Sparda-Landesfinale
Die Frühaufsteher hatten richtig Lust auf Fußball
Der erste Sieger des Sparda-Bank Integrations-Cups heißt VfB Lübeck II. Nach einem langen Fußballtag gewann der Schleswig-Holstein-Ligist im Flensburger Stadion das Finale gegen den ETSV Weiche glücklich mit 1:0. Insgesamt 22000 Euro Preisgelder wurden beim Landesfinale an die 18 Teilnehmer (14 Männer- und vier Frauen-Mannschaften) verteilt.
Flensburg – Sehr zufrieden schaute Hans-Ludwig Meyer drein. Der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes sah „niveauvolle und faire Spiele, obwohl die Unterschiede von der Kreisklasse B über Kreisliga bis zur SH-Liga groß waren, und eine von Flensburg 08 hervorragend organisierte Veranstaltung“. Und er freute sich über die starke Leistung des Finalteilnehmers ETSV Weiche. „Das Team ist eine Bereicherung für die SH-Liga.“
Einzig das Zuschauer-Interesse ließ etwas zu wünschen übrig. Doch die teilnehmenden Teams und ihr Anhang sorgten für eine volle Tribüne. Die im Vorfeld befürchteten Ausschreitungen zwischen Fans vom VfB Lübeck und von Holstein Kiel blieben aus. „Die VfB-Fans waren nicht mitgekommen, weil sie in Lübeck ein eigenes Fußballturnier hatten“, erzählte Bernd Bleitzhofer, Vorsitzender des Kreisfußballverbandes Flensburg, der zudem anregte: „Veranstalter und Gastgeber Flensburg 08 hätte hier mitspielen müssen.“ Nicht das Niveau der Männer erreichte das Frauen-Turnier. Von zwölf Spielen endeten zehn mit 0:0. Den Turniersieg holte sich die SG Müssen/Gudow durch einen 2:0-Erfolg gegen den Rendsburger TSV.
Die Überraschung des Turniers war Lokalmatador ETSV Weiche. „Wir und der VfB Lübeck standen verdient im Finale, weil wir den gepflegtesten Fußball gespielt haben“, meinte ETSV-Ligamanager Harald Uhr. Trotzdem ärgerten er und Trainer Henning Natusch („Wir haben den Flensburger Fußball sehr gut vertreten“) sich über die verpassten Chancen im Finale. Elmedin Kasumovic und Sven Zeidler scheiterten an VfB-Torhüter Kevin Pour, und Frank Kerlin verzog knapp. Jan Vierig nutzte die einzige Lübecker Chance zum 1:0 (6.). „Wenn man um 5.30 Uhr aufsteht, will man auch etwas reißen“, meinte VfB-Coach Torsten Flocken. „Meine Spieler hatten heute richtig Lust zu gewinnen.“
„In 15 Minuten ist viel Glück dabei“, fand Natusch. Allerdings hatte Weiche zuvor auch Dusel. Im letzten Gruppenspiel stand der TSV Kropp gegen den Itzehoer SV (1:1) ganz knapp vor dem Finaleinzug. Nicola Soranno, der in der Begegnung schon getroffen hatte, trat in der 15. Minute zum Strafstoß an. Doch er scheiterte, und damit mussten die Kropper Weiche den Vortritt lassen. Im kleinen Finale gegen Verbandsligist GW Siebenbäumen verlor Kropp nach Elfmeterschießen mit 2:4. Ganz stark hielt bei Siebenbäumen Feldspieler Sammy Singh, der den verletzten Torhüter vertrat und zwei Elfmeter entschärfte. Kropps Trainer Dirk Asmussen, der fünf A-Junioren mit hatte, war trotzdem zufrieden. „Wir haben uns gut präsentiert. Es war das erste Mal seit zwei Monaten, dass die Spieler nach dem stressigen Kampf um den Klassenerhalt ein Lächeln auf dem Platz zeigten.“
Nicht alle Mannschaften hatten ihre stärkten Spieler zum Saisonabschluss dabei. Holstein Kiel II spielte mit einer Mischung aus A-Junioren und der dritten Mannschaft, weil die Zweite am Sonntag das Regionalliga-Aufstiegsspiel gegen den FC St. Pauli II bestreiten musste. „Holstein ist entschuldigt, das ging nicht anders“, meinte Hans-Ludwig Meyer.
Nicht in Bestbesetzung kam auch die Husumer SV, die Platz elf belegte. Und der Trainer fehlte im ersten Spiel gegen den Ruthenberger SV auf der Bank. Aufgrund einiger verletzungsbedingter Absagen hatte Rolf Nielsen das Trikot angezogen und bewies, dass er nichts verlernt hat. Schon nach vier Minuten erzielte der 47-jährige Ex-Torjäger das 1:0 beim 2:0-Erfolg. „Aber Spielertrainer werde ich auf keinen Fall“, sagte Nielsen mit einem Lächeln.
Auch die Weicher Spieler fanden nach der Final-Niederlage schnell das Lächeln wieder und freuten sich über die 2500 Euro Prämie. Die werden jetzt bei der Abschlussfahrt nach Oslo auf den Kopf gehauen.
Jochen Hebbeln
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