Bolzplatzkind des Monats: Heiko Ohff
Schleswig-Holstein Fußballverbung

Bolzplatzkind des Monats: Heiko Ohff

Heiko Ohff ist 49 Jahre alt und wohnt in Kiel. Der in Mölln geborene Objektberater machte nach der Realschule eine Ausbildung zum Installateur- und Heizungsbaumeister und wurde danach Betriebswirt des Handwerks. Er ist der Mann, auf den am Sonntag alle warten. Denn ohne ihn würde das Spiel in der Kreisliga keinen Spaß machen. Wir zollen ihm großen Respekt, denn er braucht für die Leitung eines Fußballspiels ein sehr dickes Fell und eine hohe Auffassungsgabe. Wir wollten etwas mehr von dem Amateur-Schiedsrichter erfahren.

Heiko, du bist Schiedsrichter beim SHFV. In welchen Ligen pfeifst du so?
Ich leite Senioren-Spiele bis zur Kreisliga in Kiel, Jugendspiele bis zur Landesliga. Als Assistent bin ich bei Partien bis zur Landesliga im Einsatz.

Was sind deine größten Herausforderungen bei der Leitung einer Partie?
Puh, das ist schwer zu sagen. Es ist total abhängig von den Mannschaften. Und von der Klassenzugehörigkeit. Generell versuche ich die Spiele laufen zu lassen, wir wollen ja schließlich kicken. Wer mich in Ruhe lässt, den lasse ich auch in Ruhe.

Wo liegen die Unterschiede bei Jugend- und Seniorenspielen?
Viele Jugendspieler sind heute deutlich besser, als ich es jemals war. Die Jugendlichen und auch die Kinder haben Übersicht und Geduld am Ball und können den besser postierten Mitspieler sehen. Schwierig wird es, wenn die Eltern mit dabei sind und ihre Kinder unsportlich anstacheln. Dann muss man manchmal auch noch die Eltern „erziehen“.

Pfeifst du auch Frauenfußball und unterscheidet sich die Kommunikation der Spielerinnen dir gegenüber von der des Herrenfußballs?
Spiele von Frauenmannschaften zu leiten ist eine tolle und einfache Aufgabe. Die Mädels sind eher darauf bedacht, Fußball zu spielen. Wenn sie mal ein Foul spielen, wird sich gleich entschuldigt. Das hat man bei den Herren eher nicht. Aber wenn mal gemeckert wird, dann geht es richtig zur Sache!

Hast du dir gegenüber schon mal körperliche Gewalt erfahren in einem Spiel?
Nein, noch nie. Ich habe mal ein Spiel abgebrochen. Da wurde ich aber nicht angegangen. Es war auch keine körperliche Gewalt im Spiel, sondern eine Drohung.

Wie gehst du mit Fehlentscheidungen um?
Ich mache keine Fehler! Ich bin unfehlbar. Nein, im Ernst: wenn ich einen Fehler mache, dann stehe ich auch dazu. Im Spiel kann man meistens darauf reagieren, solange die Partie noch nicht fortgesetzt wird. Zum Beispiel, wenn man ein Abseits pfeift, obwohl ein Verteidiger noch am Torpfosten steht. Dann gibt es einen Schiedsrichter-Ball und die Mannschaft bekommt den Ball zurück. Wenn man ein Spiel allein leitet, ist es natürlich schwieriger, alles richtig zu machen. Da ist man dann sehr auf seine eigene Wahrnehmung beschränkt. Mit Assistenten hat man es dann schon leichter. Ich habe, dank der besten Ehefrau der Welt, seit Anfang 2019 ein Schiedsrichter-Headset. Damit kannst du deine Entscheidungen mit den Assistenten absprechen. Mit dem Headset teilt mir mein Assistent dann schon gleich einen Fehler mit, sodass ich reagieren kann.

Wie hältst du dich körperlich fit für die Spiele, oder brauchst du kein Training?
Ich gehe zweimal in der Woche zum Kiesertraining, um die Muskulatur zu stärken. Laufen wäre toll, aber das schaffe ich nie wirklich regelmäßig.

Wie kam es dazu, dass du Schiedsrichter werden wolltest?
Ich habe erst spät angefangen, im Verein Fußball zu spielen. Der große Könner war ich nie. Irgendwann hat Thomas Kock vom SV Borussia Möhnsen mir von der Aufgabe eines Schiedsrichters berichtet. Das hat in mir die Lust geweckt und ich wurde Schiedsrichter. Das erste Spiel zu leiten, war schon sehr aufregend. Plötzlich war ich der eine auf dem Platz, der die Regeln kennt und umsetzen soll.

Was wünscht du dir für das Schiedsrichterwesen im Amateurfußball?
Dass es mehr Schiedsrichter gibt. Das ist das coolste Hobby der Welt. Außerdem wünsche ich mir, dass die Spieler uns Schiedsrichter genauso respektieren, wie sie es von uns Schiedsrichtern einfordern.

Über das Label „Bolzplatzkind"

„Bolzplatzkind" ist ein junges Fashionlabel, das es sich zur Aufgabe macht, den Geist des Bolzplatzes in die weite Welt zu tragen. Du warst früher jeden Tag mit Deinen Kumpels auf dem Bolzplatz? Oder auch mal alleine, um Tricks zu üben? Was das bedeutet, versteht nur derjenige, der es selbst erlebt hat. Zeig der Welt, dass Du ein Bolzplatzkind bist. Mit der Fashionkollektion von „Bolzplatzkind".

Gründer Henoch Förster ist im beschaulichen Kasseburg (Herzogtum Lauenburg) aufgewachsen und ging dort sehr früh mit seinen beiden älteren Brüdern auf den Bolzplatz. Der Fußball steht für den heutigen Hamburger nach wie vor an erster Stelle.

„Beim Fußball kann man abschalten, Probleme vergessen, Stress abbauen. Allein mal ein paar Stunden ohne Smartphone sind in der heutigen Zeit extrem viel wert. Wenn Du auf dem Bolzplatz stehst, bist du wieder dieser kleine Junge, der den Moment genießt und auf das Tor schießt, bis die Sonne untergeht", so der Gründer.

Das Label bietet Klamotten, Caps und Accessoires für Frauen, Männer und Kinder an. Hier geht's zum Shop: https://www.bolzplatzkind.com/

(Quelle: Bolzplatzkind)

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