Beachsoccer
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Beachsoccer

Von der Copacabana bis zu Europas Stränden boomt Beachsoccer

Vom berühmtesten Strand der Welt hat eine der am schnellsten wachsenden Sportarten ihren Siegeszug um den Globus angetreten. Als die Copacabana in Rio de Janeiro 1994 erstmals Schauplatz eines Beachsoccer-Turniers war, das auch im Fernsehen zu sehen war, war es mit der vergleichsweise unorganisierten Spielform im Sandkasten vorbei. Die 1992 aufgesetzten und zunächst in den USA getesteten Regeln des vorher an vielen Stränden der Welt eher lose praktizierten Kicks wurden erst in Brasilien mit Leben und Leidenschaft gefüllt – und schon bald kannte die Begeisterung um Beachsoccer keine Grenzen mehr.

Die erste offizielle Weltmeisterschaft fand 1995 natürlich an der Copacabana statt – ebenso selbstverständlich gewannen die brasilianischen Gastgeber den WM-Pokal. Als bester Spieler des Turniers in Rio de Janeiro wurde ein gewisser Zico ausgezeichnet. Eben jener Brasilianer, der als der „weiße Pele“ in die Fußball-Geschichte einging und in den 80er-Jahren prägende Figur der „Selecao“ im klassischen Fußball war – ohne aber auf Rasen jemals Weltmeister zu werden.

Das verhinderte auch Alessandro Altobelli, der mit Italien 1982 den Titel in Spanien gewann und dabei Brasilien ausschaltete. 13 Jahre später drehte Zico am Strand von Rio den Spieß um – immerhin teilten sich beide die Krone des Torschützen-Königs mit jeweils zwölf Treffern. Zwei Tore mehr reichten Altobelli im nächsten Jahr, um bester Torjäger 1995 zu werden; der Pokal freilich ging wieder an Brasilien. Und das wurde mit den Jahren zur lieben Gewohnheit.

Insgesamt elf Titel sammelte Brasilien bislang bei 13 Weltmeisterschaften, die allesamt in dem südamerikanischen Land ausgetragen wurden, davon gleich elfmal unterm Zuckerhut. Das Gesetz der Serie brach erst 2001, als Portugal die WM in Bahia an der Costa do Sauipe gewann. 2005 – erstmals unter dem Dach des Weltverbandes FIFA – konnte dann noch Frankreich in die Phalanx der Brasilianer an der Copacabana einbrechen, denen 2006 allerdings souverän die Revanche gelang. 2007 verteidigte die "Selecao" durch ein 8:2 gegen Mexiko ihren Titel.

Immerhin zeigen diese Erfolge und auch damit verbundene prominente Namen wie die des Franzosen Eric Cantona oder der Spanier Michel und Julio Salinas, das Beachsoccer längst in Europa angekommen ist. Nach dem Erfolg der „Pro Beachsoccer Tour“, die 1996 ins Leben gerufen wurde und zunächst außerhalb der WM 60 Turnierpartien in Südamerika, den USA, Europa und Asien innerhalb von zwei Jahren umfasste, wurde 1998 auch die „European Pro Beachsoccer Tour“ (EPBSL) etabliert.

Die EPBSL, mittlerweile auch kurz als Euro BS League bezeichnet, hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die spektakuläre Sportart am Strand weiter professionalisiert und mit einer soliden Infrastruktur ausgestattet worden ist. Sie trägt dem sehr stark gesteigerten kommerziellen Interesse am Beachsoccer ebenso Rechnung wie der großen Nachfrage durch Fans und Medien. Nur vier Jahre nach Einrichtung der EPBSL wurde der erste erfolgreiche Schritt zur Errichtung einer legitimen weltweiten Wettbewerbsstruktur unternommen – und weitere folgen seitdem in regelmäßigen Abständen.

Auch an deutschen Stränden und überall, wo mobile Beachsoccer-Anlagen hierzulande für Spaß beim Freizeitkick auf Sand sorgen, wird der Sport immer populärer. Der DFB prüft, wie er in die Fußball-Familie eingegliedert werden kann. Damit irgendwann auch einmal deutsche Stars an der Copacabana zaubern und ihren Vorbildern wie dem Brasilianer Nenem oder dem dreimaligen WM-Torschützenkönig Portugiesen Madjer nacheifern können.
(Quelle: DFB, www.dfb.de)