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Hauen und Stechen" beim Fußball-Verbandstag in Neumünster 2001
Hauen und Stechen" beim Fußball-Verbandstag in Neumünster / Vorstand soll Strukturreform vorlegen
Drohende Spaltung abgewendet
Ein Antrag des Kreisfußballverbandes Kiel hat den Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verband (SHFV) ins Wanken gebracht. Delegierte warnten am Sonnabend auf dem Verbandstag in Neumünster vor einer Spaltung, die letztendlich doch abgewendet wurde. Was die Bezirke I (Ost) und IV (Süd) gerade auch in den erst seit zwei Jahren gespielten Aufstiegsrunden zur Verbandsliga stärken sollte, mündete im einstimmig gebilligten Auftrag an den Vorstand, zum nächsten Verbandstag 2003 eine Struktur-Reform vorzulegen.
NEUMÜNSTER
Dieter Hanisch
Bis zum besagten Antrag aus Kiel mit der Nummer 30 a war es ein harmonischer Verbandstag, der seine Tagesordnung mit den üblichen Regularien problemlos abarbeitete. Auch als der in Satzungsdingen bewanderte Verbandsgerichtsvorsitzende Volker Marten die insgesamt 41 zu beratenden Anträge vorstellte und die Debatte dazu moderierte, herrschte *Ruhe vor dem Sturm".
Dann riss der Vorsitzende des Kreisfußballverbandes (KFV) Kiel, Gerd Zimmermann, erwartungsgemäß (der Antrag war bereits vorher bekannt) einen Graben mit zwei Lagern in die Versammlung der 118 Delegierten. Es ging um die Aufstiegsrunde zur Verbandsliga, bei der sich die Bezirke I und IV in Relation zu den in allen vier Bezirken spielenden Mannschaften (Bezirk I 1212; Bezirk IV 1530; Bezirk II 837; Bezirk III 673) unterrepräsentiert sehen. In Absprache zwischen den Bezirken I und IV formulierte der KFV Kiel den Antrag, dass die Aufstiegsspiele entfallen mögen, dafür die Meister der Bezirksoberligen I und IV direkt aufsteigen sollten. Weiter hieß es in dem Antrag: *Der dritte Aufsteiger wird durch zwei Entscheidungsspiele der Meister aus den Bezirke II und III ermittelt. . . . Steigen mehr als drei Mannschaften in die Verbandsliga auf, so spielen der Verlierer und die Zweiten der Bezirke I und IV in einer einfachen Aufstiegsrunde die weiteren Aufsteiger aus."
Mit dieser Regelung sehen sich die kleineren Bezirke West und Nord gegängelt. *Ihnen geht es doch nur um strukturelle Prinzipien und nicht um sportliche Gründe", warf Siegfried Steffensen (Heide), Vorsitzender des Verbandsgerichtes im Norddeutschen Fußball-Verband, den Antragstellern vor. Er holte sogar noch weiter aus: *Hier soll eine ganzen Region planmäßig abgehängt werden, dies ist eine Schande für den SHFV." Norbert Fischer, Vorsitzender des Bezirks IV, konterte: *Die Ungleichheit muss vom Tisch; außerdem ist die Aufstiegsrunde einfach zu lang. Wir wollen eine Reform, dabei kann aber nicht von einer Diskriminierung die Rede sein." Horst Fischer, Vorstand des KFV Segeberg, ergänzte diese Ausführungen: *Wir sind es mit dem Antrag 30 a, die für Gleichbehandlung sorgen, die gleiche Verhältnisse und Voraussetzungen schaffen wollen."
Thomas Ostermeyer, Vorsitzender des KFV Schleswig, brachte dann auf den Punkt, was alle spürten: *Dieser Antrag spaltet den SHFV. Wird er angenommen, entsteht ein ungemeiner Schaden für den Fußball im Lande. Daher müssen wir möglichst einen Kompromiss finden. Notfalls sollten die damals abgeschafften Landesligen Nord und Süd wieder zurück geholt werden." Er signalisierte Einsichtigkeit der beiden kleinen Bezirke und mahnte eine Struktur-Reform bis zum nächsten Verbandstag an. Ostermeyer appellierte an die Vernunft und an den KFV Kiel, seinen Antrag zurückzuziehen.
Das wünschte sich auch SHFV-Vorsitzender Erdmann Fischer. Sein Verband sei zu einer Gebietsreform bereit, doch die Mehrheit des Verbandsvorstandes lehne die Bestrebungen des KFV Kiel ab. *Größere Vereine, Verbände und Bezirke standen in der Vergangenheit immer für die kleineren ein. Wir sollten uns hüten, im Schnellverfahren nur einer Abstimmung diesen Solidar-Gedanken aufs Spiel zu setzen", begründete der SHFV-Chef, der mit seinem Gremium laut Satzung auf dem Verbandstag nicht mitstimmen darf.
Seine Worte schienen aber zu wirken: Der KFV Kiel beharrte auf seinen Antrag und wollte ihn nicht zurückziehen, folglich kam es zu einer geheimen Abstimmung, bei der das Kieler Anliegen allerdings scheiterte. 49 Stimmen zählte man dafür, 64 dagegen (drei Enthaltungen, eine ungültige Stimme bei 117 abgegebenen Voten). Ein Alternativ-Antrag des KFV Dithmarschen nach Beibehaltung, aber Abänderung der bestehenden Verbandsliga-Aufstiegsrunde wurde daraufhin zurück gezogen. Ein Dringlichkeitsantrag mit dem Auftrag, an den SHFV-Vorstand, eine Kommission einzuberufen, die die Fußball-Landkarte in Schleswig-Holstein innerhalb von zwei Jahren ändern möge, fand nach eineinhalbstündiger scharfer Debatte die einstimmige Mehrheit.
Der SHFV hat im Übrigen als letzter Verband des DFB einen neuen Geschäftsführer. Jörn Felchner (Neumünster) wird heute seine Arbeit in der Geschäftsstelle im Kieler Haus des Sports aufnehmen.
Wahlen: 2. Vorsitzender: Peter Zahn (Wiederwahl = Ww); Beisitzer: Eberhard Münch für Herbert Lange; Verbandsspielausschussobmann: Hans-Rainer Hansen (Ww); Verbandsschiedsrichterobmann: Heinz Mommsen (Ww); Verbandsjugendobmann: Bernd Neuhäuser für Manfred Möller (Bestätigung der Entscheidung des Jugendverbandstages); Lehrwart: Werner Schulze (Ww); Vorsitzender Verbandsgericht: Volker Marten (Ww); Vorsitzender Sportgericht: Adolf Thönßen (Ww); Beisitzer Verbandsgericht: Hans-Christian Albertsen und Norbert Fischer (beide Ww); Beisitzer Sportgericht: Edgar Strahl und Horst Fischer (beide Ww); Beauftragter für Freizeit und Breitensport: Günther Schmidt; Beauftragter für EDV-Angelegenheiten: Hans-Ludwig Meyer (beide neu im Vorstand nach Satzungsänderung).
Ehrungen:
Goldene Ehrennadel SHFV: Anton Christiansen (Husum), Kuno Feldmann (Neumünster), Manfred Gregersen (Arlewatt), Heinz Lellek (Hohenwestedt), Klaus Priebe (Aukrug), Klaus-Jürgen Tümmler (Sehestedt), Peter Zahn (Sereetz).
DFB-Ehrennadel: Werner Schulze (Heide), Hans-Peter Krohn (Lübeck).
Ehrenmitgliedschaft im SHFV: Herbert Lange (Lübeck).
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