Schleswig-Holstein Fußballverbung

Juni 2015

Zwei SHFV-Talente auf der großen Bundesliga-Bühne

„Der HSV beschwört den Geist von Malente“ – so titelten einige Sportzeitungen, als der Hamburger SV um Trainer Bruno Labbadia sich zur Vorbereitung auf die entscheidenden Spiele um den Klassenerhalt im Uwe Seeler Fußball Park einquartierte. Für zwei junge HSV-Profis waren die beiden Aufenthalte in der Verbandssportschule des SHFV vor dem Bundesligaspiel gegen Schalke 04 und dem Relegations-Hinspiel gegen den Karlsruher SC eine Begegnung mit der eigenen (sportlichen) Vergangenheit: Matti Steinmann (20) und Ronny Marcos (21) machten ihre ersten fußballerischen Schritte in Schleswig-Holstein, durchliefen mehrere Landesauswahl-Teams und verbrachten so bereits während ihrer fußballerischen Ausbildung immer wieder Zeit in Malente.

Steinmann begann seine Laufbahn beim TSV Bargteheide, landete nach einer zweijährigen Zwischenstation beim SV Preußen Reinfeld 2009 in der Jugendabteilung des Bundesliga-Dinos. Marcos startete beim SV Fehmarn, spielte anschließend für den Oldenburger SV, den VfB Lübeck und Hansa Rostock, ehe es 2011 nach Hamburg ging. „Wir sind uns in der Jugend immer wieder auf dem Platz begegnet – zum ersten Mal in der C-Jugend, als ich noch für Fehmarn und Matti für Reinfeld spielte. Schon lustig, dass wir dann beide beim HSV gelandet sind“, sagt Marcos. An Malente haben beide nur gute Erinnerungen: „Wir hatten einen super Jahrgang und mit Michael Prus einen hervorragenden Trainer“, denkt Marcos an seine Landesauswahl-Zeiten zurück. „Über das Wiedersehen mit Michael Prus habe ich mich sehr gefreut. Ich bin gerne hier“, so Steinmann, der die auch von den HSV-Verantwortlichen immer wieder erwähnten hervorragenden Bedingungen in Malente lobt: „Der Platz ist gut, wir sind hier ungestört. Auch das Essen ist sehr gut. Wir sind alle begeistert.“ Keine Spur also vom Image der muffigen „Fußballerkaserne“, das der SHFV-Sportschule seit dem Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft im Vorfeld der WM 1974 anhaftete. „Das habe ich schon bei meinen früheren Aufenthalten hier nicht so empfunden“, berichtet der in Oldenburg in Holstein geborene Marcos und ergänzt: „Der Neubau ist gut gelungen.“

Für beide Nachwuchs-Profis erfüllte sich beim HSV der Traum von der Bundesliga: Steinmann feierte sein Debüt am 20. September 2014 ausgerechnet gegen den FC Bayern München, half nach seiner Einwechslung in der 87. Minute mit, das 0:0 über die Zeit zu bringen. Wenige Wochen später  durfte der zentrale Mittelfeldspieler im DFB-Pokal gar über 70 Minuten ran – wieder gegen das Star-Ensemble aus München. „Beim Debüt in der Liga war ich schon ein wenig nervös, im Pokalspiel aber nicht mehr“, erinnert sich Steinmann an seine ersten Schritte auf der großen Fußball-Bühne. Außenbahnspieler Marcos gehörte unter Trainer Joe Zinnbauer sogar für einige Wochen zum Stammpersonal, nachdem er am 29.11.2014 gegen den FC Augsburg sein Debüt gefeiert hatte. „In unserer momentanen Situation ist es schwer für junge Spieler. Aber das ist auch okay so, jetzt müssen wir erstmal alles dem Klassenerhalt unterordnen“, erklärt Marcos die geringen Einsatzzeiten der beiden Talente in den letzten Bundesliga-Wochen.

Dennoch können beide mit ihrer Entwicklung vollauf zufrieden sein. „Man sollte nicht zu früh zu einem Profiverein wechseln“, betont Steinmann und erklärt: „Ein junger Spieler sollte sich in seinem bekannten Umfeld weiterentwickeln. Zu früh zu wechseln und dann viel Zeit auf der Strecke zwischen Heimat und Trainingsort zu verbringen, ist in jungem Alter kontraproduktiv.“

Mit dem Abpfiff des Relegationsspiels gegen den Karlsruher SC am Montag ist die Pflichtspiel-Saison für Marcos beendet, Matti Steinmann dagegen weilt schon nicht mehr im Kreise der HSV-Familie: Der gebürtige Hamburger mit finnischen Wurzeln wurde von U20-Nationaltrainer Frank Wormuth für die WM in Neuseeland vom 30. Mai bis 20. Juni nominiert. „Über den Anruf habe ich mich sehr gefreut. Jetzt hoffe ich auf viele  Spiele und Einsatzzeiten“, so Steinmann, für den bisher ein Einsatz in der U20-Auswahl des DFB zu Buche steht.

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