Schiedsrichter
Jungschiedsrichterausbildung in der Schule – Projekte in Nordfriesland und Segeberg
Aus den beiden Problematiken heraus, dass für die jährlich zahlreichen Schulsportveranstaltungen im Fußball Schiedsrichter zur Durchführung benötigt werden, und dass der Schiedsrichterbereich allerorts generell Bedarf an Nachwuchsschiedsrichtern hat, entstand die Idee im Rahmen von Projektwochen an Schulen Jungschiedsrichterausbildungen anzubieten. Diese wurde vom SHFV und dem Verbandsschiedsrichterausschuss einhellig begrüßt und gefördert.
Erste Projekte in Schleswig-Holstein gab es zuletzt am Alstergymnasium in Henstedt-Ulzburg (Fußballkreis Segeberg) und auf die Initiative des Kreisschulsportbeauftragten Asmus Asmussen hin an der Gemeinschaftsschule in Tönning (Nordfriesland).
Der Kreisschiedsrichterobmann (KSO) von Nordfriesland, Herbert Hansen, hatte ein interessantes Konzept für die Schulung in Tönning erarbeitet. Vorbereitet wurde das Projekt durch den Film „Der Spielverderber“, der bereits eine Woche vorher im Husumer Kinocenter lief und für alle Teilnehmer verpflichtend war. In diesem geben die Protagonisten, wie z.B. der ehemalige FIFA-Referee Herbert Fandel, einen völlig neuen Blick auf ihre Aufgabe als Schiedsrichter und zeigen den populärsten Sport der Welt aus einer anderen Perspektive. An drei Nachmittagen wurden dann den insgesamt 26 Jungen die Fußballregeln intensiv erklärt, in Gruppenarbeit erarbeitet, per Videovorführung analysiert und durch viele Fragen der Teilnehmer aufgearbeitet. Außerdem mussten alle Schüler beim FIFA-Leistungstest ihre sportliche Fitness unter Beweis stellen. Beim abschließenden Regeltest zeigte sich jedoch, dass der Zeitrahmen einer Projektwoche wohl zu kurz bemessen ist, um alle Schüler erfolgreich zur Prüfung zu führen. Dieses will man bei zukünftigen Lehrgängen berücksichtigen. Ergänzt wird dieses Projekt übrigens durch einen zukünftigen Besuch eines Heimspiels von Holstein Kiel, zu dem alle Teilnehmer als Spielbeobachter eingeladen werden.
Ähnlich gestaltete sich auch das viertägige Projekt in Henstedt-Ulzburg. Unter der Leitung des KSO Hans-Jürgen Lühmann wurden die 20 Schülerinnen und Schüler ebenfalls in den Regeln unterwiesen. Die Ausbildung erfolgte über CD und DVD, die den trockenen Lehrinhalt doch sichtlich auflockerten. Am Ende wurde die Prüfung nach DFB Bedingungen abgenommen und 17 Prüflingen konnte ein Zertifikat über die erfolgreiche Absolvierung ausgehändigt werden. Dieses gilt auch als Nachweis für die Ausbildung, wenn die Teilnehmer sich für eine aktive Schiedsrichtertätigkeit in einem Verein entscheiden sollten. Allen Absolventen stellte der SHFV außerdem ein Starterpaket (Gelbe, Rote Karten, Pfeife, Notizkarten uvm.) zur Verfügung, so dass diese Schüler bei Spielen an ihrer Schule zum Einsatz kommen können, und somit der Fußballkreis entlastet wird.
Insgesamt zeigt der Erfolg dieser beiden Projekte, dass man verstärkt diese Möglichkeit der Ausbildung nutzen sollte, um Jugendliche für die aktive Spielleitung zu gewinnen. Der SHFV dankt abschließend nochmals den beiden Fußballkreisen Nordfriesland und Segeberg, den jeweiligen Schulleitungen und insbesondere Allen, die an der Umsetzung der Projekte aktiv mitgewirkt haben.
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