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Fußball ist in, aber Zukunft geht uns alle an.
Fußball ist in. Spätestens seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erlebt die schönste Nebensache der Welt einen außerordentlichen und beeindruckenden Boom. Einen Boom, der Tag für Tag auf den Fußballplätzen unseres Landes zu spüren ist und den die nun vorliegenden Statistiken des DFB, des SHFV und des Landessportverbandes bestätigen: Der stärkste Fachverband der Welt zählt 6,5 Millionen Mitglieder, dabei wurden 138930 Neuanmeldungen in den letzten zwölf Monaten registriert. In 26 000 Vereinen sind rund 176 000 Mannschaften organisiert. Bei Kindern und Jugendlichen verzeichnet der DFB eine Steigerung von über 105.000 Mitgliedern. Auch vor Schleswig Holstein hat der Fußballboom nicht halt gemacht.
Gemäß der aktuellen Bestandserhebung zum 1. Januar 2007 gehören 136000 Mitglieder den 603 SHFV Vereinen an. 2006 waren es noch 132000.Resultierend aus dem deutlichen Mitglieder- Plus ergibt sich auch eine Erhöhung der Mannschaftszahlen. Gegenüber 4985 Teams in 2006 zählt der Verband heute 5139 Mannschaften Das Mehr von 154 entspricht einer Steigerung von insgesamt 3%. Für den Spielbetrieb ist die Anzahl der Mannschaften die entscheidende Grundlage. Hatten wir 2003 in Schleswig Holstein noch 4676 Mannschaften so wurde über die Jahre 2004 mit 4717 Mannschaften 2005 mit 4872 Mannschaften und 2006 mit 4985 auf die neue Rekordzahl in 2007 mit 5139 Mannschaften die Anzahl der spielenden Mannschaften in nur 4 Jahren um 463 gesteigert. Das entspricht einer Zunahme um 9 %. Die erfreuliche Mannschaftsentwicklung ist insbesondere im Nachwuchsbereich festzustellen 248 zusätzliche Jugendmannschaften stiegen zur Saison 2006/2007 neu ein. Positiv insgesamt die Entwicklung im Mädchen- und Frauenbereich, im Mädchenbereich konnten 51 Mannschaftsneuanmeldungen verbucht werden, dazu 30 weitere im Frauenbereich, dass entspricht einer Steigerung von insgesamt 16 % gegenüber der Saison 2005/2006.Trotz Gameboy und Funsportarten ist der klassische Fußball in unseren Vereinen attraktiver denn je für unsere Kinder. Ich freue mich besonders über das tolle Ergebnis bei den Mädchen. In vielen unserer Vereine werden Mädchenmannschaften erst gebildet, deswegen sehe ich hier für die kommenden Jahre noch ein großes Potenzial. Weiterhin sehe ich durch die Entwicklung diese beiden Thesen bestätigt:
Trotz gesellschaftlicher Wandlungsprozesse und einer Ausdifferenzierung der Sportarten ist Fußball die Einstiegssportart Nr.1
Aufgrund der Mitgliedszahlen und der Verteilung auf alle sozialen Schichten hat nur der Fußballsport die Chance, die soziale Integration in unserer Gesellschaft voranzutreiben.
Dieser "Schweini/ Poldi-Effekt, das wissen wir, wird nur von kurzer Dauer sein und kann das allmähliche Ausbluten vieler, insbesondere der kleinen Vereine nicht verhindern. Der Boom wird uns eine kleine Verschnaufpause verschaffen. In vielen ländlichen Gebieten wird der Nachwuchsmangel für die Amateurclubs in den kommenden zehn bis 15 Jahren existenziell, in den neuen Ländern sehen wir schon jetzt sehr deutliche Rückgänge. Doch warum in die Ferne schweifen, in unseren eigenen Gefilden klingeln die ersten Alarmglocken. Kontinuierlich nimmt der Bestand an Herrenmannschaften im Bereich des SHFV von 1053 Mannschaften in der Saison 2004/2005 über die Saison 2005/2006 mit 1052 Mannschaften auf nur noch 1031Mannschaften der am Spielbetrieb teilnehmenden Teams in der laufenden Saison 2006/2007.Je 4 Mannschaften weniger haben Ostholstein, Nordfriesland und Kiel. Im Bereich der A-Jugend, dass sind die Geburtsjahrgänge 88/89 verzeichnen wir einen positiven Trend von einer Zuwachsrate von 49 Mannschaften seit der Saison 2004/2005. Für mich ein Zeichen, dass Fußballer wieder mehr Ihrem Sport treu bleiben, wo doch in der Vergangenheit oft in der C-Jugend Endstation der Fußballerlaufbahn war. Auffällig mit einem Zugang von 6 Mannschaften hierbei der Kreis Steinburg.Insgesamt hierbei ein positives Echo auf die Entscheidung des SHFV Spielgemeinschaften bilden zu können, im Segment A-Jugend gibt es von der Verbandsliga bis zu den Kreisklassen im ganzen Land 51 Spielgemeinschaften von insgesamt 232 spielenden Teams, also rund 22 %.Über diesen Weg können Vereine die nur eine kleine Anzahl Spieler haben den Spielbetrieb aufrecht erhalten.
Im B-Jugend-Bereich Geburtsjahrgänge 90/91 Zugang von nur noch 5 Mannschaften von der Saison 2005/2006 zu der laufenden Saison. In Kiel größter Abgang mit 5 Mannschaften. Im C-Jugend Bereich Geburtsjahrgänge 92/93 einen Zugang von 42 Mannschaften, In Kiel größter Zulauf mit insgesamt 8 Mannschaften. Im D-Jugendbereich Geburtsjahrgänge 94/95 Zugang von 18 Mannschaften, hiervon hat der KFV Dithmarschen einen hohen Anteil mit 7 Mannschaften. Im E-Jugendbereich Geburtsjahrgänge 96/97 insgesamt ein Zugang von 32 Mannschaften auffällig Ostholstein mit einem Abgang von 7 Mannschaften und positive Ausreißer Lübeck mit 12 und Rendsburg Eckernförde mit 9 neuen Mannschaften.
49 neue Mannschaften im F-Jugendbereich Geburtsjahrgang 99 mit 22 neuen Mannschaften im KFV Neumünster , aber auch erste rückläufige Zahlen wie in Lübeck und Stormarn.
In der G-Jugend Geburtsjahrgänge 00 und jünger einen eher geringen Zuwachs von 22 Mannschaften, hier Stillstand bzw. Rückgang in den vier kreisfreien Städten Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck.
Aushängeschild der positiven Mannschaftsentwicklung ist der Frauen und Mädchenbereich. Im Frauenbereich 30 neue Mannschaften eigentlich gleichmäßig über das Verbandsgebiet verteilt. 51 neue Mädchenmannschaften sind das Rekordsegment in der positiven Mannschaftsentwicklung im SHFV Positive Trendsetter hierbei Stormarn mit 18 und Rendsburg Eckernförde mit 12 neuen Teams in der Saison 2006/2007. Gegen den Strom schwimmt Lübeck und Segeberg mit negativen Entwicklungen.
Eine landeseinheitliche Entwicklung der Mannschaftsstärken über alle Bereiche im SHFV lässt sich nicht feststellen, es ist aber festzuhalten, dass wir in einzelnen Segmenten, in ersten kleineren Ansätzen die Auswirkungen des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft im Fußball in Schleswig-Holstein spüren.
Wie durch das Projekt Zukunftsentwicklung im SHFV schon eingeleitet, ist es notwendig die aktuellen Strukturen konsequent auf den Prüfstand zu stellen und mit den künftigen Entwicklungen, die absehbar sind zu vergleichen. Der demografische Wandel ist dabei eine der größten Herausforderungen Auch der Fußball muss sich dieser stellen und Antworten geben. Wie sollen Spielbetrieb und Vereinsleben weitergehen, wenn sich die Mitgliederstrukturen klar verändern? Wir werden älter, bunter und weniger.
Wir müssen uns sehr wohl mit kreativen Ideen befassen und uns neuen Betrachtungsweisen öffnen, um ein gemeinsames Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Möglichst viele Spieler müssen dem Fußballspiel erhalten bleiben, einmal als Spieler, zum anderen dem Verein auch als Mitarbeiter. Insofern finde ich es nur konsequent und richtig, dass sich die deutsche Fußballfamilie aktiv mit der Erarbeitung eines Fußballentwicklungsplanes für den gesamten DFB beschäftigt.
Der Fußball in seiner Einheit- von den Kreisklassen bis zur Nationalmannschaft, in allen Altersklassen, egal ob männlich oder weiblich- muss daraufhin untersucht werden, ob er den heutigen und künftigen Anforderungen noch entspricht. Wir alle sollten zukunftsorientiert daran mitarbeiten, dass wir mit einem Fußballentwicklungsplan ein Werkzeug erhalten, das den Verantwortlichen als Steuerungsinstrument dienen kann sowie Orientierungshilfen für Gremien und Mitarbeiter bieten soll. Hierbei ist es für mich wichtig, dass wir natürlich keinen "Einheitsbrei" entwickeln, sondern das unterschiedliche Leistungsvermögen in den Regionen berücksichtigt werden müssen. Dies bedeutet, dass die Aufgabenverteilung von Aufgabenfeld zu Aufgabenfeld und Regelungen von Region zu Region unterschiedlich sein müssen
Der Fußball im SHFV wird durch diese und weitere Projekte dafür sorgen, dass nicht nur der Leistungsfußball sondern auch der Amateurfußball immer wieder modernisiert und zeitgemäß gestaltet wird.Der Amateurfußballkongress hat für den Amateurfußball folgende zukünftige Handlungsfelder herausgearbeitet, die sich zum Teil schon in der Umsetzung befinden
Weiterentwicklung konkreter und spezifischer Angebote insbesondere für die Zielgruppen Kinder damit ist gemeint kindgerechte Spielformen bis zehn Jahre, Mädchen und Frauenfußball ,Ältere und gemischte Mannschaften.
Modernisierung und Differenzierung durch Flexibilität der Spielformen, Orientierung an Erfolgsmustern von Trendsportarten und Einbeziehung neuer Fußballformen wie Futsal, Beachsoccer ,Streetsoccer
Weiterentwicklung der Qualifizierungsangebote insbesondere für Kurzschulungen im Verein für Trainer im G-,F- und E-Juniorenbereich
Lobbyarbeit für den Bereich Sportplatzneubau und Erhaltung Schaffung von Bolzplätzen in Wohngebieten
PR-Kampagnen zur Imageverbesserung des DFB-Vereinsfußballs
Initiativen zur Einbindung des bisher vom DFB Fußball nicht erreichten Potenzials ( ca. 7. Millionen ) an Freizeit Fußballern und Fußball-Interessierten durch angepasste Angebote für beide Geschlechter und in allen Altersgruppen.
Der Fußball steht heute wie nie zuvor im Spannungsfeld zwischen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozessen, die unsere Zeit mit sich bringt. Längst ist um unseren Sport ein eigener Wirtschaftszweig gewachsen, die Auswirkungen dieser Entwicklung sind Segen und Last zugleich. Fußball muss seinen Charakter als Massenbewegung erhalten- gleichermaßen ein Sport für Arm und Reich sein. deswegen müssen wir verhindern, dass einige wenige Große immer mehr Einfluss gewinnen und diesen auf Kosten der vielen Kleinen geltend machen. Wir brauchen ein System der Balance und des Ausgleichs, in dem die Solidarität für alle Mitglieder der Fußballfamilie ein zentrales Prinzip ist. Wir alle gemeinsam sollten für einen Fußball stehen, der sich in allen Fragen seiner Verantwortung und seiner Bedeutung für die Entwicklung der Jugend bewusst ist- ohne Jugend hat der Fußball keine Zukunft
Ich fasse zusammen:
Fußball verbindet: Der Fußball hat sich zu einem weit verbreiteten Phänomen entwickelt: Die Einflusssphäre des Sports erreicht breite und heterogene Massen.
Fußball vermittelt: In einer zunehmend individualisierten Gesellschaft vermittelt Fußball Gemeinschaftserlebnisse und Halt für sehr viele Menschen.
Fußball fasziniert :Sportliche Großereignisse erreichen und begeistern breite Teile der Bevölkerung
Zwei Zitate, die aus meiner Sicht Leitlinien für das Arbeiten in unserem Verband sein sollten
"Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren was er besitzt"
"Wer sich frühzeitig auf andere Zeiten einstellt, solange es ihm noch gut geht, handelt klug- und gehört damit zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen"
Hans-Ludwig Meyer Vizepräsident SHFV
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