2011
Schleswig-Holstein Fußballverbung

Ergebnisse

Vorrunde

Gruppe A

 Holstein Kiel - Flensburg 08 6:0
 SV Todesfelde -SV Eichede 4:1
 Holstein Kiel - SV Eichede 3:2
 Flensburg 08 - SV Todesfelde 0:1
 SV Todesfelde - Holstein Kiel 1:3
 SV Eichede - Flensburg 08 2:2
1. Holstein Kiel 12:3 9
2. SV Todesfelde 6:4 6
3. SV Eichede 5:9 1
4. Flensburg 08 2:9 1

Gruppe B

 VfB Lübeck - FC Sylt 1:3
 VfR Neumünster - Heikendorfer SV  0:3
 VfB Lübeck - Heikendorfer SV 4:1
 FC Sylt - VfR Neumünster 2:3
 VfR Neumünster -VfB Lübeck 2:4
Heikendorfer SV - FC Sylt  1:1
1. VfB Lübeck 9:6 6  
2. FC Sylt 6:5 4  
3. Heikendorfer SV 5:5 4  
4. VfR Neumünster 5:9 3  

Halbfinale

 Holstein Kiel - FC Sylt 2:1  
 VfB Lübeck - SV Todesfelde 4:0  

Finale

 Holstein Kiel - VfB  Lübeck 3:4  

VfB Lübeck dreht historisches Endspiel beim 13. Hallenmasters

Dank einer historischen Aufholjagd (4:3 nach 1:3-Rückstand) im Endspiel gegen Holstein Kiel, sicherte sich der VfB Lübeck den Titel beim 13. SHFV-Hallenmasters. Mit den Regional- ligisten standen zwar die Favoriten im Finale auf dem (Kunst-)Rasen, den Ton in der Halle gaben aber die Fangemeinden aus Heikendorf und Todesfelde an...

Wieder waren 8.000 Zuschauer in die Kieler Sparkassen-Arena gekommen, um zu sehen, ob Rekord-Hallenlandesmeister Holstein Kiel den vierten Sieg in Serie einfahren würde. Und die Störche zeigten in der Gruppe A von der ersten Minute an, dass sie das heimische Publikum nicht enttäuschen wollten. Der 6:0-Auftakterfolg gegen Flensburg 08 nach dem atemberaubenden Eröffnungsfeuerwerk und die Siege gegen den SV Eichede (3:2) und den SV Todesfelde (3:1) bedeuteten den souveränen Gruppensieg. Wer in der Gruppe einen offenen Kampf um Platz Zwei erwartet hatte, sah sich allerdings getäuscht. Angetrieben von über 500 Fans aus der Heimat, die einen blau-gelben Block in der Arena bildeten, sicherte sich der SV Todesfelde bei seiner Premiere bereits nach zwei Spielen das zweite Halbfinalticket. Die Siege gegen den SV Eichede (4:1) und Flensburg 08 (1:0) bedeuteten gleichzeitig das Aus für die anderen beiden Schleswig-Holstein-Ligisten, die sich im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel die Punkte teilten.

In der Gruppe B ging es dafür umso spannender zu. Die vermeintlichen Favoriten VfB Lübeck (1:3 gegen FC Sylt) und VfR Neumünster (0:3 gegen Heikendorfer SV) verloren ihre Auftaktspiele klar, um in ihrer jeweils zweiten Partie eindrucksvoll ins Turnier zurückzukommen. Der 4:1-Erfolg des VfB gegen Heikendorf und der 3:2-Sieg der Veilchen gegen Sylt sorgten für eine interessante Konstellation vor dem letzten Spieltag, denn alle Teams hatten jeweils drei Punkte auf der Habenseite. Als Erstes mussten dann jedoch die Rasensportler aus Neumünster die Segel streichen, da sie dem VfB Lübeck bei der 2:4-Niederlage am Ende verdient unterlegen waren. Im letzten Vorrundenspiel führten die Lokalmatadoren aus Heikendorf lange mit 1:0 gegen das Sylter Starensemble, ehe diese noch den Ausgleich erzielen und sich somit für das  Halbfinale gegen Holstein Kiel qualifizieren konnten. Letztendlich fehlte den Heikendorfern, die von fast 700 Fans lautstark angefeuert und nach der Vorrunde ausgiebig gefeiert wurden, nur ein einziges Tor für das Semifinale.

In beiden Halbfinals sollten die Regionalligisten als Gruppensieger jeweils auf den Turnierneuling der anderen Gruppe treffen. Die Störche hatten es zunächst mit dem FC Sylt zu tun, bei dem am Abend übrigens vier Ex-Kieler im Kader standen. So war es dann auch Ex-Storch Matthias Hummel, der die Führung vom späteren Torschützenkönig Marc Heider egalisieren konnte. Holstein kam aber zurück und abermals durch Heider zum letztendlich verdienten 2:1-Erfolg. Im zweiten Halbfinale hatte der VfB Lübeck überraschend wenig Mühe gegen den SV Todesfelde. Durch Tore von Cornelius, Gebers, Meyer und Zekiri konnten die Grün-Weißen einen ungefährdeten 4:0-Erfolg und somit die erste Endspielteilnahme nach 2001 perfekt machen.

Das Endspiel zwischen den beiden sportlichen Rivalen - diese Paarung hatte es in einem Finale erst einmal 1999 gegeben - wurde dann zu einem echten Krimi. Nach zehn Minuten führten die Störche in einem umkämpften, aber jederzeit fairen Finale mit 2:1 - 2x Kevin Schulz für Kiel und Danny Cornelius für Lübeck hatten getroffen. Als Marc Heider mit seinem 8. Turniertreffer drei Minuten vor Schluss auf 3:1 erhöhte, schien das Spiel entschieden und der vierte Masters-Titel der Landeshauptstädter in Folge perfekt. Doch dann zeigten die Grün-Weißen auch auf dem Kunstrasen den Kampfgeist, der sie schon im gesamten Kalenderjahr 2010 in Regionalliga und Pokal ausgezeichnet hatte. Nach Marcus Steinwarths Anschlusstreffer drehte das von Co-Trainer Ingo Popp gecoachte Team noch einmal richtig auf und kam durch Marcello Meyer zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. Der Regionalliga-Dritte hatte zu diesem Zeitpunkt viele der neutralen Zuschauer auf seine Seite gezogen, gab sich aber auch mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Fünfzig Sekunden vor Schluss wurden die Hansestädter für ihren Siegeswillen belohnt, als Domagoj Duspara zum viel umjubelten 4:3-Siegtreffer einnetzte und dem VfB den ersten Masters-Titel seit 2000 sicherte. Die Freude bei Mannschaft und Betreuerstab war entsprechend groß, als Kapitän Nourreddine Semghoun den Sinalco-Sieger-Scheck über 5.000 Euro und den Masters-Pokal entgegennahm.

Freuen durfte sich an diesem Abend aber nicht nur der VfB Lübeck, sondern auch die Trinkwasserinitiative "Viva Con Agua" aus St. Pauli. Diese hatte für das Hallenmasters eine Allstar-Truppe zusammengestellt mit ehemaligen BL-Profis wie Patrick Borger (FC St. Pauli), Marvin Braun (u.a. VfB Stuttgart) und "Wir sind Helden"-Bassist Mark Tavassaol, die in der Pause nach der Vorrunde gegen eine schleswig-holsteinische Medienauswahl antrat. Unter den Journalisten waren u.a. die R.SH-Moderatoren Volker Mittmann und Nils Söhrens und die NDR-Moderatoren Rudi Dautwiz und Stefan Brasse, die sich ebenso wie weitere Kollegen aus dem Bereich der Printmedien freiwillig für dieses Benefiz-Spiel gemeldet hatten. Im Rahmen des Spiels wurde eine Los- und Spendenaktion für ein  Trinkwasserprojekt in Ughanda organisiert, in deren Rahmen allein 4.000 Euro eingenommen werden konnten. Weitere 1.000 Euro spendeten spontan NordwestLotto (700 Euro) und der SHFV (300 Euro).

Wer am gestrigen Samstagabend nicht zu den 8.000 Zuschauern bei diesem ereignisreichen und historischen 13. SHFV-Hallenmasters zählen konnte, muss sich aber nicht ärgern. Denn am heutigen Sonntag geht es ab 11.00 Uhr weiter in der Sparkassen-Arena mit hochklassigem Frauenfußball, wenn sich beim SHFV-Nordcup die Fußballelite Deutschlands misst. So werden die beiden schleswig-holsteinischen Zweitligisten FFC Oldesloe und Holstein Kiel ihre Top-Form bringen müssen, wenn sie gegen die zukünftigen Stars der WM2011 von Champions-League-Sieger Turbine Potsdam, Pokalsieger FCR 2001 Duisburg und Bundesligist Hamburger SV bestehen wollen. Das Teilnehmerfeld wird komplettiert vom dänischen Erstliga-Spitzenteam IK Skovbakken Aarhus, die wie Duisburg zum ersten Mal in Kiel an den Start gehen. Karten für den 4. SHFV-Nordcup gibt es noch am Ticketcenter der Sparkassen-Arena für 7 € (5 € ermäßigt für U16-Jugendliche) bei freier Platzwahl. Wir würden uns freuen, Sie in der Sparkassen-Arena begrüßen zu dürfen.