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Ein Traum ging in Erfüllung

Schleswig-Holsteins Fußballer haben jetzt eine wahre Weltmeisterin in ihren Reihen. Die 18jährige Nina Jokuschies von Holstein Kiel gehörte dem bundesdeutschen Team von Trainerin Sylvia Neid an, die in Thailand im November den größten Erfolg in ihrer bisherigen Geschichte feiern konnte, nämlich den Gewinn der Weltmeisterschaft. Die haushohen Favoriten USA und Kanada waren dabei auf der Strecke geblieben. Nina Jokuschies stand zwar im Finale von Bangkok nicht auf dem Rasen, doch auf der Reservebank fieberte sie mit. Im Vorrundenspiel gegen Kanada hatte Nina eine bravouröse Leistung in der Abwehr gezeigt und einen ganz entscheidenden Anteil am Weiterkommen. Bundestrainerin Neid: "Nina gehört die Zukunft. Schließlich kann sie noch ein weiteres Jahr in der U19 spielen".Einer, der den Weg von Nina Jokuschies sportlich wesentlich beeinflußt hat, ist der Landestrainer für Mädchen und Frauen im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband, Eberhard Ziemke.

Schleswig-Holsteins Fußballer haben jetzt eine wahre Weltmeisterin in ihren Reihen. Die 18jährige Nina Jokuschies von Holstein Kiel gehörte dem bundesdeutschen Team von Trainerin Sylvia Neid an, die in Thailand im November den größten Erfolg in ihrer bisherigen Geschichte feiern konnte, nämlich den Gewinn der Weltmeisterschaft. Die haushohen Favoriten USA und Kanada waren dabei auf der Strecke geblieben. Nina Jokuschies stand zwar im Finale von Bangkok nicht auf dem Rasen, doch auf der Reservebank fieberte sie mit. Im Vorrundenspiel gegen Kanada hatte Nina eine bravouröse Leistung in der Abwehr gezeigt und einen ganz entscheidenden Anteil am Weiterkommen. Bundestrainerin Neid: "Nina gehört die Zukunft. Schließlich kann sie noch ein weiteres Jahr in der U19 spielen".Einer, der den Weg von Nina Jokuschies sportlich wesentlich beeinflußt hat, ist der Landestrainer für Mädchen und Frauen im Schleswig-Holsteinischen Fußballverband, Eberhard Ziemke. "Ihren Höhepunkt hatte sie eigentlich im Jahre 2003, als sie Stammspielerin der U17-Europameister-Mannschaft war", so der Neumünsteraner, der als Cotrainer auf bundesdeutscher Ebene für die U17 zuständig ist. Nun folgte für Nina Jokuschies das i-Tüpfelchen, der Gewinn der Weltmeisterschaft mit der U 19-Nationalmanschaft. Eine Weltmeisterin aus Schleswig-Holstein, so etwas hatte es zuvor noch nicht gegeben. Ein Novum in der SHFV-Geschichte und zugleich ein Beweis, dass auch in Schleswig-Holstein der Mädchen-und Frauenfußball eine rasante Entwicklung genommen hat.

Wann wurde Nina entdeckt?

Ziemke: "Ich erinnere mich noch ganz genau. Im Städtischen Stadion zu Neumünster fand die Aktion "Fußball macht Freude" statt. Ich sah, dass dort im Team vom TSV Aukrug, wo um sie herum nur Jungs waren, ein Mädchen auffiel, das sehr geschickt am Ball war. Eine Begabung, die ich in dieser Form noch nicht gesehen hatte". Ihr Name Nina Jokuschies. In einer Jungsmannschaft zu spielen ist immer etwas Positives. Man denke da nur an die 25fache Nationalspielerin Frauke Kuhlmann (Schmalfeld/Rheine), an die aktuelle Nationalspielerin Britta Carlson (HSV, Potsdam) oder an Claudia von Lanken und Vanessa Schröer vom Bundesligisten HSV.Nina Jokuschies bekam, nachdem sie erfolgreich gesichtet war, eine Einladung in die Sportschule Malente. Dort wurden in vielen Lehrgängen einige Schwächen ausgemerzt und die Stärken weiter ausgebaut. Fortan durfte sie dann in der SHFV-Landesauswahl ihr Können weiter unter Beweis stellen und stand damit im bundesdeutsche Fokus. In heimatlichen Aukrug fand das Jungtalent darüberhinaus ideale Spielmöglichkeiten. Ihr Elternhaus in Bünzen war nicht einmal 10 Minuten vom Sportplatz entfernt. Der TSV Aukrug, und hier besonders der Platzwart, unterstützten sie so gut wie es ging. Ein Kopfballpendel wurde angeschafft, dort trainierte sie ihre große Kopfballstärke an. Als sie nicht mehr in einer Jungsmannschaft (bis zur B-Jugend ist dies erlaubt) spielen durfte, erfolgte der Wechsel zum Verbandsligisten MTSV Olympia Neumünster. Über Olympia führte der weitere Weg dann zum Regionalligisten Wittenseer SV. Seit dieser Spielzeit gehört sie den "Holstein Woman" von Holstein Kiel an, die derzeit ungeschlagen die Tabelle der Regionalliga Nord anführen. Damit befinden sich die Kieler Fußballerinnen (ein Zusammenschluss von Wittensee und Schilksee) auf dem besten Wege in die 2.Liga. Dies ist für den weiteren sportlichen Weg von Nina unabdingbar.Die SHFV-Landesauswahl mit ihrem großen Förderer Eberhard Ziemke und die Turniere in der Sportschule Duisburg-Wedau waren schließlich das Sprungbrett für die internationale Karriere von Nina Jokuschies. "Mit der SHFV-Auswahl erreichten wir zuletzt einen ausgezeichneten 4.Platz beim U21-Turnier im Jahre 2004", so Eberhard Ziemke, dem Motor des Mädchen-und Frauenfußballs in Schleswig-Holstein. Nina Jokuschies war wieder in den Notizbüchern des DFB-Trainerstabs um Tina Theune-Meyer und Sylvia Neid. Beeindruckend ihr Kopfballspiel, sowie das gute Zweikampfverhalten in der Defensive. Stark auch ihre hohe Laufbereitschaft. Für die Weltmeisterschaft in Thailand stand sie auf Abruf bereit. Dann hatte die 18jährige, die in der Schule zu den Besten zählt, auch sportliches Glück. Denn eine Spielerin verletzte sich und konnte somit die Reise nach Thailand nicht mit antreten. Für Nina Jokuschies kam nun der große Augenblick. Sie trat die Reise in den Fernen Osten mit an. Ein Traum ging für die Abiturientin der Immanuel-Kant-Schule in Neumünster mit dem Gewinn des Weltmeistertitels in Erfüllung. Nun hat der graue Alltag sie wieder eingeholt. Das Abitur ruft und danach ein Studium, wenn möglich in Kiel. In der Landeshauptstadt stehen ihr auch sportlich die Türen in einer sehr homogen wirkenden Mannschaft offen. Dort kann sich die am 4.August 1986 geborene weiter entwickeln. Da traf es sich gut, dass sie gestern Abend im Haus des Sports in Kiel ein paar entspannte Stunden verbringen durfte, im Kreis von ebenfalls erfolgreichen Athlet(inn)en.Innenminister Klaus Buß sprach in seiner Rede davon, die Dopingbekämpfung müsse von allen Regierungen und internationalen Sportverbänden getragen werden, wolle der Sport kein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen. 
LSV-Präsident Ekkehard Wienholtz, machte den Sportlern Mut. Schleswig-Holstein verfüge zwar nicht über die Wirtschaftskraft anderer Bundesländer, sei aber dennoch in der Lage, Kräfte zu konzentrieren und mit wohl durchdachten Maßnahmen erfolgreiche Athleten hervorzubringen. „Spitzensport in Schleswig-Holstein hat Zukunft“, ist Wienholtz überzeugt. Helmut Röhrs 

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