Schleswig-Holstein Fußballverbung

Engagement für Flüchtlinge

Kicken und Kontakte knüpfen

Trainieren, austoben und Kontakte knüpfen: In einem Gemeinschaftsprojekt von Itzehoer Sportverein (ISV) und Regionalem Berufsbildungszentrum (RBZ) spielen jugendliche Flüchtlinge Fußball - und lernen nebenbei die deutsche Sprache. „Unser Ziel ist es, dass die noch wenig Deutsch sprechenden Schüler sich dadurch vielleicht auch in einem Verein integrieren“, sagt Dr. Reinhold Wenzlaff, der erst kürzlich wegen seines herausragenden Engagements bei der Integration von Flüchtlingen mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet wurde.

Umso erfreuter zeigte sich der Pädagoge, in dem Schenefelder B-Lizenz-Trainer Michael Brucherseifer einen geeigneten Partner gefunden zu haben. Jeweils dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr stellt der ISV ihm und den jungen Fußballtalenten nicht nur seinen Platz am Lehmwohld zur Verfügung, sondern auch alle benötigten Trainingsinstrumente. „Im Vereinsheim haben wir zudem die Möglichkeit, bei schlechtem Wetter etwas für unsere fußballerische Weiterbildung zu tun“, sagt Brucherseifer. Dabei könnten gleichzeitig Sprachbarrieren abgebaut werden.

Die derzeit bis zu 30 Schüler versuchen sich auch während der Trainingseinheit irgendwie in deutscher Sprache zu verständigen. Besonders aufgefallen sei dem Trainer seit dem Trainingsbeginn vor knapp drei Wochen, dass alle Flüchtlinge - egal welcher Herkunft - top motiviert und mit sehr viel Freude dabei seien. Grund genug für Brucherseifer, einen Antrag an die Egidius Braun Stiftung zu stellen. „Diese DFB-Stiftung unterstützt partnerschaftlich mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie mit Unterstützung der Nationalmannschaft im Rahmen eines neuen Sonderprojekts innerhalb der Initiative „Kinderträume“ engagierte Fußballvereine jeweils einmalig mit einer Starthilfe in Höhe von 500 Euro“, erklärt der Trainer, der einen Teil der Summe in einen Satz Trikots investierte. „So haben wir auch die Möglichkeit, den Wunsch unserer zwischen 16 und 19 Jahren alte Schüler mit dem Austragen von Freundschaftsspielen nachzukommen“.

Als Vorsitzender des ISV 09 schätzt sich Manfred Koplin glücklich, dem RBZ mit der Bereitstellung des Kunstrasens helfen zu können. „Wir sind daher auch ein wenig stolz, damit einen kleinen Beitrag zur Unterstützung und Integration von Flüchtlingen leisten zu können“, so Koplin. Es sei schließlich wichtig, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, einer sportlichen Beschäftigung nachzugehen, sich beim Spiel austoben zu können und dadurch vielleicht vorhandene Traumata verdrängen oder gar in Vergessenheit geraten zu lassen. „Darüber hinaus ist es eine Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, Freundschaften zu schließen und sich dadurch leichter in die neue Gesellschaft einzuleben“. Dr. Reinhold Wenzlaff betont: „Ohne die Unterstützung des Trainers, des ISV sowie der Unterstützung des Vereinsheims-Ehepaares Andrea und Andre Rosenkranz wäre diese Aktion gar nicht möglich.“ Auch einheimische Schüler sind zum Training eingeladen, um die Integration zu fördern.

Interessierte Vereine oder Hobby-Fußballer können sich bei Interesse mit Michael Brucherseifer unter der Telefonnummer 04892/1284 oder per E-Mail unter kisi.sh@web.de in Verbindung setzen.

Text: Kristina Mehlert

Die Flüchtlingszahlen in der Bundesrepublik Deutschland nehmen aufgrund der weltpolitischen Situation in den letzten Monaten stetig zu. Das Bemühen um die bei uns ankommenden Flüchtlinge ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, derer sich auch die „Fußballfamilie“ widmet.

Die DFB-Stiftung Egidius Braun unterstützt partnerschaftlich mit Aydan Özuguz, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, sowie mit zusätzlicher Unterstützung der Nationalmannschaft im Rahmen eines neuen Sonderprojekts innerhalb der Initiative „Kinderträume“ in den Jahren 2015 bis voraussichtlich 2019 engagierte Fußballvereine jeweils einmalig mit einer Starthilfe in Höhe von 500 Euro.

„1:0 für ein Willkommen“ – Informationen zur Flüchtlingsinitiative

Gemeinsam mit Staatsministerin Aydan Özoguz sowie mit zusätzlicher Unterstützung der Nationalmannschaft hat die DFB-Stiftung Egidius-Braun allein im Jahr 2015 1.413 Fußballvereine für ihr Engagement um Flüchtlinge unterstützt.

Um die Vielzahl der Anträge zeitnah bearbeiten zu können, bitten wir interessierte Fußballvereine um die Beachtung folgender Hinweise:

Innenminister Stefan Studt und Klaus Schlie, Präsident des Landtages überreichten im vergangenen Sommer beim Flens Cup die ersten Schecks an engagierte Vereine.

1. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage unbedingt vollständig die nachfolgenden Kontaktdaten an:

  • Name des Vereins
  • DFB-Landesverband
  • Postanschrift (zwingend erforderlich)
  • Ansprechpartner
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse

2. Die Antragstellung ist grundsätzlich formlos per E-Mail an info@egidius-braun.de möglich oder postalisch an die Stiftungs-Geschäftsstelle zu richten. Die Anfragen werden im Rahmen einer Einzelfallprüfung geprüft. Die Entscheidung über eine Förderung obliegt den zuständigen Stiftungsgremien.

3. Bitte schildern Sie das konkrete Wirken Ihres Vereins möglichst kurz und prägnant. Beispiele für ein förderungswürdiges Engagement sind insbesondere:

  •  ein offenes Spielangebot auf dem Vereinsgelände
  •  die Verabredung einer speziellen Schulpartnerschaft
  •  eine kostenfreie Mitgliedschaft im Verein
  •  die Bereitstellung von Trainingstextilien
  •  die Integration in die regulären Vereinsmannschaften
  •  die Organisation von Sprachkursen oder ähnlichen Betreuungsangeboten
  •  ein Engagement in Gemeinschaftsunterkünften
  •  die Begleitung bei Behördengängen
  •  die Organisation von Fahrdiensten aus den Unterkünften in den Verein o. ä.
  •  Besuche in Übergangswohnheimen