„Beckenbauer war einer der Nettesten“
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„Beckenbauer war einer der Nettesten“

Erika Höpfner im Kreise ihrer Kollegen vor dem alten Haupteingang der Sportschule Malente. Zu ihrer Verabschiedung war auch Hans-Hermann Sütel (li.), ehemaliger Schatzmeister des SHFV, angereist.

34 Jahre lang arbeitete Erika Höpfner für den SHFV in der Verbandssportschule Malente, wohnte mit ihrem Mann Karl-Heinz, dem Hausmeister der Sportschule, zeitweise auf dem Gelände. Im heutigen Uwe Seeler Fußball Park kennt sie jeden Winkel. Am vergangenen Donnerstag verabschiedeten die SHFV-Geschäftsführung und die Kollegen die langjährige Mitarbeiterin in den verdienten Ruhestand. Im Interview erinnert sich die 65-Jährige an feucht-fröhliche Schiedsrichtersitzungen, liebe Kollegen und Nationalspieler in ihrer Badewanne.

 

Frau Höpfner, 34 Jahre haben Sie in der Sportschule Malente bzw. im Uwe Seeler Fußball Park gearbeitet – worauf blicken Sie am liebsten zurück?

Die Besuche der Nationalmannschaft waren natürlich absolute Höhepunkte. Aber auch etwa die vom Ex-SHFV-Schatzmeister Hans-Hermann Sütel organisierten Traditionstreffen des VfB Kiel oder die Sitzungen der Schiedsrichter früher waren immer etwas Besonderes – die dauerten nicht selten bis in die Morgenstunden, da haben auch mein Mann und ich mal einen Schnaps mitgetrunken. Toll war auch, dass ich die beiden Besuche des HSV im letzten Jahr noch mitmachen konnte, Bruno Labbadia und die Spieler waren sehr nett – das waren auch für meinen Sohn und meine Enkeltochter als große HSV-Fans Highlights. Und natürlich bleiben einem die Kollegen in Erinnerung. Mit Frau Schulz und Herrn Jespersen zum Beispiel habe ich viele Jahre zusammengearbeitet, das schweißt zusammen. Von allen Verbandssportlehrern war mir Michael Prus der liebste – ein ganz ruhiger, angenehmer Mensch.

Wie würden Sie Ihre Tätigkeit über die ganzen Jahre beschreiben, was waren Ihre Aufgaben?

Eigentlich war ich das „Mädchen für alles“. Ich habe mich zum Beispiel um die Wäsche oder die Zimmerreinigung gekümmert, auch bei den zahlreichen Umbauten habe ich immer Hand angelegt. Mein Mann und ich betrieben eine kleine Verkaufsstelle – wenn wir ins Bett gingen und eine Sitzung noch andauerte, konnten sich die Gäste Getränke aus dem Kühlschrank nehmen und das auf einer Strichliste eintragen, nach der wir später abgerechnet haben – das hat fast immer reibungslos geklappt. Nach dem Tod meines Mannes war ich auch diejenige, die am Ende des Tages überall noch mal nach dem Rechten geschaut hat.

Sie haben mehrere Besuche der Nationalmannschaft miterlebt – welchen Eindruck haben die Trainer und Spieler hinterlassen?

Franz Beckenbauer war einer der Nettesten – der hatte immer einen freundlichen Spruch auf den Lippen, hat morgens immer gefragt: „Na, habt’s gut geschlafen?“. Karl-Heinz Rummenigge mochte ich eigentlich als Spieler, aber als er hier war, fand ich ihn eingebildet. Mein „Liebling“ war Andreas Brehme – einmal wollte ich ein Foto von ihm machen, aber er hatte nur ein Badehandtuch um die Hüften, da hat er dann aus Spaß so knapp bekleidet posiert.

… ein Nationalspieler landete mal in Ihrer Badewanne …

Ja, Thomas Berthold sollte eine Erkältung auskurieren. Die Verantwortlichen der Nationalmannschaft fragten nach einer Badewanne – mein Mann und ich hatten in unserer Hausmeisterwohnung die einzige auf dem ganzen Gelände, da haben wir ihn einfach kurzerhand in unserer Wanne baden lassen.

Bei all den schönen Erinnerungen an die Sportschule – wie stellen Sie sich Ihre Zukunft ohne die Arbeit vor?

Ich habe einen Sohn und zwei Enkelkinder, die Familie ist mein größtes Hobby. Deshalb freue ich mich auf freie Wochenenden – da hatten wir in den vergangenen Jahren ja auch viel zu tun. Mit meinem großen Bekanntenkreis unternehme ich viel, zum Beispiel Busreisen. Außerdem koche und backe ich gerne. Langweilig wird mir so schnell nicht werden. Und letztlich wohne ich nur zwei Straßen vom Uwe Seeler Fußball Park entfernt – da kann ich ja immer mal vorbeischauen.

Der SHFV bedankt sich bei Erika Höpfner für ihr langjähriges, beispielloses Engagement und wünscht alles Gute für den Ruhestand!

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