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Uwe Seeler weiht Pellwormer Mini-Spielfeld ein
Am Sonntag, dem 15. August 2010, war es endlich soweit: Eines der letzten von insgesamt 1000 DFB-Mini-Spielfeldern wurde auf dem Gelände der Hermann-Neuton-Paulsen-Schule feierlich eingeweiht. Rund dreihundert Gäste, darunter die Ehrengäste Uwe Seeler mit Frau Ilka und Enkeltochter Ina sowie SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer, nahmen an der Festveranstaltung teil.
Der Fußball-Präsident aus Kiel überbrachte die Glückwünsche des DFB und hatte außerdem noch ein Präsent in Form des WM-Balles „Jabulani“ und eine Urkunde im Gepäck. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Klaus Jensen, der dieses Projekt von Anfang an positiv begleitet hatte, „weihte“ Pastorin Susanne Büstrin da Costa zusammen mit Pater Johannes Sinot aus der Abtei Windberg, Bayern, das neue Spielfeld ein.
Gemeinsam sprachen sie die folgende Segensworte: „Segne Gott diese Sportanlage, die hier auf Pellworm entstanden ist. Erfülle alle, die hier üben und sich im Wettkampf messen, mit gegenseitiger Achtung, Hilfsbereitschaft und Teamgeist. Bewahre sie vor Übertreibungen und körperlichen Schäden. Schenke ihnen Gesundheit, Freude am Leben und sportlichen Erfolg.“ Mit Katharina Schikotanz, Pauline Martensen, Thore Dethlefsen, Niklas Hagenhoff, Lennard Backsen und Mathies Holsteiner waren auch Sportlerinnen und Sportler des TSV Pellworm mit ihren Fürbitten aktiv in die Segnungsfeier eingebunden.
Nach der Segnung ergriff Hans-Ludwig Meyer das Wort: „Fußball spielende Kinder und Jugendliche gehören bei uns wieder mehr in das Bild unserer Städte und Dörfer. Das sei auch die Intention des Deutschen Fußball Bundes gewesen, sich nach der Weltmeisterschaft in Deutschland ganz intensiv um die Umsetzung dieser Problematik zu kümmern und natürlich zu investieren“, so Meyer. Er bedankte sich bei allen Verantwortlichen für die konstruktive Mitarbeit und Umsetzung dieses Projekts.
Die Verleihung des „Sepp-Herberger-Preises“ 2010 durch den TSV-Vorsitzenden Georg Cornilsen an die beiden Initiatoren Jörg Ketelsen und Matthias G. Hagenhoff, war ein weiterer besonderer Höhepunkt dieser – sportlich gesehen- schönen „Erntedankfeier“. Die Sepp-Herberger-Stiftung des DFB – zugleich die älteste deutsche Fußballstiftung- ehrt jährlich Vereine, die in besonderer Weise den Juniorenfußball fördern. Im Text der Urkunde heißt es wörtlich: „In dem Bewusstsein, dass das Fußballspiel junge Menschen besonders anspricht, in der Überzeugung, dass das Fußballspiel ein geeignetes Mittel zur Erziehung der jungen Menschen zur Persönlichkeit und zur Mitverantwortung darstellt, unterstützt und würdigt die Sepp Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes die Vereine, die in besonderem Maße den Schülerfußball fördern. Mit dieser Urkunde zeichnen wir deshalb den TSV Pellworm für eine besonders bemerkenswerte Jugendarbeit aus.“
Der Schulleiter Volker Knudsen stellte anschließend mit Freude in seinem Grußwort fest: „Die Hermann-Neuton-Paulsen-Schule hat mit dem neuen Kleinspielfeld, der neuen schönen Turnhalle und dem stets gepflegten Rasenplatz, ein weiteres Element einer insgesamt guten Infrastruktur in den Bereichen Sport und Bewegung zu bieten.“ Er verwies zudem auf die besondere gesellschaftspolitische Rolle, die dem Fußballsport heute zukäme. Inspiriert durch die Statements der Mannschaftskapitäne der Nationalmannschaften bei der WM in Südafrika, erinnerte Volker Knudsen in diesem Zusammenhang an die vorgetragenen Botschaften für mehr Toleranz u n d gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Nach einer kleiner Zwischenmusik mit dem HSV-Lied „Uwe Seeler - Du bist einer von uns“, ergriff der Ehrenspielführer auf dem neuen Minspielfeld selbst das Wort. In einer bewegenden Rede schilderte Seeler seine Jugend in der Nachkriegszeit, als er noch auf dem Kopfsteinpflaster spielte und Flugkopfbälle geübt hatte. Die heutige Jugend könne glücklich und froh sein, auf solchen Plätzen trainieren zu können, meinte Seeler. „Bewegung und Sport fördert den Geist. Und das sieht man hier an diesen tadellosen Jungs“, sagte das HSV-Urgestein mit Blick auf die anwesenden Jugendmannschaften des Hamburger Sportvereins und des TSV Pellworm. Uwe Seeler, der die Raute im Herzen trägt und immer nur für „seinen“ HSV gespielt hat, war sich anschließend nicht zu schade zahlreiche Autogramme zu schreiben oder Fotos an wartende Fans zu verteilen. Seelers freundliche Art hat viele Menschen auf Pellworm beeindruckt. „Er ist völlig frei von Allüren“, sagte Hans-Ludwig Meyer sichtlich berührt. Dem ist nichts hinzuzufügen! Mit dem anschließenden 1. Turnier von fußballbegeisterten Jugend-Mannschaften des HSV und des TSV Pellworm wurde die neue Anlage auch sportlich „eingeweiht“. Die Insel Pellworm ist um eine Attraktion reicher.
Das Ehepaar Seeler war zusammen mit der Enkeltochter und dem Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes bereits vormittags angereist, um an einem kulturellen Rahmenprogramm teilzunehmen. Schon bei der Überfahrt von Nordstrand nach Pellworm durften sie „Captain“ Schroer und der Besatzung auf der Brücke „über die Schultern“ sehen und verschiedene Fragen zur Seefahrt stellen. Auf Pellworm angekommen, ging die Sightseeing-Tour zum Momme-Nissen-Haus, wo die neu restaurierten Fenster besichtigt werden konnten. Die Zwischenmahlzeit erfolgte in der Gaststätte „Zur Alten Kirche“, wo ein herzhaftes Essen und besonderer Gaumenschmaus die Ehrengäste erfreute. Danach gab es mit der Besichtigung von St. Salvator - unter Führung der Insel-Pastorin - gleich zwei kulturelle Leckerbissen zu bestaunen: den spätgotischen Flügelaltar und die Orgel des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger. Musikalisch abgerundet wurde die Stippvisite durch ein ausgewähltes Musikstück von J. S. Bach, „live“ gespielt vom Organisten Wolfram Beyer.
Die Seelers zeigten sich ein ums andere Mal begeistert von dieser schönen und ruhigen Insel. „Hätten wir Pellworm schon vor vier Jahren kennengelernt, dann hätten wir hier ein Haus gekauft“, stellte Frau Seeler überraschend fest. Was nicht ist, kann ja vielleicht noch werden!
Anschließend ging es zu einem weiteren Wahrzeichen Pellworms, dem „Hochzeits-Leuchtturm“, wo „Kapitän“ Eberhardt den „Ehren-Kapitän“ der Nationalmannschaft und die Gäste bereits erwartete. Nach einer informativen und unterhaltsamen Einführung in die Geschichte dieses ehrwürdigen Seezeichens, der Aushändigung der Urkunden und des Jubiläums-Sektes, warteten Mathias Sielaff und Tochter Ilka mit einer folkloristisch geschmückten Kutsche in den Farben des HSV auf die sichtlich beeindruckten Ehrengäste. Mit einer gemütlichen Kutschfahrt über die Insel, vorbei an Wiesen und Feldern, endete das private Rahmenprogramm am Sportplatz, wo schon eine große Menschenmenge auf das beliebte Fußball-Idol Uwe Seeler wartete. Hans-Ludwig Meyer zog am Ende eines denkwürdigen Tages ein schönes Resümee: „Ich habe schon so manche Einweihungsfeier miterlebt, aber die Feier auf Pellworm war mit Abstand ein ganz besonderes Erlebnis für mich.“
A l l e n, die bei der Realisierung dieses Großereignisses tatkräftig mitgeholfen haben, möchte der TSV Pellworm ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen. Zu guter Letzt geht der besondere Dank noch an Uwe Seeler, der drei Wochen nach dem schweren Autounfall seinem Vornamen alle Ehre gemacht hat. Denn der friesische Name „Uwe“ bedeutet übersetzt soviel wie „tätig sein“. Dies hat er bei der Einweihungsfeier auf Pellworm in bewundernswerter Weise bewiesen.
Autor: Matthias G. Hagenhoff
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