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Aktion "Netz gegen Nazis" im SHFV
Das Problem des aufkommenden Rechtsradikalismus macht auch vor den Fußballvereinen keinen Halt. Aus diesem Grund hat der Deutschen Fußball-Bund zusammen mit der DFL, dem DOSB, der Wochenzeitung DIE ZEIT und dem ZDF die Aktion „Netz gegen Nazis“ ins Leben gerufen.
Am 5. Mai startet das Internet-Portal www.netz-gegen-nazis.de, in dem konkrete Handlungsvorschläge für Fußballvereine und -verbände zur Bekämpfung rechtsradikaler Tendenzen angeboten werden.
Ferner können hier Fragen an Fachleute oder andere Nutzer der Seite gestellt werden. Etwa: Was tue ich, wenn plötzlich Hakenkreuze oder andere rechtsextreme Symbole auftauchen – sei es auf dem Vereinsgelände oder bei den so genannten Fans? Zusätzlich gibt es auf dieser Homepage weitere Aktionen, an denen sich einzelne Mannschaften und Vereine beteiligen können, um ein deutliches Statement „gegen Nazis“ abzugeben.
Der SHFV bittet alle Vereine im Namen seines Präsidenten Hans-Ludwig Meyer, die Initiative des DFB nachhaltig zu unterstützen. Diese sollen die Informationen über das Internetportal nach Möglichkeit an weiterleiten und alle Spieler, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter sowie Vereins- und Verbandsverantwortliche aufrufen, sich über die Gefahren des Rechtsextremismus zu informieren.
Zusätzlich findet vom 6. bis 12. Mai 2008 eine Aktionswoche „Netz gegen Nazis – mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus“ statt. In dieser Woche soll in allen Stadien und auf allen Sportplätzen bei allen Amateur-, Frauen- und Jugendspielen der folgende Text verlesen werden.
Text Aktion "Netz gegen Nazis"

Kommentar zur Aktion von SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer:
"Das Geschwür des Rechtsradikalismus hat sich längst im vorpolitischen Raum breitgemacht und breitet sich weiter aus. Hier sind oft die freien Kameradschaften, rechtsextremen Jugendcliquen und eine Hooligankultur, die rassistisch und rechtsextrem motiviert ist, weitaus gefährlicher als die politischen Parteien wie DVU und NPD. Der Fußball als die Einstiegssportart Nr. 1 sollte gemeinsam mit der Politik den Kampf gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in der politischen Auseinandersetzung offensiv aufnehmen. Wer die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen nicht spürbar verbessert, darf sich nicht wundern, dass die rechten und linken Scharlatane die Gesellschaft radikalisieren.
Neben den politisch Verantwortlichen haben die Sportfunktionäre, Vereine, Verbände, Spieler, Fußballkommentatoren, Faninitiativen, Ordner und ganz normale Fans hier eine besondere Aufgabe und Verantwortung.
Ich unterstütze die Initiative des DFB und der Wochenzeitschrift DIE ZEIT die die Aktion Netz gegen Nazis ins Leben gerufen haben und bitte alle Fußballer im SHFV, Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen, allen Elter, Fans und Betreuer: Informiert Euch über die Gefahren des Rechtsextremismus. Sie lauern auch dort, wo man sie nicht vermutet.
Informieren Sie sich auf www.netz-gegen-nazis.de !"
Bundesweites Online-Forum "Netz gegen Nazis" gestartet
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ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo (l.) mit Dr. Theo Zwanziger |
Die Überraschung der Präsentation der Aktion „Netz-gegen-Nazis.de – Mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus“ war gelungen. Am Ende der Pressekonferenz der Wochenzeitschrift „Die Zeit“, die diese Initiative in den kommenden Wochen in den Blickpunkt rücken will, überreichten DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Ligaverbandspräsident Dr. Reinhard Rauball allen Partnern ein Nationalmannschaftstrikot mit dem Logo der Aktion und der Rückennummer 9.
Eindrucksvoll wurde damit dokumentiert, dass der deutsche Fußball den Kampf gegen Rechtsextremismus als wichtiges Anliegen sieht und dabei auch offensiv sein möchte, wie es die Rückennummer 9 auf dem Nationalmannschaftstrikot signalisierte. Zuvor hatten alle teilnehmenden Organisationen der Aktion „Netz-gegen-Nazis.de – Mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus“ noch einmal ausführlich betont, warum sie dabei mitmachen und welche Akzente sie setzen möchten. So äußerte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger: „Ein Verband wie der DFB ist durch seine basisbezogenen und ehrenamtlichen Strukturen in den Vereinen im Höchstmaß vom Rechtsextremismus gefährdet. Deshalb ist es enorm wertvoll, dass die ZEIT nun über ihre Online-Plattform entsprechendes Wissen vermitteln möchte und alle Menschen in unserem Land zur Zivilcourage in ihrem alltäglichen Handeln aufgefordert sind. Der DFB ermutigt seine 6,5 Millionen Mitglieder, sich für die Ziele unseres demokratischen Staates einzusetzen und der Menschenwürde zu dienen. Die Nazis wollen genau das Gegenteil.“
Dabei kündigte der DFB-Präsident an, dass sich die Nationalmannschaft bei den beiden Länderspielen vor der Europameisterschaft mit „plakativen“ Botschaften in den Dienst dieser Aktion stellen soll. Mehr wollte er nicht verraten – es soll wieder eine Überraschung werden. Ligaverbandspräsident Dr. Reinhard Rauball stellte fest: „In der Bundesliga spielen Profis aus 72 Ländern. Das ist ein gutes Zeichen für ein tolerantes und weltoffenes Deutschland. Unsere Klubs setzen sich seit vielen Jahren mit guten Ideen und viel Herzblut für antirassistische Initiativen ein. Unser besonderer Dank gilt dabei den vielen Fangruppen und – projekten, die hier hervorragende Arbeit leisten.“
Dies wird auch in dieser Woche am 32. Spieltag der Bundesliga und 2. Bundesliga zum Ausdruck kommen. Von München bis Hamburg werden die Mannschaften die Gelegenheit nutzen, um mit spektakulären Aktionen auf die Initiative aufmerksam zum machen. Außerdem wird in allen Stadien ein Videospot von Michael Ballack unter dem Motto „10 Sekunden gegen Nazis“ laufen. ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo bedankte sich bei der Pressekonferenz in Berlin ausdrücklich für das Engagement des deutschen Fußballs und auch des durch sein Präsidiumsmitglied Ingo-Rolf Weiss vertretenen Deutschen Olympischen-Sportbund (DOSB), der insgesamt 25 Millionen Menschen repräsentiert. In einer grundsätzlichen Rede betonte di Lorenzo: „Die Aktion der Zeit und ihrer Partner soll ein Aufbegehren gegen das Eindringen rechtsextremistischen Gedankenguts in unseren Alltag sein. Wir wollen ein klares Zeichen setzen gegen die Gefahr der systematischen Unterwanderung unserer Gesellschaft und speziell einzelner Gruppierungen.“
Gemeinsam mit Moritz Müller-Wirth, seinem Kollegen aus der ZEIT-Chefredaktion, freute sich Giovanni di Lorenzo, dass bereits unmittelbar nach dem Freischalten der Online-Plattform Netz-gegen-Nazis.de am Montag reger Betrieb der User einsetzte.
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Moritz Müller-Wirth |
Moritz Müller-Wirth, der die Pressekonferenz moderierte, war es, der den DFB offiziell darum bat, sich als Partner im Kampf gegen Rechtsextremismus zu engagieren.
Zu dieser Einigung war es bereits am Tag des Länderspiels Österreich gegen Deutschland am 6. Februar in Wien gekommen. Dr. Theo Zwanziger hatte sich wenige Stunden vor dem Anpfiff der Partie mit Moritz Müller-Wirth im Hotel der deutschen Nationalmannschaft in Wien getroffen. Der ZEIT-Redakteur übermittelte dem DFB-Präsidenten die Anfrage von Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, ob der 6,5 Millionen Mitglieder zählende DFB bei der Aktion "Netz gegen Nazis.de – mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus" als Kooperationspartner mit von der Partie ist. Dr. Zwanziger sagte sofort zu.
Ab dem 5. Mai wird unter der Adresse www.netz-gegen-nazis.de ein bundesweites Online Forum geschaffen, auf dem Betroffene einander Rat geben, aber auch von Experten Rat erhalten und erfahren können, was zu tun ist, wenn sie auf rechtsextremistisches Gedankengut treffen. Die Aktion versteht sich als eine Art Aufklärungsstelle, die umfassendes Wissen vermittelt, aber auch Mut zum Handeln gibt, wenn Rechtsextremismus in den Alltag eindringt.
Ein weiterer wichtiger Schritt in der Zusammenarbeit war der Besuch von Moritz Müller-Wirth bei der Sitzung des DFB-Vorstands am 4. April dieses Jahres. In der Frankfurter DFB-Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise stellte er Vertretern der DFB-Regional- und Landesverbände das Projekt vor und erläuterte, welche Impulse von dieser Aktion für alle Vereine an der Basis ausgehen können.
Die Weichen waren gestellt: Auch in den Fußball-Stadien in der ganzen Bundesrepublik soll die Botschaft verbreitet werden. Die Deutsche Fußball-Liga hatte bereits zuvor beschlossen, den 32. Spieltag der Bundesliga und 2. Bundesliga am 6. und 7. Mai unter das Motto: „Netz gegen Nazis.de - mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus“ zu stellen. Außerdem laden der DFB und die Landesverbände die Amateurvereine für alle Begegnungen in der Pfingstwoche vom 6. bis 12. Mai ein, die gleiche Aktion bei ihren Jugend-, Frauen- und Männer-Spielen durchzuführen. Dazu soll es überall Durchsagen der Stadionsprecher geben. Bei einer Foto-Aktion sollen sich möglichst viele Teams mit einem speziellen Plakatmotiv fotografieren lassen und dieses Bild auf die Homepage von „Netz-gegen-nazis.de“ hochladen. Die Gewinner werden mit attraktiven Preisen ausgezeichnet, unter anderem stellt der DFB elf Nationalmannschafts-Trikots mit dem Emblem der Aktion und den Autogrammen des Europameisterschafts-Aufgebots zur Verfügung.
Eine weitere Initiative im Rahmen der ZEIT-Aktion gegen Nazis: Ebenso wie DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Ligaverbandspräsident Dr. Reinhard Rauball und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff engagieren sich mehrere Nationalspieler und sind bei der Videospot-Reihe „Zehn Sekunden gegen Nazis“ mit ihren persönlichen Stellungnahmen dabei. Die Statements von Kapitän Michael Ballack, Christoph Metzelder, Per Mertesacker, Philipp Lahm und Thomas Hitzlsperger wurden vor dem Länderspiel gegen die Schweiz am 26. März in Basel aufgezeichnet und werden auch auf www.dfb.de zu sehen sein.
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