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Tolle Publikumsunterstützung beim U 19-Frauen 4:1 Sieg gegen Schweden in Lübeck
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Isabel Kerschowski (r.) bejubelt ihr Tor zum 2:0 |
Die U 19-Frauen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind mit einem 4:1 (2:0) gegen Schweden in die abschließende Qualifikationsrunde zur UEFA U 19-Europameisterschaft gestartet. Beim Vierer-Turnier in Schleswig-Holstein sind außerdem Ungarn und Schottland die Gegner. Zur EM-Teilnahme berechtigt alleine der Gewinn des Turniers. Nur der insgesamt beste Gruppenzweite darf ebenfalls zur EM. Am Donnerstag geht es in Büdelsdorf gegen die Ungarinnen (18 Uhr) und am Sonntag in Lübeck gegen die Schottinnen (14 Uhr).
Im Lübecker Stadion Lohmühle übernahm das deutsche Team vor 2500 Zuschauern von Beginn das Kommando. In der 22. Minute verpasste Carolin Schiewe bei der ersten großen Torgelegenheit einen Freistoß von Nadine Kessler nur haarscharf. Allerdings waren auch die Skandinavierinnen ab und an gefährlich: In der 26. Minute traf Emma Lundh nach einer Ecke per Kopf das Außennetz. Wenig später machte es Katharina Baunach besser. Kessler legte bei einem erneuten Freistoß auf und die Abwehrspielerin des FC Bayern München traf aus mehr als 20 Metern zum 1:0 (32.).
Ein Zusammenspiel der Kerschowski-Schwestern hätte kurz darauf fast zum zweiten Tor geführt, doch Isabel köpfte die Flanke von Monique neben das Tor (39.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff durfte Isabel Kerschowski dann doch jubeln: Nach einem Doppelpass mit Nathalie Bock prallte der Schuss der Potsdamer Angreiferin vom Innenpfosten zum 2:0 ins schwedische Tor (44.).
Nach dem Wechsel baute das Team von DFB-Trainerin Maren Meinert ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Zunächst traf Bianca Schmidt in der 56. Minute nach Ecke von Baunach per Kopf aus kurzer Distanz zum 3:0, ehe die eingewechselte Stephanie Goddard mit ihrem ersten Ballkontakt das vierte deutsche Tor erzielte. Die Stürmerin des FC Gütersloh 2000 war in der 82. Minute per Heber nach Pass von Bock erfolgreich. Den Schwedinnen gelang in der 85. Minute durch Ida Brännström nur noch der Anschlusstreffer. Lisa Schwab traf in der 88. Minute mit einem Linksschuss den Außenpfosten.
"Meine Mannschaft hat ein hervorragendes Spiel gezeigt. Mit diesem deutlichen Ergebnis konnten wir nicht rechnen. Die Mannschaft hat diese schwierige Situation, dass von dem ersten Spiel die Teilnahme an der EM und WM abhängt, ausgezeichnet gelöst. Wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden und uns viele Torchancen erarbeitet", lobte Meinert ihr Team.
Die deutsche Aufstellung: Holz - B. Schmidt, Draws, Schiewe, Baunach - Kessler (71. Schwab), Dej (59. Wübbenhorst), Bock - M. Kerschowski, I. Kerschowski (81. Goddard), N. Banecki
Im zweiten Spiel der Gruppe trennten sich Schottland und Ungarn in Lübeck 3:3 (2:0). Hayley Cunningham (4.), Jennifer Beattie (25.) und Ruesha Littlejohn (85.) hatten die Schottinnen zum 2:0 und 3:2 in Führung geschossen, doch Zsanett Jakabi (58.), Szabina Talosi (65.) und Erika Schuh (89.) retteten den Ungarinnen noch einen Punkt.
Die Teilnahme der U 19-Frauen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an der Endrunde der UEFA Europameisterschaft hat Tradition. Seit der Einführung des Wettbewerbs zur Saison 1997/98 haben sich die deutschen Frauen stets für das Finalturnier qualifiziert. Auch in diesem Jahr will Maren Meinert, für die das Turnier in Island die dritte EM als verantwortliche DFB-Trainerin wäre, mit ihrer Mannschaft die Qualifikation schaffen. „Nur der Sieger des Turniers nimmt an der EM teil. Das ist unser Ziel. Da wollen wir hin“, sagt Maren Meinert.
"Wir hoffen, dass uns die Zuschauer zum Turniersieg tragen"
Die Vorzeichen für eine erneute Teilnahme an der Endrunde sind günstig: Deutschland ist Titelverteidiger. Einige Spielerinnen, die im vergangenen Jahr den Titel gewannen, sind auch diese Saison noch für die U 19-Frauen spielberechtigt. Und das DFB-Team hat beim Vierer-Turnier ein Heimspiel, empfängt die Gegner im Gebiet des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes.
Für Maren Meinert ein deutlicher Vorteil: „Wir wollten unbedingt dieses Turnier in Deutschland spielen“, erklärt die DFB-Trainerin, „in der Vergangenheit mussten wir viel reisen und auswärts antreten. Daher ist es für unsere Spielerinnen natürlich toll, vor eigenem Publikum anzutreten. Hier können wir uns präsentieren und hoffen natürlich auch darauf, dass uns die Zuschauer zum Turniersieg tragen.“
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Monique Kerschowski (l.) im Zweikampf |
Derzeit plant die Weltmeisterin von 2003 mit einem Spektrum von 30 Spielerinnen. „Da sind auch Spielerinnen aus dem Jahrgang 1989 dabei, die vielleicht noch nicht für die Quali in Schleswig-Holstein in Frage kommen. Doch wir wollten ihnen schon mal die Gelegenheit geben, in die U 19 hineinzuschnuppern und Erfahrungen zu sammeln.“
Eine gute Mischung
Es ist eine gute Mischung. Zu den aufstrebenden Talenten gesellen sich auch Spielerinnen, die im vergangenen Jahr bereits Mitglieder der erfolgreichen U 19 waren und sogar an der U 20-Weltmeisterschaft in Russland teilnahmen. „In dieser Altersklasse sind Leistungsschwankungen normal. Daher ist es gut, wenn die Spielerinnen aus solchen Situationen lernen. Unsere erfahrenen Spielerinnen haben da schon ihre Qualitäten, die sich einbringen können und werden.“
Gegner "auf keinen Fall unterschätzen"
Ungarn, den Gastgeber der U 19-EM 2005 kennen die deutschen Frauen gut. Damals siegte der DFB-Nachwuchs in Bük 2:0. „Ungarn ist ein Gegner, der tief in der eigenen Hälfte steht und spielstark in der Offensive agiert“, analysiert Maren Meinert, „aber auch ein Konkurrent, den wir schlagen müssen, wenn wir den Anspruch haben, an der EM und WM teilzunehmen.“
Schottland schließlich wirft traditionelle Qualitäten in die Waagschale. „Bekannt kampfstark und einsatzfreudig“, befindet die gebürtige Duisburgerin, „in der zweiten Quali-Runde des vergangenen Jahres haben wir 7:0 gewonnen. Geht Schottland allerdings in Führung, sind sie schwer zu überwinden. Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen.“ Und hoffentlich mit einer guten Leistung bei der zweiten Qualifikationsrunde die zehnte Endrundenteilnahme seit 1997 sicherstellen.
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Eine besondere Drucksituation außergewöhnlich gut gemeistert
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Bianca Schmidt und Monique Kerschowski (l.) im Spiel gegen Schweden |
Eine Drucksituation gut gemeistert und einen großen Schritt in Richtung EM-Teilnahme gemacht: Nach dem verdienten 4:1 (2:0)-Erfolg in der Auftaktpartie der zweiten Qualifikations-Runde zur U 19-Europameisterschaft 2007 über Schweden lag ein breites Lächeln auf den Gesichtern der U 19-Frauen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und ihres Betreuerstabs. "Mit so einer Leistung gegen den wohl stärksten Gruppengegner konnten wir nicht rechnen", gab Trainerin Maren Meinert nach dem Schlusspfiff zu und erklärte: "Diese Drucksituation, dass von einer Begegnung die Teilnahme an Turnieren in den nächsten Jahren abhängt, haben die Spielerinnen außergewöhnlich gut gemeistert." Schließlich nimmt nur der Sieger des Vierer-Turniers sicher an der Europameisterschaft teil und erhält sich damit die Chance auf ein Ticket für die U 20-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr.
Dass der Gegner in dieser wegweisenden Partie ausgerechnet Schweden und damit eine der führenden Nationen im Frauenfußball hieß, beeindruckte die deutschen Frauen nicht wahrnehmbar. Vom Anpfiff an bestimmte das Team um Spielführerin Nadine Keßler vor 2500 Zuschauern das Geschehen auf dem Rasen des Lübecker Stadions an der Lohmühle. "Wir haben in der Abwehr sicher gestanden und insgesamt sehr konzentriert agiert. Daraus resultierten dann einige Torchancen, die wir konsequent genutzt haben", analysiert Maren Meinert. Dass die Tore allesamt schön herausgespielt und sehenswert waren, setzte nur noch eine Extraportion Sahne auf dem Kuchen.
Eine Sonderleistung, die das Publikum mehrfach mit Szenenapplaus und am Ende der Partie mit stehendem Jubel honorierte. "Wir wollten das Turnier unbedingt in Deutschland bestreiten, um Werbung für den Frauen- und Mädchenfußball machen zu können. Ich habe meiner Mannschaft in der Kabine gesagt, dass sie die Zuschauer abholen und mitnehmen muss", erläuterte die DFB-Trainerin ihre Ansprache in der Umkleide. Nach der Partie sah die Weltmeisterin von 2003 dieses Ziel als erreicht an: "Ich bedanke mich beim Publikum für die Unterstützung. Diese Leistung hat sicher Lust auf mehr gemacht und wir würden uns freuen, wenn wir am Donnerstag bei der zweiten Begegnung in Büdelsdorf und am letzten Spieltag am Sonntag in Lübeck eine ähnliche Kulisse haben." Ungarn und Schottland heißen dann die nächsten Gegner der DFB-Frauen. 3:3-Unentschieden trennten sich die beiden weiteren Kontrahenten am Dienstag.
Für Calle Barrling, den Coach der schwedischen Auswahl, stand der Turniersieger bereits am Dienstag fest: "Ich habe noch nie eine so starke deutsche U 19-Mannschaft gesehen. Wir wollten ihre Passaktionen unterbinden und so unsere Chancen suchen. Aber sie waren einfach zu schnell für uns. Allerdings muss ich auch betonen, dass unsere Saison noch nicht gestartet ist und die meisten Spielerinnen bisher nur Testbegegnungen absolviert haben." Maren Meinert schenkte den Lobeshymnen ohnehin keine Beachtung: "Schon Ungarn am Donnerstag wird keine leichte Aufgabe. Sie haben aus wenigen Möglichkeiten drei Tore gemacht und einen 0:2-Rückstand aufgeholt. Wir werden wieder eine gute Leitung bringen müssen, um den nächsten Schritt zu machen."
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