Mädchenfußball

Sensationelles Turnier der SHFV U17-Juniorinnen beim Länderpokal in Duisburg

Zwei Wochen nach dem guten 2. Platz bei den Norddeutschen Meisterschaften in Barsinghausen, machte sich der SHFV-Tross auf in Richtung Duisburg. Nach einer fast staufreien Hinfahrt kam man am späten Donnerstagnachmittag in Duisburg an und lockerte sich bei einer kurzen Trainingseinheit, in der die Technik im Vordergrund stand. Am nächsten Tag sollte der erste Gegner Mecklenburg-Vorpommern heißen.

Um 16.30 Uhr war Anstoß und unsere U17-Auswahl erarbeitete sich gegen tiefstehende Mecklenburgerinnen schon in der Anfangsphase des Spieles hochkarätige Chancen, die aber leider nicht genutzt werden konnten. So fehlten zum Beispiel Svenja Körner und Samanta Carone aus aussichtsreichen Positionen die Ruhe im Abschluss, sodass es mit einem 0:0 in die Pause ging. Gleich nach der Halbzeit machten die Mädels weiter Druck und wurden belohnt. Tabea Lycke setzte sich über rechts durch und spielte zu Stephanie Hofmann, die den Ball aus 20 m unhaltbar für die Torhüterin ins Tor katapultierte. Kurze Zeit später setzte sich die aufgerückte Kisa-Malin Reck im Strafraum gegen mehrere Gegenspielerinnen durch und konnte zum 2:0 treffen. Danach passierte nicht mehr viel, Schleswig-Holstein kontrollierte das Spiel und konnte die ersten zwei Punkte einfahren.

Am Samstag konnten wir wiederum nachmittags antreten – Gegner war die Mannschaft aus Berlin, die sich am Vortag 3:1 gegen die Hamburgerinnen durchsetzen konnten. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde erneut stark begonnen, mehrere gute Ballstafetten prägten die Anfangsphase. Berlin konnte durch die gutstehende Viererkette vom Tor ferngehalten werden und versuchte es hauptsächlich mit Schüssen aus der zweiten Reihe. Mitte der ersten Halbzeit war es dann Samanta Carone, die durch einen herrlichen Diagonalball Gianna Nicoleit in Szene setzte. Gianna ließ zwei Gegenspielerinnen aussteigen und schob den Ball aus kurzer Distanz ins Netz. In der Folge scheiterte Svenja Körner volley aus fünf Meter an der Torhüterin, auch der Nachschuss von Gianna Nicoleit traf die Berliner Schlussfrau. In Hälfte zwei kam Berlin mehr zum Zuge, nach einer Flanke über unsere linke Seite und dem daraus resultierenden Kopfball konnte Berith Voigt gerade noch abtauchen und den Ball um den Pfosten lenken. Im Gegenzug scheiterte Jennifer Michel aus 30 Metern am Querbalken des Berliner Gehäuses. Gegen Ende übte Berlin nochmals starken Druck aus, doch das 1:0 hatte über die gesamte Spielzeit bestand.

Dritter Gegner war am Sonntagnachmittag, wiederum bei Temperaturen über 25 Grad, die Auswahl des Rheinlands, welche der starken Mannschaft aus Bayern ein 0:0 entlocken konnte. Das SHFV-Team wurde in einigen Teilen umgestellt, was sich schon früh als richtige Entscheidung entpuppen sollte. Das Spiel war keine drei Minuten alt, als Gianna Nicoleit einen Pass auf die in die Sturmspitze beorderte Julia Kibbel spielte. Diese nahm den Ball kurz an und mit und traf aus halblinker Position und 30 m Torentfernung mit einem "Tor des Monats" unhaltbar in den Winkel. In der drauf folgenden Zeit spielten die Mädchen teilweise schönen Kombinationsfußball, konnten sich aber im Gegensatz zum Rheinland keine nennenswerten Torchancen mehr erarbeiten. Rheinland baute immer mehr Druck auf und so konnte man sich zur Halbzeit in erster Linie bei Torfrau Berith Voigt bedanken, dass die „Null“ hinten noch stand. Auch in der zweiten Hälfte drückte Rheinland stark auf das SHFV-Gehäuse, doch die Viererkette um Jennifer Michel und jetzt wieder mit Julia Kibbel machten ihre Aufgabe sehr gut. Auf unserer Seite waren zwei Großchancen von Svenja Körner zu verbuchen, die nicht genutzt werden konnten. Von Michaela Brandenburg schön freigespielt, tauchte sie frei vor der gegnerischen Torfrau auf, konnte den Ball aber nicht versenken. Zwei Minuten später fand sie wiederum in der rheinländischen Nummer 1 ihren Meister, als sie sich gegen zwei Gegenspielerinnen durchsetze und den Ball erneut nicht verwerten konnte. Auf der anderen Seite rettete  Berith Voigt in mehreren Eins-gegen-Eins Situationen den Vorsprung über die Zeit.

Nachdem bis auf Baden alle Verfolger Punkte gelassen haben, stand am frühen Abend fest – Das Endspiel des letzten Spieltages – der Erste gegen den Zweiten – sollte Baden gegen Schleswig-Holstein heißen. Immer den Gedanken im Hinterkopf, es in eigener Hand zu haben, den Titel des Deutschen Meisters zum allerersten Mal überhaupt in den nördlichsten Landesverband zu holen, mobilisierte die SHFV-Auswahl nochmals alle zur Verfügung stehenden Kräfte für das letzte Spiel. Baden prüfte unsere Hintermannschaft schon in der 3. Minute mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, welcher aber nicht gefährlich wurde. Nach einer Unsicherheit der Badener Schlussfrau war es Mittelfeldregisseur Samanta Carone, die aus 20 Metern versuchte, die zu weit vor dem Tor stehende Torhüterin zu überlisten. Ihr Schuss war dann aber eine sichere Beute der Torfrau. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld konnte Baden Mitte der ersten Halbzeit gefährlich kontern, doch der Ball ging knapp am Tor vorbei. Nach dem Seitenwechsel waren Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Einem ungefährlichen Schuss Badens aus der zweiten Reihe stand ein Solo Samanta Carones gegenüber, welches mit einem für die Torhüterin sicheren Schuss abgeschlossen wurde. Mitte der zweiten Halbzeit dann die auf schleswig-holsteinischer Seite größte Chance zum Sieg. Nach einer Ecke konnten die Badener den Ball nicht klären, aber sowohl Michaela Brandenburg im ersten, als auch Kisa-Malin Reck im zweiten Nachschussversuch konnten den Ball nicht im Tor unterbringen. Baden drückte nochmal, doch unsere wieder einmal  sehr gut stehende Defensivabteilung lies keine Chancen mehr zu, sodass auch das letzte Spiel ohne Gegentor endete.
In der Endabrechnung landete man auf einem, im ersten Moment, sicherlich undankbaren und unglücklichen vierten Platz, punktgleich mit der Siegermannschaft aus Brandenburg, der Mannschaft aus Baden und den drittplatzierten Westfalen. Einzig das im Vergleich schlechtere Torverhältnis brachte die Mädels um den Lohn – um eine Medaille. Doch mit etwas Abstand betrachtet werden alle begreifen, was sie geleistet haben. Den Länderpokal in Duisburg ohne Niederlage und ohne Gegentor abzuschließen, zeugt von einer starken Teamleistung aller Spielerinnen, die vor Ort waren. "Schleswig-Holstein kann stolz auf solch eine tolle Truppe sein!" Nach dem 2. Platz im Jahr 1996 und dem 4. Platz im Jahr 2005 war es die beste Platzierung, die je eine weibliche Auswahlmannschaft des SHFV in Duisburg-Wedau erreichen konnte!

Neben der guten Mannschaftsplatzierung und dem Lob von allen Seiten können sich Jennifer Michel, Kisa-Malin Reck und Svenja Körner über Einladungen zu DFB-Maßnahmen freuen. Michaela Brandenburg und Samanta Carone stehen weiter im Fokus der Nationaltrainerinnen.

zurück

» Kontakt » Impressum » Sitemap
Design by MKD Mediengestaltung