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Der Norden will die dritte Liga

Der Norden will die dritte Liga Sowohl der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) als auch die beiden Regionalligisten Holstein Kiel und VfB Lübeck fordern eine eingleisige dritte Profiliga – und die Abschaffung der Oberligen.

Der deutsche Fußball steht vor einer Zerreißprobe. Knackpunkt ist die geplante Einführung der eingleisigen dritten Profiliga als Unterbau der beiden Bundesligen. Was auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 8. September mit Wirkung von der Saison 2008/09 an beschlossen werden sollte, ist offenbar in weite Ferne gerückt. Auslöser ist der Streit um die Teilnahme der zweiten Mannschaften der Bundesligisten, die von den meisten Regionalligisten abgelehnt wird. Die Proficlubs aber beharren darauf. Die Drittligisten, darunter auch Holstein Kiel und der VfB Lübeck, begründen ihre Ablehnung mit der geringen Attraktivität der Reservemannschaften und der Wettbewerbsverzerrung – setzen doch die Bundesligisten häufig Profis ein.

In einem Gespräch zwischen der SHFV-Führung und den beiden schleswig-holsteinischen Regionalligisten wurde gestern noch einmal die Ablehnung gegenüber den Bundesliga-Clubs deutlich. „Wir wollen eine eingleisige dritte Liga mit 18 Teams ohne zweite Mannschaften“, betonen SHFV-Vizepräsident Hans-Ludwig Meyer und Geschäftsführer Jörn Felchner. Damit verbunden fordert der SHFV auch die Abschaffung der neun Oberligen. „Sie passen nicht mehr in die Zeit, wir müssen die Spielklassen straffen“, empfiehlt Felchner.

Vizepräsident Meyer verweist auf die Strukturreform im Lande, die zur Saison 2008/09 greift und eine Verbesserung des Niveaus zur Folge haben soll. „Dies haben wir zu Stande gebracht, weil wir die Bezirke, Kreise und Vereine mit an dem Prozess beteiligt haben“, sagt Meyer. Als Unterbau für die drei Regionalligen sind nach dem SHFV-Vorschlag bundesweit 27 Verbandsligen – unter anderem die so genannte Schleswig-Holstein-Liga – geplant. Die höchsten Landesklassen werden nach Ansicht der beiden SHFV-Funktionäre aufgewertet. „In den Oberligen sind mit Ausnahme der zweiten Teams der Proficlubs doch kaum glückliche Vereine zu finden“, begründen Felchner und Meyer ihre Offensive.

Der SHFV hat dem Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) einen Abänderungsantrag vorgelegt, der vom NFV beim DFB-Bundestag vorgelegt werden soll. Daraus geht hervor, dass sich aus den neun Oberligen 2007/2008 jeweils die vier erstplatzierten Teams für die dreigeteilte Regionalliga 2008/09 qualifizieren.

Felchner und Meyer reisen jedoch nicht besonders optimistisch zum DFB-Bundestag. Hat doch DFB-Präsident Theo Zwanziger durchblicken lassen, dass „auch alles so bleiben könne, wie es derzeit ist“. Die Landesverbände befürchten, dass sich wieder einmal der Profi-Fußball durchsetzen wird. „Das wäre eine grausame Entscheidung“, sagt Meyer.

 JÜRGEN MUHL SHZ

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