöhnlicher Mobilbesuch, der einerseits zwar sehr anstrengend, andererseits aber durch die engagierten Spieler und Trainer mit sehr viel Spaß und Freude verbunden war. Gerade diese Begegnungen machen den besonderen Reiz des Mobils aus. Deshalb würde ich eine solche Tour immer wieder gerne fahren, zumal Amrum mit, aber auch ohne Fußball immer eine Reise wert ist, auch wenn wir aus zeitlichen Gründen nur wenig von den Schönheiten der Insel sehen konnten. 

Bericht von Lothar Rath, DFB-Mobilteamer

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