|
KIEL. Innenminister Ralf Stegner hat die Entschlossenheit von Behörden und Vereinen im Kampf gegen gewalttätige Zuschauer von Fußballspielen angekündigt. "Im Umgang mit Fußballrowdies gilt das Prinzip von null Toleranz und schneller Reaktion", sagte Stegner am Mittwoch (14. März) in Kiel.
Der Minister hatte Vertreter aus den Bereichen Sport und Polizei eingeladen, um mit ihnen Maßnahmen gegen die zunehmende Gewalt bei Fußballspielen zu erörtern. An der Besprechung nahmen auch Mitarbeiter von Fan-Projekten sowie Verantwortliche aus der Landespolitik, den Kommunen, der Jugendarbeit sowie von Verkehrsunternehmen teil.
Nach dem ersten Treffen, dem weitere folgen werden, sagte Stegner, man habe sich darauf verständigt, die Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen, Polizei und Fan-Projekten zu intensivieren. Einzelne Maßnahmen und Konzepte müssten stärker aufeinander abgestimmt werden und in verbindliche Vereinbarungen münden. "Die Gewaltbereitschaft in und vor Stadien ist ein Problem, das Sportvereine und Polizei nicht allein lösen können", sagte Stegner. Eltern und Lehrer seien ebenso gefordert wie soziale Organisationen, Kommunen bis hin zu Wohnungsunternehmen.
Stegner sprach sich dafür aus, weitere Fan-Projekte zu gründen und die Betreuung der Fußballfans durch Vereine noch besser zu betreuen. Die Arbeit mit Fußballfans dürfe sich nicht nur auf das Stadion und das Fußballwochenende beschränken, sondern müsse verstärkt auch die anderen Freizeitaktivitäten der Jugendlichen in ihrem Alltag einbeziehen. "Wir brauchen Sozialarbeit am Wohnort", sagte der Minister. Diese soziale Arbeit müsse mit anderen gewaltpräventiven Initiativen und Projekten vernetzt werden.
Vorbildlich sei das Projekt "Schleswig-Holstein kickt fair", eine gemeinsame Initiative des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, des Landesportverbandes und der Sportjugend. Damit will man besonders der Gewalt auf Sportplätzen entgegenwirken. Weitere Projekte seien "Sport gegen Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit" sowie "Integration durch Sport". Bei "Sport gegen Gewalt" werden in 80 Gruppen rund 2.000 Kinder und Jugendliche wöchentlich betreut. Außerdem gibt es jährlich rund 50 Sonderveranstaltungen wie Spiel- und Sportfeste und Turniere. "Integration durch Sport" erreicht Woche für Woche rund 1.850 Teilnehmer. 42 Vereine organisieren etwa 340 Angebote.
Zu dem Katalog repressiver Maßnahmen gehören nach Ansicht des Ministers beispielsweise konsequente Platzverweise, Stadionverbote bis zum Unterbindungsgewahrsam für Rowdies. Die Polizei werde bei Fußballspielen auch weiterhin eine starke Präsenz und eine niedrige Einschreitschwelle zeigen. Das gelte besonders für den harten Kern der Hooligans, die Fußballspiele lediglich als Plattform für gewalttätige Auseinandersetzungen nutzten. Hooligans könne man mit den auf Prävention angelegten Mitteln der Jugendarbeit nicht mehr erreichen. Die Kommunen sieht Stegner in der Pflicht, die bauliche Sicherheit in ihren Sportstätten umfassend zu gewährleisten. |