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Dr.Theo Zwanziger als designierter Geschäftsführender Präsident des DFB beim SHFV im Pressegespräch

Dr.Theo Zwanziger soll beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 23. Oktober in Osnabrück zum Geschäftsführenden Präsidenten gewählt werden und mit dem bisherigen Amtsinhaber Gerhard Mayer-Vorfelder eine „Doppelspitze" bilden. Ab 2006 ist der promovierte Jurist als alleiniger „Chef" vorgesehen. Der Schatzmeister, in den DFBLandesverbänden als loyaler, teamfähiger und zuverlässiger Funktionär geschätzt, gilt beim größten Sportfachverband der Welt als uneitler Hoffnungsträger, der verkrustete Strukturen aufbrechen und neue Integrität herstellen soll.
Seine erste Bewährungsprobe muss der 59-Jährige bereits in diesen Tagen im Konflikt mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann um das Mannschaftsquartier für die WM 2006 bestehen. Während Zwanziger auf Einhaltung des Vertrages mit Bayer Leverkusen pocht, will Klinsmann gemäß seiner schriftlich fixierten Kompetenzen darüber selbst entscheiden. Der Ausgang dieses Machtkampfes ist derzeit völlig offen. Rund um diese Themen stellte sich Dr.Theo Zwanziger den Fragen der Presse aus Schleswig-Holstein in seiner sehr eigen ruhigen und kompetenten Art

ZUR PERSON: THEO ZWANZIGER
Theo Zwanziger soll beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 23. Oktober in Osnabrück zum Geschäftsführenden Präsidenten gewählt werden und mit dem bisherigen Amtsinhaber Gerhard Mayer-Vorfelder eine „Doppelspitze" bilden. Ab 2006 ist der promovierte Jurist als alleiniger „Chef" vorgesehen. Der Schatzmeister, in den DFBLandesverbänden als loyaler, teamfähiger und zuverlässiger Funktionär geschätzt, gilt beim größten Sportfachverband der Welt als uneitler Hoffnungsträger, der verkrustete Strukturen aufbrechen und neue Integrität herstellen soll.
Seine erste Bewährungsprobe muss der 59-Jährige bereits in diesen Tagen im Konflikt mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann um das Mannschaftsquartier für die WM 2006 bestehen. Während Zwanziger auf Einhaltung des Vertrages mit Bayer Leverkusen pocht, will Klinsmann gemäß seiner schriftlich fixierten Kompetenzen darüber selbst entscheiden. Der Ausgang dieses Machtkampfes ist derzeit völlig offen.
Theo Zwanziger wurde am 6. Juni 1945 in Altendiez/Westerwald geboren und begann seine berufliche Laufbahn 1965 als Steuerinspektor, später war er Dezernent der Kreisverwaltung Montabaur, Verwaltungsrichter und Regierungspräsident in Koblenz. 1991 gründete er eine Anwaltskanzlei in Thüringen und später in Altendiez. Seit 1992 ist Zwanziger, der bis 1975 beim seinem Heimatklub VfL Altendiez kickte, Mitglied im DFB-Vorstand, seit 2001 als Schatzmeister. Seit vergangenem Jahr ist der verheiratete Vater von zwei Söhnen außerdem in der vierköpfigen Spitze des Organisationskomitees für die WM 2006 für Finanzen, Personal und Recht zuständig. tp

„Klinsmann kann nicht Verträge auflösen" Gespräch mit dem DFB-Schatzmeister beim Kieler Festseminar zum 50. Jahrestag des „Wunders von Bern"
Mit dem designierten DFB-Chef Theo Zwanziger sprach Thomas Pfeiffer von den Kieler Nachrichten

Herr Zwanziger, schon bevor Sie am 23.Oktober für das Amt des Geschäftsführenden Präsidenten des DFB kanditieren, müssen Sie öffentlich einen Konflikt mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann um das Mannschaftsquartier für die Weltmeisterschaft 2006 austragen. Ein misslungener Einstieg ? Wir haben eine Meinungsverschiedenheit, die wir vernünftig lösen werden. Ich will, dass Jürgen Klinsmann die Nationalmannschaft optimal auf die WM vorbereitet. Aber ich möchte auch, dass er das Projekt Nationalmannschaft nicht vollständig aus dem DFB ausklammert. Wir können nicht alles hinterfragen, was schon verabredet ist. Wir haben darauf zu achten, dass unser Verhältnis zu Partnern und Sponsoren über die WM 2006 hinaus fortbesteht.
Ist das der erste Rüffel für den neuen Bundestrainer?
Das hat mit Rüffel nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Wir wollen diese Kreativität und diesen Eigensinn von Jürgen Klinsmann. Auf der anderen Seite müssen wir darauf achten, dass die Grenzen unserer eigenen Glaubwürdigkeit nicht überschritten werden.

Sie selbst haben erklärt, dass Jürgen Klinsmann laut Arbeitsvertrag die Kompetenz hat, über das WM Quartier zu entscheiden. Anderseits pochen Sie auf Einhaltung der Vereinbarung mit Bayer Leverkusen. wie wollen Sie aus diesem Dilemma herauskommen, ohne dass eine der beiden Parteien beschädigt wird? Indem wir an der Sache orientiert arbeiten. Jürgen Klinsmann hat nicht die Kompetenz, Verträge aufzulösen.
Das ist in der Tat bedauerlich. Es hat eine Indiskretion gegeben. Danach gab es für uns nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir schweigen, dann wäre die Frage gestellt worden, wer beim DFB eigentlich das Sagen hat. Oder man äußert sich, dann heißt es, jetzt ist Streit ausgebrochen.
Kennen Sie die Quelle der Indiskretion?
Ja, aber ich nenne sie nicht.
Bereitet es Ihnen keine Sorge, dass in der kurzen Zeit seit der Ernennung Klinsmanns zum Bundestrainer schon solche Probleme entstehen?  Überhaupt nicht. Mir ist ein Mann lieber, denn man gelegentlich zur Ruhe mahnen muss als jemand, den man zur Jagd tragen muss.
In diesem Zusammenhang haben Sie auch gesagt, dass Regeln und Kompetenzen im DFB noch besprochen werden müssen. Können Sie das konkretisieren?
Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und ich haben noch einen gewissen Nachholbedarf, dass wir die Dinge, die wir unter vier Augen festgelegt haben, auch veröffentlichen.
Wie sind denn die Kompetenzen zwischen Gerhard Mayer-Vorfelder und Ihnen geregelt, zum Beispiel in Sachen Nationalmannschaft.
Die Zusammenarbeit darf nicht beginnen mit einem Rollenspiel, in dem der eine oder der andere sich nicht wirklich wieder findet. MV wollte nicht auf seine internationalen Aufgaben begrenzt bleiben. Und ich wollte nicht auf den Amateurbereich begrenzt werden. Der liegt mir zwar sehr am Herzen, aber ich muss auch im Leistungssport Profil gewinnen. Ich bin zuständig für alle Auswahlmannschaften ab der U21abwärts sowie den Trainerbereich, MV hat die Federführung über die Arbeitsgruppe Nationalmannschaft, der noch Liga-Chef Werner Hackmann und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt angehören.
Die Deutschte Fußball-Liga fordert mehr Mitsprache bei der Nationalmannschaft. Sind Sie zu Zugeständnissen bereit?
Eine Nationalmannschaft ohne Mitwirkung der DFL ist für mich eigentlich nie denkbar gewesen. Das hat auch in der Praxis nicht funktioniert. Die Klubs müssen mitwirken, aber sie müssen auch mitverantworten. Die Bereitschaft der Vereine, Spieler abzustellen und etwas für junge deutsche Talente zu tun, sind wesentliche Säulen für eine funktionierende DFBAuswahl.
Würden Sie Ihre Position bezüglich des Quartiers für die WM im eigenen Land auch um den Preis eines Rücktritts des Bundestrainer verteidigen?
Mann kann doch nicht ernsthaft unterschiedliche Meinungen in der Sache ständig unter Rücktrittserwägungen betrachten. Wenn es am Ende bei unterschiedlichen Meinungen bleibt, kann ich nur sagen, dass es einen Vertrag mit Bayer Leverkusen gibt. Solange der nicht aufgehoben ist, bleiben wir dort.

Aber Jürgen Kliinsmann hat bislang keine Kompromissbereitschaft angedeutet:
Der Jürgen, und das nimmt mich für ihn ein, lotet aus, wie weit er mit seinen Kompetenzen gehen kann.
Wo haben Sie selbst Fehler gemacht?
Ich gehe vielleicht etwas zu offen mit Journalisten um.

Im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (gör) erschien:

"Klinsmann verfolgt Theo Zwanziger bis nach Kiel"

Eigentlich war Dr. Theo Zwanziger gestern zu einer Reminiszenz an die "Helden von Bern" nach Kiel gekommen. Doch auch beim Festseminar des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes zur WM 1954 ließ den designierten DFB-Präsidenten der Alltag und damit der schwelende Machtkampf mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann nicht los. Zwanziger bekräftigte die Position des DFB, auf dem von Klinsmann abgelehnten Trainingslager bei der WM 2006 in Leverkusen zu bestehen: "Wir dürfen die Grenzen der Glaubwürdigkeit nicht überschreiten. An Vereinbarungen muss man sich halten." Er bedauerte, dass die Quartierfrage durch eine Indiskretion in die öffentliche Diskussion geraten sei. Dieser müsse man sich jedoch stellen. "Wenn beim DFB Grabesruhe herrschen würde, hieße es: Klinsmann regelt alles." Zwanziger empfahl dem neuen Bundestrainer Zurückhaltung: "Man muss nicht alles hinterfragen." Der DFB hatte Bayer Leverkusen zugesichert, als Dank für früheres Entgegenkommen (Freigabe Völlers für das Amt des DFB-Teamchefs, großes Konzern-Engagement bei der WM-Bewerbung) die Nationalmannschaft während des Turniers 2006 fest in der BayArena zu stationieren. Das lehnt Klinsmann wegen langer Anfahrtswege und eines ungeeigneten Rasens strikt ab. Neben Zwanziger waren gestern zum Festakt, den den der SHFV zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung sowie der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft veranstaltete, zahlreiche Gäste aus Politik und Sport, erschienen. Darunter der 54er-Weltmeister Ottmar Walter und Uwe Seeler, die von ihren Erinnerungen an den sensationellen Titelgewinn der deutschen Mannschaft vor 50 Jahren sowie an den legendären Trainer Sepp Herberger berichteten. Dazu gab es Referate über die historische Bedeutung dieses Sportereignisses.

Die Kieler Nachrichten ( TP) schrieb im Vorbericht „MV" behält Nationalelf


Kiel - Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bleibt auch zukünftig für die Nationalmannschaft zuständig. Das sagte DFB-Schatzmeister Theo Zwanziger bei einem Festseminar zum 50. Jahrestag des „Wunder von Bern" gestern Abend in Kiel. Wie Zwanziger, der beim DFB-Bundestag am 23. Oktober in Osnabrück zum zweiten Präsidenten neben Mayer-Vorfelder gewählt werden soll, zur Kompetenzverteilung in der DFB-Spitze weiter erläuterte, werde „MV" eine „Arbeitsgruppe Nationalmannschaft" leiten, der außerdem der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Werner Hackmann, und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt angehören. „Damit erhält die DFL die von ihr gewünschte Mitsprachemöglichkeit bei der Nationalmannschaft", so Zwanziger, der selbst für alle DFBAuswahlmannschaften unterhalb der U 21 sowie den Trainerbereich verantwortlich sein wird.
Im Konflikt mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann um die Frage des Mannschaftsquartiers für die WM 2006 beharrte der 59-Jährige auf seinem Standpunkt, wonach der mit Bayer Leverkusen geschlossene Vertrag zu erfüllen sei. Gleichwohl ist Zwanziger optimistisch, dass mit Klinsmann eine einvernehmliche Lösung erreicht werde.

Für die Dithmarscher Landeszeitung berichtete Wilfried Skowasch

Ein Präsident für die Basis

Dr. Theo Zwanziger ist sich der Macht im Deutschen Fußball-Bund bewusst

Kiel (sko) Der Mann wirkt selbstbewusst. Nur einmal verrät die Körpersprache Dr. Theo Zwanzigers, das nicht alles rund läuft beim Deutschen Fußball-Bund, der ihn am 23. Oktober in Osnabrück zum Geschäftsführenden Präsidenten wählen soll.Es ist gewiss ein bisschen wagemutig, ein Bild zu zeichnen nach dem halbstündigen Gespräch mit dem designierten DFB-Präsidenten. Zumal der Noch-Schatzmeister mächtige Gegner hat. Im deutschen Fußball, der Millionen von Menschen und Euros bewegt, gibt es mannigfaltige Interessen. Zwanziger aber scheint sich dessen bewusst zu sein, manches muss er noch lernen. Dass der Disput mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann in einer Rücktrittsdrohung mündete, verharmlost er. Fachlich gäbe es keinen Grund, nicht Präsident im größten Sportfachverband der Welt zu werden, die Schmerzgrenze sei persönlich zu ziehen. "Meine Privatsphäre bitte ich zu respektieren."Das macht den promovierten Juristen angreifbar, denn im Fußball ist nicht jedes Tackling fair, und es wird viel gerempelt. Gerhard Mayer-Vorfelder, der um des lieben Friedens willen noch bis zur WM Präsident sein darf, kocht vermutlich ein eigenes Süppchen, und auch Werner Hackmann ist als Präsident der Deutschen Fußball-Liga mit allen Wassern gewaschen.Zwanziger wird sich warm anziehen müssen, aber er ist sich der Macht bewusst, die die Amateure im DFB stellen. "Ich finde es schlimm, wenn ich höre: ihr seid doch von den Profivereinen abhängig", sagte er in Kiel. "Es ist genau umgekehrt."Das hört sich ein wenig weltfremd an, aber tatsächlich stellen die Amateure den Absatzmarkt für den professionellen Sport. Für Zwanziger gibt es sie noch, diese heile Welt im Fußball: "Der Wert unseres Sports liegt nicht im Geld." Sondern in der gesellschaftlichen Verantwortung. Das sind große Worte, die Mayer-Vorfelder so zuletzt nicht mehr über die Lippen kamen. "MV" darf sich in einer Arbeitsgruppe mit Hackmann und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt weiter um die Nationalmannschaft kümmern, Zwanziger nimmt sich der meisten Nachwuchsteams und der Trainer an. "Das sind wichtige Komponenten im Zukunftsbereich." Später wird er sagen, dass er sich im Leistungssport noch ein Profil erarbeiten muss. Vielleicht ist so gesehen die Doppel-Spitze ganz gut für den DFB und seine Mehrheit, die Amateure. Auch wenn es halt nicht einfacher wird, wenn es zuviele Köche gibt. "Es gibt Nachholbedarf darin, nach Außen zu transportieren, was Gerhard Mayer-Vorfelder und ich in Vier-Augen-Gesprächen für tragfähig erachten", sagt Zwanziger, der auch den Zwist mit Klinsmann in der Quartierfrage nicht scheut und der DFL prinzipiell ein Mitspracherecht bei der Nationalelf zugesteht. Aber Mitsprache bedeutet, so hört man heraus, ja noch lange nicht Mitbestimmung. Keine Frage, der Mann hat Mut. Aber leicht wird es nicht

Amateure sehen anders aus

SHFV beleuchtet das Wunder von Bern

Kiel (sko) Man kann ja vieles sagen über den Fußball in Schleswig-Holstein, das nach dem Abstieg des VfB Lübeck wieder ein weißer Fleck ist auf der Landkarte des Profi-Fußballs. Aber das Festseminar "Wir waren wieder wer! 50 Jahre nach dem Wunder von Bern" - nein, so etwas hat noch kein anderer deutscher Landesverband gestemmt. Der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) hatte in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft einen bunten Abend organisiert. Einen Abend , an dem nicht nur durch die Vorträge des bewegten Ottmar Walters und "Uns Uwe" Seeler das Berner Wankdorfstadion plötzlich im Kieler "Haus des Sports" stand und der legendäre Sepp Herberger quasi im Saal. Vielschichtig wurde dieses sensationelle 3:2 beleuchtet, dem so große Bedeutung für das nach dem Weltkrieg in Trümmern liegende deutsche Gemüt nachgesagt wird."Es war eine große Ehre für mich, an dieser Veranstaltung teilzunehmen", sagte daher der designierte Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, als er sich vom SHFV Vorstand und Kommunikationsbeauftragten Hans-Ludwig Meyer verabschiedete. "Es hat mir Spaß gemacht. Insbesondere die Herzlichkeit, die diese Veranstaltung ausstrahlte, sucht ihresgleichen." Man kann ja vieles sagen über den Fußball in Schleswig-Holstein - ohne Profis. Aber Amateure sehen anders aus. Dass Theo Zwanziger das mit nach Frankfurt nimmt, muss kein Nachteil sein.

Die Presseberichte stellt zusammen HLM SHFV

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