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Für die Zukunft des Amateurfußballs

Vorwort des Präsidenten aus dem aktuellen SHFV-Magazin

"Gemeinsam neue Wege wagen, erfolgreiche Traditionen bewahren" ist das Motto im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband seit dem Verbandstag 2007 in Neumünster. Auf allen Ebenen in der schleswig-holsteinischen Fußballfamilie wird dieses Motto gelebt und die Arbeit an der Fußballbasis in den Mittelpunkt all unserer Bemühungen gestellt, durch diese gerade die rund 600 kleinen und mittleren Amateurvereine gestärkt werden sollen.

Die Wahrnehmung des Amateurfußballs in Schleswig-Holstein wird u. a. durch eine Saisoneröffnung der SH-Liga gestärkt (hier 2008 in Kropp).


Die Vereine im SHFV bieten heute mehr als nur ein Angebot zur Sportausübung für rund 4.900 Mannschaften. Sie prägen das Leben in unseren Dörfern und Städten Sie tragen wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder und Jugendlichen bei. Der Fußball vermittelt soziale Kompetenzen und fördert die Chancengleichheit. Im Fußball wird niemand ausgegrenzt und es ist Platz  für alle. Dazu steht der Fußball für wichtige Werte wie Fairplay, Respekt vor dem Anderen, Gewaltfreiheit, Toleranz und Solidarität mit dem Schwächeren. Gerade weil unser Sport nicht nur eine 90-minütige Episode ist, sondern die Menschen begeistert, Woche für Woche Spaß bereitet, Freude am Leben vermittelt und darüber hinaus für zentrale, in der Gesellschaft konsensfähige Werte unseres Lebens steht. Gerade deshalb glaube ich an eine positive Zukunft des Amateurfußballs in Schleswig-Holstein. Allerdings: Die Rezepte von gestern und heute werden nicht reichen, um die vor uns liegenden Probleme bewältigen zu können.

Auch das Hallenmasters in der Sparkassen-Arena ist ein besonderes Higlight für alle Amateurfußballer.Die Probleme sind vielfältig und für manche Vereine durchaus bedrohlich: Starke Geburtenrückgänge, die zunehmende Belastung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die schwierige Finanzausstattung und die Konkurrenz kommerzieller Sportanbieter erzeugen in vielen Teilen Schleswig-Holsteins, insbesondere bei unseren vielen kleinen Mitgliedsvereinen Zukunftsängste. Der immer weiter ausgebaute Ganztagsschulunterricht und die immer unregelmäßiger werdenden Arbeitszeiten eröffnen weniger Zeitfenster für gemeinsames Training und Fußballspiel - ein bedrohliches Gift für jeden Mannschaftssport. Hinzu kommen die geänderten Lebensgewohnheiten - wissenschaftliche Untersuchungen belegen: Unsere Kinder und Jugendlichen verbringen inzwischen mehr Zeit vor dem Fernseher, Internet oder Computer als auf den Bolz-und Sportplätzen Schleswig Holsteins.

Der SHFV ist beauftragt unsere Fußballvereine im Team mit den Kreisfußballverbänden in die Welt des Fußballs von morgen zu führen. Die Kraft, das Feuer und das unermüdliche Engagement des Ehrenamtes, der größten Triebfeder des Amateurfußballs, sind immer noch überall in Schleswig Holstein sichtbar. Es gibt keinen Grund zum Pessimismus und insbesondere auch keinen Grund zum Kleinreden oder Schlechtreden des Amateurfußballs oder gar zur Resignation.

Wir alle spüren - nein,  wir wissen, dass wir weitere neue Konzepte zur Sicherung der Zukunft des Amateurfußballs und insbesondere der kleinen Amateurvereine brauchen. Das ist gar nicht so einfach in einer Zeit, die immer rastloser wird und in der viele die beinahe täglich wechselnden Trends und Erlebnisangebote einer dauerhaften Freizeitbeschäftigung über eine ganze jährlich wiederkehrende Saison hinweg vorziehen. Angesichts von Sport und Freizeitangeboten im Überfluss, müssen wir uns gerade um die jungen Menschen intensiv bemühen. Wir müssen ihnen den Amateurfußball als attraktives Hobby mit einem zeitgemäßen Angebot darstellen - das betrifft Zeiten, Umfang und Inhalt der Trainings- und Wettkampfangebote ebenso wie das sonstige Vereinsleben.

Die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten des Amateurfußballs sind bei weitem nicht ausgereizt. Nutzen wir die offenen Ressourcen zur Gewinnung neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter, geben wir unseren Veranstaltungen im Verband, im Kreis oder im Verein optisch und inhaltlich ein neues modernes Gesicht.

Dieser Verband hat ein anderes Gesicht und eine andere Ausrichtung erfahren. Und ganz gewiss glaube ich, dass dieser SHFV auf einem richtigen Wege ist, doch müssen wir immer danach streben, uns weiter zu verbessern. Dies ist unsere Aufgabe und dieser wollen wir nachgehen - zum Wohle des Amateurfußballs in Schleswig-Holstein.

Hans-Ludwig Meyer
SHFV-Präsident

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