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SHFV-Positionserklärung vor dem DFB-Bundestag

Am kommenden Freitag findet in Düsseldorf ein außerordentlicher Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) statt, bei dem der SHFV mit fünf Delegiertenstimmen (4 Vertreter des Präsidiums und Präsident des SHFV in seiner Eigenschaft als Mitglied im DFB-Vorstand) vertreten sein wird.
Auf der Tagesordnung stehen dabei zwei Punkte: die Standortentscheidung für das neue Deutsche Fußballmuseum zwischen Dortmund und Gelsenkirchen sowie dieVerlängerung des Grundlagenvertrags zwischen DFB und DFL um drei Jahre.

Die Delegierten des SHFV vertreten hierzu folgende Positionen:

1. Deutsches Fußballmuseum:
Der DFB hat schon vor längerer Zeit eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, das neue Deutsche Fußballmuseum im Ruhrgebiet anzusiedeln. Aus dieser Region blieben zunächst noch zwei Bewerberstädte, Dortmund und Gelsenkirchen, übrig, die sich nunmehr auf dem außerordentlichen Bundestag in Düsseldorf präsentieren werden. Aus schleswig-holsteinischer Sicht gibt es keine Präferenz für einen der beiden Standorte, weshalb jeder Delegierte des SHFV sich noch einmal einen eigenen Eindruck in den Präsentationen verschaffen und anschließend individuell abstimmen wird. Es gibt folglich, jedenfalls derzeit, keinen einheitlichen SHFV-Standpunkt zu diesem Tagesordnungspunkt.

2. Grundlagenvertrag:
Der Neuabschluss des Grundlagenvertrags zwischen DFB und DFL bestimmt seit mehreren Monaten vor allem im Hinblick auf die darin enthaltenen Vereinbarungen zu den Anstoßzeiten der Bundesliga die sportpolitischen Diskussionen im Amateurlager. Auch in Schleswig-Holstein hat sich der Verbandsvorstand wiederholt mit diesen Fragen beschäftigt, darüber hinaus wurden alle Mitgliedsvereine über die Fußballkreise informiert, wobei einige wenige der 601 SHFV-Vereine dem neuen Modell kritisch gegenüberstanden.
Im Rahmen einer Solidaritätsklausel zwischen Profi- und Amateurfußball sollen im neuen Grundlagenvertrag unter anderem folgende Vereinbarungen festgeschrieben werden:

1.) Die Profivereine zahlen weiterhin Spielabgaben an die Landesverbände, nämlich
2 % aus dem Eintrittskartenverkauf der Bundesliga und 1 % aus dem Eintrittskartenverkauf der 2. Bundesliga – diese Vereinbarung ist momentan leider kein Thema im SHFV.

2.) Die Profiklubs müssen weiterhin selbst oder bei Kapitalgesellschaften über ihre Muttervereine Mitglieder in den Landesverbänden des DFB bleiben.

3.) Die Profiklubs stellen jährlich für die Ausbildung jüngerer Lizenzspieler einen Betrag von maximal einer Million Euro zur Verfügung, der an die ausbildenden Vereine verteilt wird.

4.) Aus den Leistungen des professionellen Fußballs (Nationalmannschaft der Männer und Bundesliga) werden zukünftig fünf Millionen Euro jährlich und damit um 25% mehr als bisher zur Stärkung ihrer finanziellen Grundlagen und damit zur Entlastung der Vereine an die Landesverbände gezahlt.

5.) Aus den Leistungen des professionellen Fußballs (Nationalmannschaft der Männer und Bundesliga) werden darüber hinaus zur Stärkung des Jugendfußballs in der Breite im Umfang von 10 Millionen Euro jährlich das DFB-Talentförderprogramm und eigene Nachwuchs-Leistungszentren unterstützt. Hinzukommen neben anderem Qualifizierungsmaßnahmen für Trainer, Schiedsrichter und Vereine (DFB-Mobil), der Auf- und Ausbau des DFB-Schulfußballprogramms, zahlreiche Projekte zur Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs in den Vereinen und die Einrichtung und Betreuung von Fanprojekten unterhalb der Lizenzligen.

6.) Darüber hinaus erfolgt als weitere neue und zusätzliche Leistung des Ligaverbandes ein spezieller Solidaritätszuschlag für den Amateurfußball in Höhe von einer Million Euro je Spielzeit.

7.) Der Ligaverband sichert zu, sonntags vor 15.30 Uhr keine Spiele der Bundesliga und insgesamt sonntags möglichst nicht mehr als fünf Spiele des Lizenzfußballs (Bundesliga und 2. Bundesliga) anzusetzen.

Der SHFV ist mit dieser Unterstützung des professionellen Fußballs in der Lage, seine Dienstleistungen für die 601 SHFV-Mitgliedsvereine zu im bundesweiten Vergleich sehr günstigen Gebühren zu erbringen. Das Bundesligaspiel am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr findet zwar auch im SHFV-Vorstand keinen Gefallen, ist aber angesichts aller anderen zu Gunsten des Amateurfußballs ausgehandelten Vereinbarungen im Ergebnis noch hinzunehmen, zumal keine Fernsehübertragung im Free-TV erfolgen wird.

SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer: „Ich halte den jetzt gefundenen Kompromiss für sehr fair. Die Amateurvereine können gut damit leben. Der Spitzenfußball weiß, dass er vom Engagement in den kleinen Vereinen und beim Amateurfußball abhängig ist. Doch ohne die Erfolge und Ausstrahlung der Bundesliga und der Nationalmannschaft hätte der deutsche Fußball bei weitem nicht den Zulauf, die Anerkennung und Attraktivität - gerade im Nachwuchsbereich. Wichtig wird aber auch in Zukunft sein, dass sich die Vertreter des Profi- und Amateurfußballs als Partner verstehen, die beide voneinander profitieren. Wir dürfen eines nicht vergessen: Die Amateurklubs erhalten über den Deutschen Fußball-Bund hohe wirtschaftliche Transferleistungen aus dem Profibereich. Von einer international wettbewerbsfähigen Liga profitiert auch die Nationalmannschaft. Und Einnahmen aus diesem Bereich fließen unter anderem in den Amateurbereich. Die Amateurvereine wiederum leisten sozial wie sportlich unverzichtbare Grundlagenausbildung für Mädchen und Jungen. Der Leistungsaustausch zwischen Amateur- und Profiklubs funktioniert also.“

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