Aktuelles
Die Zukunft gehört auch der Jugend!
“Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“
Diese und ähnliche Antworten erhalte ich regelmäßig, wenn ich mit Vereinsfunktionären über den ehrenamtlichen Nachwuchs in ihren Vereinen spreche. Ohne Zweifel haben sich die Interessen, Wünsche und Verhaltensweisen der heranwachsenden Generation stark verändert. Das bedeutet gleichzeitig aber nicht, dass die Jugend von heute das Interesse am ehrenamtlichen Engagement verloren hat. Das Gegenteil ist sogar der Fall, wie aktuelle Beispiele und Studien beweisen.
Die Jugend ist heute vor allem dort ehrenamtlich engagiert, wo sie ihre eigenen Erfahrungen aktiv einbringen und sich darüber hinaus neue Fähigkeiten aneignen kann. Zusammenfassend heißt das, dass der junge Ehrenamtliche auch einen persönlichen Nutzen aus seinem Engagement ziehen will. Gerade die Fußballfamilie bietet mit seinen vielzähligen Einsatzbereichen dafür eine attraktive Plattform. Von einer Tätigkeit im Vorstand über den Trainerjob bis hin zur Sponsorensuche gibt es die unterschiedlichsten Aufgaben und Herausforderungen. Gleichzeitig zeigen die Jugendlichen ihre soziale Kompetenz und erlangen die so genannten Soft Skills, die in der Berufswelt seit Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Beklagenswert für die Sportvereine scheint vor allem die Tatsache, dass sich junge Menschen nicht mehr moralisch verpflichtet fühlen, ein angetretenes Ehrenamt auch lebenslänglich auszuüben. Galt in der letzten Generationen noch das Motto „einmal Schalke immer Schalke“, so müssen sich die Sportvereine heute auf eine steigende Fluktuation einstellen. Ein geeigneter Lösungsansatz für die Sportvereine ist meiner Ansicht nach ein aktives Personalmanagement. Ehrenamtliche zu gewinnen, sie zu fördern und an den Verein zu binden, kann kein Sportverein nebenbei und vor allem ohne entsprechendes Konzept leisten.
Sportvereine dürfen letztendlich nicht nur auf die geänderten Interessen ihrer aktiven Sportler reagieren, sondern müssen auch stets die Wünsche der ehrenamtlichen Mitstreiter - wozu auch der ehrenamtliche Nachwuchs gehört - im Blick haben. Die Zusammenführung beider Interessensgruppen auf den größten gemeinsamen Nenner gehört mit zur Hauptaufgabe eines jeden Vereinsvorstandes. Wird dieser Prozess nicht bewältigt, wird es langfristig weder gelingen, Sportler für den Verein zu begeistern, noch jungen ehrenamtlichen Nachwuchs zu akquirieren. Die Schuld für ein solches vereinsinternes Fehlmanagement dann ausschließlich bei der nachwachsenden Generation zu suchen ist wenig zielführend.
Das einleitende Zitat stammt im Wortlaut vom Philosophen Sokrates. Dieser warf der nachwachsenden Generation schon über 400 Jahre vor Christus die gleichen negativen Verhaltensweisen vor, wie es noch immer voll im Trend liegt. Heute haben wir die Chance diese Generationskonflikte zu durchbrechen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten! Gehen wir diese Herausforderung zielstrebig an, zum Wohle unserer Fußballfamilie!
Stephan Grunwald
SHFV-Ehrenamtskommission
Bildunterschrift: Ein Beispiel von vielen: Timo Wölki (23) ist nicht nur als Schiedsrichter für den Osdorfer SV tätig, er übernimmt auch als Jugendfußballobmann viel Verantwortung.