Schleswig-Holstein Fußballverbung

FAQ - Oft gestellte Fragen

Der SHFV spielt ab der Saison 2013/14 in 10 Kreisfußballverbänden in allen F-Junioren-Staffeln nach den Regeln der Fair-Play-Liga und hat seit mehreren Jahren Erfahrungen mit diesen Bestimmungen. Nachfolgend werden oft gestellte Fragen (FAQs) beantwortet:

Welche Regeln gelten in der Fair-Play-Liga (FPL)?
Die Regeln des Kinderfußballs finden uneingeschränkt Berücksichtigung (u.a. Foulspiel, Handspiel).

Welche Durchführungsbestimmungen beinhaltet die Fair-Play-Liga (FPL):
Die FPL ist durch drei Rahmenbedingungen gekennzeichnet:
1. Schiedsrichter-Regel – die Kinder achten eigenständig auf die Einhaltung der bekannten Regeln; es gibt keinen Schiedsrichter.
2. Trainer-Regel – die beiden Trainer der Teams begleiten das Spiel gemeinsam aus der Coaching-Zone an der Mittellinie; sollten die Kinder Regelverstöße nicht selbst ahnden, erklären die Trainer nach Abstimmung untereinander den Regelverstoß und korrigieren die Spielfortführung regelkonform. Die Trainer geben nur die nötigsten Anweisungen.
3. Fan-Regel – Die Fans haben einen Mindestabstand zum Spielfeld von mindestens 15 Metern einzuhalten. Eine direkte Einflussnahme der Zuschauer auf das Spiel soll unterbunden werden.

Welche Ziele werden durch die FPL verfolgt?
Sportlich sollen die Kinder ohne Druck durch Trainer oder Zuschauer Erfahrungen im Spiel sammeln und durch eigene Erfahrungen ideale Lösungen für verschiedene Spielsituationen finden. Dies führt laut Experten dazu, daß die Kinder optimale Lösungswege verinnerlichen.
Dagegen sind von außen gesteuerte – durch Trainer und Zuschauer zugerufene – Lösungen nicht nachhaltig, da die Kinder in diesen Fällen Grund und Folge Ihres Verhaltens selbst nicht miteinander verknüpfen; sie setzen einfach Aufforderungen Dritter um.

Durch die Umsetzung der Fair-Play-Liga-Bestimmungen sollen Kinder im Fußball von Beginn an Eigenverantwortung für das eigene Spiel übernehmen. Mittelfristig sollen Sozialkompetenzen wie Respekt, Selbstverantwortung, Gerechtigkeitssinn, Selbstbewusstsein und Selbstkritik durch die Spielform verstärkt entwickelt werden. Dazu bedarf es der begleitenden Förderung dieser Kompetenzen durch den Trainer.

Sind die Kinder überhaupt schon in der Lage, die Regeln eigenständig einzuhalten?
Im Kinderfußball finden vereinfachte Fußballregeln Anwendung. Beispielsweise werden Abseitsstellungen nicht geahndet. Die Entscheidungen Einwurf, Abstoß und Ecke können die Kinder ohne Probleme treffen – häufig sogar deutlich besser als etwaige Schiedsrichter mit einer schlechteren Perspektive. Auch Foulspiele können die Kinder erfahrungsgemäß schnell regelkonform einordnen – hier bedarf es ggf. noch Hinweisen durch die Übungsleiter im Training. In Einzelfällen sollen notfalls die beiden Trainer aus der Coaching-Zone nach kurzer Abstimmung die Einhaltung der Regeln sicherstellen.

Ist die Spielform der Fair-Play-Liga auf allen Fußballfeldern umsetzbar?
Einziges äußerliches Erkennungsmerkmal der FPL ist der Mindestabstand der Zuschauer zum Spielfeld. Dieser Abstand ist auf jedem Fußballplatz problemlos umsetzbar. Nähere Informationen mit Skizzen finden Sie auch unter www.shfv-kiel.de.

Für welche Altersklassen ist die Fair-Play-Liga gedacht?
Die FPL richtet sich an die Altersklassen im Kinderfußball, also an Bambini, F- und E-Junioren. Der SHFV plant diese Spielform flächendeckend im F-Jugendbereich einzuführen. Ob darüber hinaus auch im E-Juniorenbericht nach den Regeln der FPL gespielt werden soll, entscheiden die Kreisfußballverbände selbst.

Wie ist mit Eltern umzugehen, die die Fair-Play-Liga kritisch sehen?
Grundsätzlich sind Eltern zu Beginn einer Saison in Besprechungen über die Ziele des Kinderfußballs im Verein zu informieren. Die 10 Goldenen Regeln des Kinderfußballs sollten den Eltern vermittelt werden:
Die Eltern müssen informiert sein, was ihr Kind im Rahmen der bevorstehenden Saison im Kinderfußball erwartet. Nur durch eine umfassende Information zu Saisonbeginn sind Konflikte aufgrund unterschiedlicher Erwartungshaltungen zwischen Eltern und Vereinsvertretern / Trainern zu vermeiden.

Was ist zu unternehmen, wenn der gastgebende Verein die FPL-Richtlinien nicht umsetzt?
Zunächst einmal sind die Durchführungsbestimmungen der jeweils spielleitenden Stelle (i.d.R. des Kreisjugendausschusses [KJA]) für den Spielbetrieb bindend. Auf diese Bestimmungen, die im Kreisterminkalender bzw. im Internet des jeweiligen Kreisfußballverbandes abrufbar sind, ist der gastgebende Verein inklusive Trainer und Zuschauer hinzuweisen. Sofern die FPL-Bestimmungen keine Anwendung im Spiel finden, z.B. weil die Zuschauer durch direkte Nähe zum Spielfeld Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen können oder weil der gegnerische Vereinstrainer vergleichbar einem Schiedsrichter auf die Einhaltung der Regeln achtet, ist im Zweifel zu entscheiden, ob eine Spielfortführung unter diesen Umständen möglich ist. Grundsätzlich sollte eine Spielfortsetzung immer das Ziel aller Beteiligten sein. Auf jeden Fall hat nach dem Spiel bzw. bei Spielabbruch eine Meldung über die Nichteinhaltung der FPL-Bestimmungen an die spielleitende Stelle / den Staffelleiter zu erfolgen, der dann weitere Maßnahmen ergreifen kann.

Beispiele aus der Praxis:
Die Eltern des gastgebenden Vereines halten sich nicht an den Mindestabstand
Der Gasttrainer versammelt sich mit seinen Kindern in der Coaching-Zone und fordert den Heimtrainer auf, die Fanregel von den Fans einzufordern. Sind die Fans in der Fanzone, wird das Spiel fortgesetzt.

Der Gästetrainer gibt viele lautstarke Anweisungen
Der gastgebende Trainer geht auf den Trainer zu und spricht ihn direkt - in ruhigem Ton - auf die Trainerregel („nur nötigste Anweisungen geben“) an. Sollte sich das Verhalten des Gästetrainers nicht ändern, ist unbedingt die spielleitende Stelle in einem Bericht zu informieren.

Ein Kind / Kinder verhält / verhalten sich wiederholt absichtlich unfair
Der gegnerische Trainer ist unverzüglich auf die Situationen anzusprechen. Dem Trainer sollte dann Zeit gegeben werden, um die Situation zu verarbeiten und zu klären. Oft sind es innere Zwänge, die der Trainer überwinden muss, um solche Situationen offensiv entgegenzutreten.

Verhaltenstipps für Trainer in der Fair-Play-Liga:
Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und achten/bestehen Sie darauf, dass das Einlaufritual praktiziert wird. Die dabei sattfindende Kommunikation entspannt die gesamte Atmosphäre von Anfang an.
Auch nach einem Spiel sollte das Spiel durch eine Verabschiedung mit Handschlag der Spieler beider Mannschaften sportlich fair beendet werden