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Medientag des NordFV: Die Bundesliga hat Schleswig-Holsteins Talente im Blick

"Alles außer Diego und Özil" - auch so hätte das Motto des Medientages des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) in Bremen lauten können. In den Räumlichkeiten des Bremer Weser-Stadions konnten die Journalisten aus den nördlichen Bundesländern den Bundesliga-Vetrretern alle Fragen stellen - nur zu den Wechselgerüchten um Diego (zum VfL Wolfsburg?) und Mesut Özil (zu Real Madrid?) konnten von Dieter Hoeneß vom VfL Wolfsburg und Klaus Allofs von Werder Bremen keine weiteren Infos erfragt werden. Aber auch so gaben die beiden Geschäftsführer zusammen mit den Sportdirektoren Bastian Reinhardt vom Hamburger SV und Helmut Schulte vom Aufsteiger FC St. Pauli sowie dem Klubchef von Hannover 96, Martin Kind, viele interessante Auskünfte zu den Konzepten und Planungen der fünf Nord-Bundesligisten.

Ludwig Ewertz (3. v. links) moderierte die Diskussion mit den "Bundesliga-Machern" Helmut Schulte (FC St.Pauli), Dieter Hoeneß (VfL Wolfsburg), Klaus Allofs (SV Werder Bremen), Martin Kind (Hannover 96) und Bastian Reinhardt (Hamburger SV) .

Bevor jedoch die Bundesliga im Norden heiß diskutiert wurde, stand die FIFA Frauen-WM 2011 im Mittelpunkt. Für das Weltturnier im eigenen Land hat nach den Worten von Steffi Jones die Endphase der Vorbereitungen begonnen. “Wir sind organisatorisch gut aufgestellt, der Verkauf der Eintrittskarten läuft gut und die finanzielle Seite ist geklärt”, meinte die Chefin des Organisationskomitee im Weserstadion. Rund 50 Millionen Euro sind für die WM veranschlagt. “Allein 24 Millionen Euro werden durch die nationalen Sponsoren aufgebracht“, erläuterte Doris Fitschen, die in Zukunft ausschließlich als Managerin bei der Nationalmannschaft tätig ist. Sie hatte vorher die Geschäfte in der Marketingabteilung geleitet und die Verträge mit den sechs Sponsoren (Deutsche Post, Deutsche Bahn, Commerzbank, REWE, Allianz und Deutsche Telekom) abgeschlossen.

Steffi Jones kündigte an, dass sie - wie auch Franz Beckenbauer 2006 - nach der Qualifikation der 15 WM-Teilnehmer die einzelnen Länder besuchen wird. Die Deutsche Nationalmannschaft wird indes eine intensive Vorbereitung auf das WM-Turnier betreiben: Bereits Mitte März des nächsten Jahres soll die Bundesliga-Saison bei den Frauen enden, damit Bundestrainerin Silvia Neid die Spielerinnen zu mehreren Lehrgängen und Länderspielen zusammenziehen kann.

Nachdem im kleineren Rahmen über die geplanten Modelle der Spielklassenstruktur der 4. und 5.Spielklassen diskutiert wurde, begrüßte Moderator Ludwig Evertz von Radio Bremen die Bundesliga-Prominenz aus dem Norden. In der Diskussion warben die Vertreter der fünf norddeutschen Bundesligavereine nicht nur für das Produkt Fußball, sondern auch für den Bezahlsender “Sky”, der den Klubs die hohen TV-Einnahmen sichert. “Nur mit diesen Einnahmen können wir den Zuschauern auch in Zukunft einige der besten Spieler bieten”, sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs und erntete dabei Zuspruch von seinen Kollegen.
 
Der ehemalige SHFV-Auswahlspieler Christopher Avevor hat bei Hannover 96 einen Profi-Vertrag unterschrieben. (Foto: getty)Einig waren sich die “Bundesliga-Macher” auch darin, dass der Nachwuchs in den einzelnen Regionen noch intensiver gefördert werden muss. Dazu dienen in erster Linie die Leistungszentren der Klubs, die inzwischen bei allen Bundesligavereinen obligatorisch sind. An dieser Stelle erwähnten die Bundesliga-Vertreter, dass dabei auch der schleswig-holsteinische Nachwuchsbereich stark im Fokus steht. "Schleswig-Holstein ist für uns ein interessantes Feld, schließlich haben wir mit unserem Internat auch die Möglichlichkeit, Spieler von weiter weg auszubilden", so Dieter Hoeneß vom VfL Wolfsburg. Neben den beiden Hamburger Vereinen, die ohnehin direkt am nördlichsten Bundesland gelegen sind, sind auch die Scouts von Werder Bremen in Schleswig-Holstein unterwegs: "Uns soll kein Talent durchs Netz gehen. Wir wären daher schlecht beraten, nicht auch direkt vor der Haustür nach Nachwuchsspielern Ausscahu zu halten", so Klaus Allofs. Dass Hannover 96 die Spitzenspieler in Schleswig-Holstein beobachtet, ist ohnehin bekannt. Nach dem früherern Torhüter Morten Jensen (Husumer SV) ist nun auch Christopher Avevor (ehemals Holstein Kiel) in den Kader der Bundesligamannschaft aufgestiegen. Der 18-jährige Defensiv-Spieler konnte bereits in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen: "Christopher Avevor ist ein Supertyp, sehr bodenständig und sympathisch. Er zeigt in jungen Jahren bereits den absoluten Willen zur Leistung und konnte sich in den Testspielen bereits behaupten. Ich hoffe, dass er seinen Weg bei uns machen wird", so Martin Kind über den Juniorennationalspieler.

Auch wenn an diesem Tag also kein schleswig-holsteinischer Bundesligist auf dem Podium zu finden war, so konnte man doch spüren, dass der Fußball im nördlichsten Bundesland mit seiner Talentförderung eine wichtige Rolle in den Planungen der Bundesligavereine spielt.

Fotos: NFV, getty

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