Fußballassistentinnen für Flensburg

Nachdem die Offene Ganztagsschule Handewitt unter der Leitung von Sabine Johannsen von dem Projekt „Mädchen kicken cooler“- das Fußballprojekt für Mädchen!“ gehört hatte, wurde umgehend der Kontakt zu den Verantwortlichen dieses Projektes hergestellt, um auch mit Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Handewitt schnellstmöglich im Rahmen des Standortes Flensburg eine Assistentinnenausbildung durchführen zu können.

Am 27.02.2012 war es endlich soweit: Die Mädchen aus den WPU-Kursen Sport (Klasse 7 und 8) und dazu 12 freiwillige fußballverrückte Mädchen aus den beiden Jahrgängen sollten nun in den nächsten drei Tagen ihren Fußballassistenztrainerschein machen.
Hierzu wurden die Mädchen vom wissenschaftlichen Mitarbeiter der Universität Oldenburg, Martin Goerlich, dahingehend geschult, wie ein Training mit Jugendlichen aufgebaut werden sollte, welche Sicherheitskriterien dabei  beachtet werden müssen, wie wichtig das motivierende Element im Training ist und viele andere wichtige Dinge, die für ein abwechslungsreiches und spannendes Training sorgen.

Flensburger Mädchen siegen in Kiel

Es war noch früh an diesem Sonntagmorgen, als die Mädchen-Fußball-Teams von Inter Türkspor Kiel, SG Altenholz/Holtenau, MTV Dänischenhagen, FC Kilia Kiel, Comenius-Schule Flensburg und der SG Probstei zum, von Inter Türkspor Kiel organisierten, Turnier eintrafen.

Um kurz nach 10:00 Uhr, nach einleitenden und einweisenden Worten der Intertürspor-Trainerin, Birgül Cevik, begann der Spielverlauf mit dem Eröffnungsspiel zwischen den Mädchen von Intertürk und der SG Altenholz/Holtenau. Dieses Spiel konnte Intertürk mit 1:0 für sich entscheiden und stellte somit gleich zu Beginn die Weichen dafür, als Gastgeber um den Turniersie mitzuspielen. Dänischenhagen setzte sich im zweiten Spiel mit 1:0 gegen Kilia durch und im dritten Spiel kam die Comenius-Schule gegen Probstei nicht über ein 1:1 hinaus.

Großer Jubel zwischen den befreundeten Teams aus Flensburg und Intertürk Kiel kam auf, als die Mädchen aus Flensburg mit 1:0, nach einer gelungener Einzelaktion von Albina Kuci, in Führung gingen. Dies war auch der Endstand in diesem Spiel. In den weiteren Partien mangelte es zwar an vielen Toren, nichtsdestotrotz schenkten sich Dänischenhagen und Altenholz, Probstei sowie Kilia nichts.

Coole Mädchen als Trainerassistentinnen

„Die Flensburger Mädchen sind hochmotiviert“, freute sich Martin Goerlich. Der ausgebildete Pädagoge von der Universität Oldenburg war eigens aus dem Niedersächsischen in die nördlichste Stadt Deutschlands gereist, um im Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes vom 7. bis 9. Dezember  eine dreitägige Ausbildung zur Fußballassistentin zu leiten.

Diese kostenlose Qualifizierungsmaßnahme ist ein wichtiger Baustein im Rahmen des integrativen Projektes „Mädchen kicken cooler“ des SHFV, das seit August 2010 neben Flensburg an drei weiteren Standorten des Landes in Heide, Kiel und Neumünster läuft.

Das Projekt richtet sich besonders an Mädchen mit Migrationshintergrund, die gerne Fußballspielen, aber bisher in den Vereinen im Gegensatz zu ihren männlichen Pendants unterrepräsentiert sind. Deshalb versucht der Verband an den Standorten in enger Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Schulen die Mädchen zum dauerhaften Fußballspielen über fachmännisch angeleitete, offene Fußballangebote und regelmäßige Turnierteilnahme zu bewegen. Leiter des Flensburger Projektstandortes sind Stergios Stavropoulos und Malle Djebbi. Die beiden erfahrenen Fußballer und Pädagogen haben bei ihrem Engagement bemerkt, dass an der Flensburger Comenius Schule, an der mit der großen Unterstützung des Sportkoordinators Jens Koll die wöchentlichen Trainingseinheiten der Mädchen stattfinden, viele Mädchen sind, die nicht nur selbst gerne Fußballspielen, sondern auch großen Spaß daran haben, jüngere Mädchen zu trainieren. Genau an diese richtet sich das Ausbildungsangebot zur Fußballassistentin durch den SHFV.

Fußball in Heide spricht viele Sprachen

„Mädchen kicken cooler“ – neben Kiel, Flensburg und Neumünster ist das Integrationsprojekt des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) auch in Heide in Aktion. Beim „kleinen HSV“ – einem der traditionsreichsten Klubs im Land - wächst der Anteil fußballbegeisterter Mädchen seit zwei Jahren stetig.
Ob Vivien, Neriman, Michelle und Nessrin tatsächlich cooler als ihre männlichen Pendants dribbeln und Tore schießen, ist eigentlich nicht ausschlaggebend. Von größerer Bedeutung ist vielmehr die Tatsache, dass Fußball bei Mädchen immer beliebter wird. „Das gilt besonders für Mädchen mit Migrationshintergrund“, weiß SHFV-Projektleiter Dr. Tim Cassel.

Allerdings: Mädchen aus Einwandererfamilien sind – im Gegensatz zu Jungs - in unseren Sportvereinen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Häufig sind es kulturelle und geschlechtsspezifische Hemmschwellen, die den Schritt in den organisierten Fußball erschweren – oder sogar verhindern.
Sowohl der Schleswig-Holsteinische Fußballverband als auch das Innenministerium und das Ministerium für Gleichstellung und Integration wollen dies ändern. „Fußball ist ein ideales Medium, um Menschen anderer Kulturkreise zu integrieren. Viele Migrantinnen, auch Frauen, spielen gerne Fußball. Ihnen wollen wir den Weg in den Spielbetrieb ebnen“, betont Cassel.

Coole Mädchen kickten in Kiel

Sie kamen extra mit zwei Mannschaftsbussen aus Flensburg angereist: Die Spielerinnen der Comenius-Schule Flensburg, Protagonisten des SHFV-Projektes „Mädchen kicken cooler“, machten sich am Sonntag, d. 20.11.2011 auf den weiten Weg nach Kiel-Gaarden, um bei einem Hallen-Turnier ihr fußballerisches Können  unter Beweis zu stellen.
Inter Türkspor Kiel, ebenfalls Projektstandort von „Mädchen kicken cooler“, hatte in Kooperation mit dem Kreisfußballverband Kiel und dem SHFV eingeladen und ein gelungenes Hallenturnier organsiert, an dem neben zwei Mannschaften der Gastgeber, die Gäste aus Flensburg und die SG Altenholz/Holtenau sowie die SG Wentorf/Dannau teilnahmen.   

Leidenschaftlich spielten alle Mannschaften um die begehrten ersten drei Plätze. Schnell wurden die Verhältnisse klar. Die erste Mannschaft der Gastgeber aus Kiel und die beiden Sportgemeinschaften aus Altenholz/Holtenau und Wentorf/Dannau spielten stark auf. Nachdem Inter Türkspor I die starke Altenholzer Mädchen-Auswahl mit 2:1 besiegte, waren sie ihrer Favoritenrolle gerecht geworden.

Integrationsminister Schmalfuß besucht SHFV-Projekt

Als leidenschaftlicher Fußballer und als Minister weiß ich, dass sich im Sport, und in besonderer Weise über das Fußballspiel eine wunderbare Möglichkeit bietet, Mädchen und jungen Frauen aus Zuwandererfamilien die Integration in unsere Gesellschaft zu erleichtern“, sagte Emil Schmalfuß, Minister für Justiz, Gleichstellung und Integration des Landes Schleswig-Holstein. Am Montag, d. 23. Mai 2011 besuchte der Minister den Projektstandort „Mädchen kicken cooler“ des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes bei Inter Türkspor Kiel. Zusammen mit SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer und dem SHFV-Integrationsbeauftragten Kerem Bayrak besuchte Emil Schmalfuß eine Trainingseinheit der Mädchenmannschaft von Inter Türkspor Kiel, die sich im August vergangenen Jahres im Rahmen des SHFV-Projektes „Mädchen kicken cooler“ zusammen gefunden hat.

Mädchen kicken cooler

Das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein und der Schleswig-Holsteinische Fußballverband starten ein Projekt zur sozialen Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund durch Fußball. Von 2010 bis 2013 werden an vier Standorten in enger Kooperation von Vereinen und Schulen offene Mädchenfußballangebote eingerichtet, Turniere und jährlich eine Erstausbildung zu Fußballassistentinnen organisiert. Ziel ist die feste Integration der Mädchen in die Vereine.

 

„Sport ist ein geeignetes Mittel zurIntegration von Migranten. Nachholbedarf gibt es aber bei der Integration von Frauen und Mädchen. Sie sind in unseren Vereinen noch immer unterrepräsentiert. Deshalb ist das neue Projekt zur sozialen Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund besonders wichtig“, sagte der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Klaus Schlie, bei der offiziellen Projektvorstellung im Rahmen der Landespressekonferenz am 28. Oktober 2010 im Kieler Landeshaus. Das Innenministerium unterstützt das Projekt des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes in den nächsten drei Jahren (01.09.2010 bis 31.08.2013) mit 22.000,- € aus den Sportfördermitteln. Zusätzlich wird die Erstausbildung von Mädchen zu Fußballassistentinnen im Jahr 2010 vom Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration mit einem einen Betrag von 3000,- € gefördert.

Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband übernimmt die Projektkoordination mit einer Stelle auf der Geschäftsstelle in Kiel, so dass für die Projektarbeit jährlich insgesamt 50.600,- € zur Verfügung stehen.

„Der Deutsche Fußball-Bund hat im Rahmen seines 2008 verabschiedeten Integrationskonzeptes das Thema „Soziale Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund“ zu einer vorrangigen Aufgabe erklärt. In anderen Fußballlandesverbänden existieren bereits mehrere dieser Projekte, die schon nach kurzer Zeit große Erfolge vorweisen können. Diesen Weg wollen wir nun auch in Schleswig-Holstein einschlagen“, erklärt Hans-Ludwig Meyer, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes. Der SHFV betreibt seit 2007 im Rahmen seines sozialen Engagements intensive aktive Integrationsarbeit. „Dieser Bereich gehört zu den wichtigen Zukunftsaufgaben der Fußballverbände“, so Meyer.

„Wir wissen, dass viele Migrantinnen gerne Fußball spielen, aber häufig nicht den Weg in die Vereine und den dauerhaften Spielbetrieb finden“, erklärt Tim Cassel, hauptamtlicher Mitarbeiter des SHFV für den Bereich Integration. Vielfach seien die kulturellen Hemmschwellen für die Mädchen und auch deren Eltern zu groß. Um diese abzubauen, brauche man vor allem Trainerinnen und Trainer, die mit besonderer interkultureller Kompetenz auf die Mädchen eingingen, so Cassel weiter. Ist der Weg in den Verein erstmal geschafft, verläuft die Annäherung fast von alleine. Um das zu erreichen, werden in zunächst vier Standorten in Schleswig-Holstein offene Fußballangebote für Mädchen eingerichtet. Hierbei soll es sich um enge Kooperationen von ausgesuchten Vereinen und Schulen handeln. An diesen Standorten können die Mädchen nicht nur in den eigenen Reihen Fußball spielen, sondern es werden Turniere mit anderen Teams organisiert und besondere Qualifizierungsmaßnahmen angeboten, in denen ältere Mädchen sich zu Fußballassistentinnen für die Fußballmannschaften ausbilden lassen können. Das alles ist für die Teilnehmerinnen kostenlos. Ziel ist die Integration der Mädchen in die Vereine und die Erweiterung des Projektes auf andere Standorte.

Die Idee zu diesem Projekt kommt von Prof. Dr. Ulf Gebken von der Universität Oldenburg, der auch das Projekt in Schleswig-Holstein intensiv begleitet und die Gesamtevaluation übernehmen wird. „Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, unsere Projektidee auch in Schleswig-Holstein auf den Weg zu bringen. Es war von Beginn an unsere Absicht, in allen Bundesländern möglichst viele Projekte in Zusammenarbeit der Fußballverbände und der Länder zu initiieren“, so Gebken. Weitere Informationen zu den Projekten in ganz Deutschland finden Sie unter  www.dfb.de oder www.fussball-ohne-abseits.de.
PDF-Download Flyer Mädchen kicken cooler

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